Franz Alt hat zur Welthungerwoche gerade hier aus dem Buch von Julian Cribb über die drohenden Hungersnöte in aller Welt zitiert, dass nur der Wechsel von der fleischlichen zur pflanzlichen Nahrung geeignet ist, dem Schlimmsten vorzubeugen:“Ein einziger Hektar Land kann 29 mal so viel Nahrung in Form von Gemüse produzieren denn in der Form von Hühnerfleisch, 73 mal so viel denn in Form von Schweinefleisch und 78 mal so viel denn in Form von Rinderfleisch. Das macht die Gemüse Produktion zu der vorherrschenden und privilegierten Form von Nahrungsproduktion in Entwicklungsländern, aber auch bei uns als die Form, in der 2050 die große Hungerkatastrophe verhindert werden kann.”
Pflanzennahrung gebührt der Vorzug, aber nur, wenn sie richtig verzehrt wird!
Alles richtig. Der Schlüssel passt aber nicht ins Schloss, wenn nicht endlich in Ergänzung dazu propagiert wird, dass unsere heutige Art und Weise, die pflanzliche Nahrung zu essen, uns den großen Vitalstoffwert der Pflanzen gar nicht zugute kommen lässt. So wie wir heute unsere Pflanzenkost aufnehmen, verstoffwechseln wir gerade einmal einen Bruchteil davon!
DGE e.V.und WHO, aber auch alle freien Ernährungsexperten wissen, dass wir unbedingt täglich eine gewisse Menge frisches Obst und besonders Gemüse essen müssen. Ich erinnere an die gerade zehn Jahre alt gewordene Kampagne “5 Mal täglich.”
Obst interessiert dabei nur am Rande, weil es von den eigentlichen Bausteinen des Lebens, den Proteinen, nur wenig mitbringt (Bananen immerhin noch 1,5 %, aber Weizen 12 %, Quinoa 14 %).
Frische Kost heißt: rohe Kost, also nicht gesotten und gebraten. Die Hitze zerstört einfach zuviel in den Pflanzen: Nahrungenzyme werden deaktiviert, Proteine werden denaturiert und Vitamine (nicht alle) beschädigt. Rohe Kost aber muss vor dem Verzehr auf das Feinste vermahlen werden, weil wir keine Verdauungssäfte haben, die in der Lage sind, die aus Zellulose oder Chitin (Pilze) bestehenden festen Hüllen der Pflanzenzellen aufzulösen. Kochen macht sie weich, aber darauf muss ja gerade zu einem Mindestteil am Tag verzichtet werden.
Wir Menschen haben zwar wie alle Primaten mit 20 Molaren und Prämolaren zwar eine perfekte Mühle im Mund, die bestens geeigent ist, die Pflanzenzellen zu knacken – das aber nur mit endloser Geduld, die aufzuwenden keiner von uns bereit ist. Richtig wäre es, jeden Bissen an die 150 mal zu zerbeissen, wie es der Münchner Heilpraktiker Müller-Burzler zu Recht propagiert. Das würde erfordern, wie die Gorillas zu leben, die jedenTag damit beginnen, vier Stunden lang geduldig ihre Pflanzenkost zu zerkauen, dann eine große Essenspause von vier Stunden einzulegen, um dann wieder vier Stunden lang unermüdlich ihre Pflanzennahrung zu zerbeißen. Wir sind viel zu beschäftigt, um so leben zu können.
Getrocknet und gemahlen zu essen spart und die unendliche Mühe des Kauens.
Uns bleibt daher nur die Wahl, unsere frische Pflanzenkost alsbald nach der Ernte durch schonende Trocknung zu konservieren und sie später fein vermahlen zu essen. Gut dehydriert halten sich solche Mehle mehrere Jahre. Die Verluste an Vitalstoffen sind sehr gering. Diese Essweise hat den unerhörten praktischen Vorteil, dass wir diese Nahrung in Flüssigkeiten verlöst geradezu in Windeseile aufnehmen können
Wenn wir lernen, rohe Pflanzenmehle richtig in unseren täglichen Speiseplan einzubauen, werden wir durch den Eintritt naturgesetzlich vorgegebener geradezu großartiger Wirkabläufe belohnt, wie ich sie entdeckt habe. Gerade die industrielle feine Vermahlung der Pflanzenkost ist der Schlüssel zur vollständigen Ausnutzung ihres Vitalstoffwertes.
Bei dem industriell erreichbaren hohen Vermahlungsgrad wird eine Partikelgröße der Mehle im Mikronmeterbereich erzielt, wodurch die Nahrungsmitteloberfläche weit überproportional ansteigt. In Flüssigkeiten dispergiert laufen sie beim Verzehr auf leeren Magen den Verdauungstrakt bis in den Dünndarm nur hindurch. Solche Kost passiert leicht die Speiseröhre (keine Refluxgefahr). Sie läuft durch die immer leicht offene Kardia am Eingang des Magens, die Magenrinne entlang durch den relaxiert auch immer leicht offenen Magenpförtner hindurch in den Zwölffingerdarm, ohne auch nur eine messbare Weile im sauren Milieu des Magens zu verbleiben. Die große Lebensmitteloberfläche dieser Nahrung trifft auf die bekanntlich durch die inneren Auffaltungen riesenhaft vergrößerte Fläche des Verdauungsschleimhaut des Dünndarms.
Rasante Verstoffwechslung im Dünndarm
Durch Blutdruck- und Pulsmessungen an vielen Probanden habe ich festgestellt, dass die sich anschließende sofortige Verstoffwechslung geradezu rasant von Statten geht. Etwa 20 Minuten nach der Nahrungsaufnahme sind bereits alle wertvollen Inhaltsstoffe der Pflanzen im Blutsrom, von wo aus sie binnen nur zwei Minuten vom Herzen durch unser kilometerlanges Kapillarsystem bis in die letzten der 70 Billionen Körperzellen und in alle Organe des Körpers gebracht werden.
Wie ich auch festgestellt habe, reichen nur ein paar Gramm solcher getrockneter Nahrung, um für lange Zeit satt zu halten. Man muss sich ja nur das bei der Trocknung den Pflanzen entzogene Wasser wieder hinzudenken um zu erkennen, dass nur zehn Gramm solchen Mehls etwa 150 g frischer Pflanzennahrung entsprechen! Das tun sie aber nicht nur mit ihrer Masse, sondern auch mit ihrem höchst wertvollen Vitalstoffgehalt.
Gekochte Pflanzennahrung ist zwar nicht gleich Abfall, im Vergleich zu der im Dünndarm unmittelbar verstoffwechselten in Flüssigkeiten dispergierten Pflanzennahrung ist sie aber wahrlich minderwertig. Die fein vermahlene Pflanzennahrung, die ich wegen ihrer Naturbelassenheit “native Kost” im Ggensatz zu der hitzebeahndelten “Zivilisationskost” nenne, versorgt uns Menschen aber praktisch ebenso gut, wie wenn wir noch wie die mächtigen Gorillas unsere angestammte Pflanzenkost in stundenlanger Mahlzeit zu uns nähmen.
Das Geheimnis des Verzehrs auf leeren Magen.
· Zu wissen, dass wir Pflanzenkost vorziehen sollen,
· zu wissen, dass sie zu einem bestimmten Anteil roh sein muss,
· zu wissen, dass sie schonend getrocknet und fein vermahlen sein muss,
· und zu wissen, dass sie in Flüssigkeiten dispergiert sein muss,
ist immer noch nicht genug.
Zum notwenigen Ernährungswissen gehört die Erkenntnis, dass wir so vorbereitete Nahrung unbedingt auf leeren Magen zu uns nehmen sollten. Für eine ganze Reihe naturgesetzlicher Wirkzusammenhänge, die sich dem Verzehr dieser Nahrung anschließen, ist das von gleicher Bedeutung wie die genannten anderen Bedinungen. Wird nämlich solche wertvolle Nahrung auf den schon teils oder ganz gefüllten Magen aufgenommen, wird sie Teil des Nahrungsbreis (Chymus). Als Teil des Nahrungsbreis wird die Pflanzenkost so lange dem vollem Magenprogramm unterzogen, bis auch alle anderen aufgenommenen Nährstoffe zerkleinert, von der Magensäure angegriffen und wieder weitgehend neutralisiert worden sind. Das kann Stunden dauern, bis der gesamte Mageninhalt in Abständen von jeweils drei Minuten mit der Muskelkraft von Magen und Pförtner in kleinen Portionen durch den Magenpförtner hindurch in den Dünndarm gespritzt wird.
Das Ziel ist, den Hunger zu bekämpfen und die Menschen zugleich durch bessere Versorgung gesunden zu lassen.
Dass der Verzehr nativer Pflanzenkost uns auf naturgesetzlich festliegende Weise auch damit beglückt, immer mit dem zentralnervös unverzichtbaren Wohlfühlhormon Serotonin gesegnet zu sein, habe ich hier schon ausführlich geschildert. Bei der Ernährung geht es zwar zu allererst darum, den schrecklichen Hunger in der Welt endlich zu besiegen. Warum soll das aber nicht Hand in Hand gehen mit der Verbesserung der Lebensqualität durch die natürliche hormonelle Hebung der Lebensstimmung und mit der Vorbeugung gegen die grassierenden körperlichen und seelischen Leiden, von denen die hungernden wie auch die satten Menschen dieser Erde durch die einseitige Betonung der Zivilisationskost gleichermaßen betroffen sind.
Dort wo man Gemüse anbauen kann es OK sein, nur Pflanzenkost zu sich zu nehmen.
In Ländern, wo nur karges Gras wächst, wird es sicherlich nicht gehen – die brauchen ihre Rinder, oder Schafe und Ziegen.
Auch bei uns würde sich die Landschaft drastisch verändern, wenn es keine Bauernhöfe mehr in den Alpen gäbe und wir nur mehr von “Pflanzen” leben müssten.
Vorher ein wenig nachdenken, bevor man alles unter einen Hut steckt!
Mein Tipp – fahrt doch einmal in die Länder Afrikas, dort wo die wirkliche Hungersnot ist und baut dort Gemüse einmal an….
Ich finde den Artikel sympathisch. Ich nehme gerne Suppen zu mir…
Vielen Dank!