China zählt derzeit zu den größten Fundstätten seltener Erden weltweit. Da diese Metalle eine wichtige Rolle bei der Herstellung von Hochleistungsmagneten und anderen Anwendungen wie Lithium-Ionen-Akkus Anwendung finden, sind sie ein Grundstoff für die Elektronikindustrie, für Elektrofahrzeuge und andere Bereiche der Umweltindustrie. Jetzt hat China eine Senkung seiner Exportquoten um 30% für das kommende Jahr beschlossen. Damit will man der sich derzeit mit weltweit wachsender Nachfrage abzeichnenden Knappheit durch Ausfuhrbeschränkungen begegnen. Auch eine Form von Handelskrieg.
Ausfuhrbeschränkungen als Mittel strategischer Handelspolitik
Zuerst war nur Japan von einer Ausfuhrbeschränkung betroffen.[1] Jetzt weitet sich der Konflikt aus. Man setzt das derzeitige beinahe Monopol [2] strategisch ein, um der eigenen Industrie einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Auf seiner Deutschland-Tour hatte Wen Jiabao noch Entwarnung gegeben. Nun hat man offensichtlich auf der 5. Plenartagung des 17th Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, das derzeit tagt, anders entschieden. Damit setzt man ein Zeichen gegenüber den ausländischen Handelspartnern insbesondere Japan, den USA und Europa. Zwar wird derzeit bereits mit Hochdruck daran gearbeitet neue Fundstätten in anderen Regionen der Welt zu erschließen, aber dies wird nicht von heute auf morgen geschehen. Der Versuch der Kanzlerin der deutschen Industrie diese wichtige Rohstoffbasis in China zu sichern ist jedenfalls grandios gescheitert. Da wird sich die deutsche Wirtschaft neu orientieren müssen. Der Traum von einer fairen Partnerschaft mit China hat eine weitere hässliche Schramme bekommen.
[1] Klagen japanischer Firmen. In: Neue Zürcher Zeitung, Internationale Ausgabe. 1. Oktober 2010
[2] Chinas Beinahe-Monopol bei seltenen Erden. Exportembargo als politisches Druckmittel. In: Neue Zürcher Zeitung, Internationale Ausgabe. 1. Oktober 2010.
Gut beobachtet. Die Globalisierung wird auf vielen Punkten wieder national, rette sich wer kann…
Weitere Info:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/1018/wirtschaft/0040/index.html