Das Böse ist immer und überall. Demzufolge auch in der deutschen Bundesregierung. Wirklich? Es kann aber Entwarnung gegeben werden: Georg Schramm, der brilliante politische Kopf und Klasse-Kabarettist, der sich selbst aus Direktor Priols Anstalt (“Neues aus der Anstalt”) im ZDF entlassen hatte, um fortan heftig im Lande weiter und gezielter politisch-kabarettistisch zu wirken, tat genau dies gestern beim “Schwabenstreich” auf der Montagsdemo vor Gegnern des Irrsinnsprojekts S 21 in Stuttgart. Ob die Berliner Marionettenregierung im Dienste von Kapital und Wirtschaft oder die Landesregierung unter Mappus in Baden-Württemberg, meinte Schramm vor tobendem Publikum in Stuttgart,, die seien nicht das Böse. Sondern nur die “Mitesser des Bösen”. Gewissermaßen diejenigen, welche in politischer Verantwortung mittels passenden Gesetzen die Rahmenbedingungen dafür schüfen, dass Kapital und Wirtschaft ungezügelt ihre Habgier ausleben könnten. Ein Witz, so Schramm, sei es ja geradezu, wenn Guido Westerwelle an die S 21-Gegner gerichtet sage, eine “Gefälligkeitsdemokratie” könnten wir uns nicht leisten. In der Tat, welch Ironie: Gerade der Vorsitzende der “Mövenpickpartei” nimmt da doch ohne rot zu werden das Wort “Gefälligkeitsdemokratie” in den Mund! Hier das Video von Schramms Auftritt gestern in Stuttgart.
Westerwelle, wie dem baden-württembergische Premier Mappus, von dem Schramms ehemaliger Anstaltsleiter Urban Priol gestern ebenfalls beim “Schwabenstreich” in Stuttgart vermutete, der müsse als Kleinkind ordentlich eins auf die Fontanelle bekommen haben, wie auch der Pfarrerstochter Angela Merkel (die nebenbei bemerkt mit Sicherheit heute gar nicht Bundeskanzlerin wäre, hätte die damalige DDR-Führung in Basta-Manier ihre Stellung verteidigt, wie das heute die S 21-Befürworter in Politik und Wirtschaft fordern), ist eigentlich nur zu empfehlen, sich aus freien Stücken in Priols Anstalt in Behandlung zu geben. Ansonsten: Wie groß soll der angerichtete Schaden für die Gesellschaft noch werden? Hier das Video von Urban Priols Auftritt.
Beide Stücke möchte ich den Leserinnen und Lesern zum Ansehen – und vor allem: zum Hinhören – als Videotipps wärmstens an Herz legen. Man darf annehmen, dass beide Auftritte im öffentlich-rechtlichen Fernsehen so nicht zu sehen gewesen wären, bzw. nur einmal. Sie sind nah am Puls der Zeit. Vielleicht sind die S 21-Proteste doch der Zündfunke für einen Paradigmenwechsel hierzulande? Georg Schramm jedenfalls äußerte gestern die Hoffnung, sie könnten Anzeichen eines Wendepunktes sein. Der Demokratie täte es sicherlich gut…
Danke für die tollen Videos und für den trefenden Kommentar. EindDank auch an die Schwaben, die sich die Kapriolen der selbstherrlichen Bundes- und Landesfürsten endlich nicht mehr bieten lassen. Stuttgart 21 ist eigentlich überall. Solche verrückten und überzogenen Immobilienprojekte haben die Politiker zum Gefallen der Lobbyisten schon alle Jahrzehnte durchgezogen. Jetzt haben sie den Bogen überspannt. Ich denke auch, dass sich das Rad jetzt nicht mehr zurückdrehen lässt. Wir sind nicht die Untertanen von Merkel und Mappus!