Letzte Nacht veröffentliche Wikileaks knapp 400.000 Dokumente der US Armee, die aus den Jahren 2004 bis 2009 stammen. Sie geben einen Einblick in den Kriegsalltag der US-Armeeangehörigen. Damit setzt sich die Veröffentlichung von internen US-Armeeunterlagen fort. So dürfte schlagartig das Thema der Kriege auch wieder im US-Wahlkampf eine Rolle spielen. Bisher haben es Demokraten und Republikaner peinlichst vermieden, dieses heikle Thema im Wahlkampf anzusprechen.
Die Legenden haben ein Ende
Offenbar belegen die Dokumente, dass viele der gepflegten Legenden über ein rasches Ende des Irakkriegs à la George W. Bush einfach Propagandalügen darstellten. Sie belegen auch, dass die unterschiedlichen Gruppen, die für die Befreiung des Iraks zu kämpfen vorgaben, genauso rücksichtslos und grausam nicht nur die US-Armee bekämpften, sondern durch Massaker an der Zivilbevölkerung mittels Angst und Schrecken sich deren Loyalität erzwingen wollten. Sie zeigen die zunehmende Brutalisierung einer Gesellschaft. Im Kampf jeder gegen jeden gehen die Zielsetzungen verloren. Oder um es mit Clausewitz zu sagen: Der Krieg wurde immer weniger die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, sondern zum Selbstzweck.
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