“Open Source Offline” – Die moderne Litfaßsäule

Zuerst meint nun jeder Leser und jede Leserin zu wissen was Open Source ist und kennt auch eine Litfaßsäule. Trotzdem möchte ich kurz auf die Definitionen eingehen. Eine Litfaßsäule ist eine Anschlagsäule, an die Plakate geklebt werden. Sie wurde vom Berliner Drucker Ernst Litfaß (* 1816 in Berlin, €  1874

b15.jpgZuerst meint nun jeder Leser und jede Leserin zu wissen was Open Source ist und kennt auch eine Litfaßsäule. Trotzdem möchte ich kurz auf die Definitionen eingehen.
Eine Litfaßsäule ist eine Anschlagsäule, an die Plakate geklebt werden. Sie wurde vom Berliner Drucker Ernst Litfaß (* 1816 in Berlin, €  1874 in Wiesbaden) erfunden und zählt zum Bereich der Außenwerbung. Eine nicht kostenfreie “Angelegenheit”. Kommen wir nun zu Open Source. Einfach ausgedrückt fällt mir als erstes kostenfreie Software ein. Freie Weitergabe ˆ’ Die Lizenz darf niemanden darin hindern, die Software zu verkaufen oder sie mit anderer Software zusammen in einer Software-Distribution weiterzugeben. Die Lizenz darf keine Lizenzgebühr verlangen.

“Annoncier-Säulen” auch für Nachrichten

Die Idee, Plakatsäulen aufzustellen, entstand, um der damals um sich greifenden Wildplakatierung entgegenzuwirken. Litfaß schlug den Behörden vor, überall in der Stadt Säulen aufzustellen, an denen die Menschen ihre Plakate anhängen konnten. Nach jahrelangen Verhandlungen erteilte der Berliner Polizeipräsident Karl Ludwig von Hinkeldey Litfaß am 5. Dezember 1854 die erste Genehmigung für seine “Annoncier-Säulen”. Dies geschah allerdings unter der Auflage, auch die neuesten Nachrichten zu publizieren. Neuste Nachrichten bekommen wir heute aus dem Fernsehen, aus der Zeitung und ganz besonders aus den neuen Medien. Per Twitter, Newsticker und ähnlichem bekommen die Newshungrigen fast zeitgleich mit dem Geschehenen erste Informationen darüber, wenn er/sie denn firm in der Bedienung der neuen Medien ist oder gar Zugang zu diesen hat. Egal ist auch, an welchem Ort man sich dabei befindet. Begegnung findet im Internet statt.

Litfaßsäule “Helle Info”- Ein Informationsträger

In sozialen Brennpunkten wie z.B. dem “Kiez” Marzahn-Hellersdorf haben nicht alle Menschen den Zugang zu den modernen Medien, ja manchmal sogar nicht genug Geld um sich gute Zeitungen kaufen zu können. So bleiben diesen Bürgern oft Lokale Ankündigungen verborgen. Ende 2009 wurde im Kooperationsforum die Idee geboren, einen Informationsträger zu bauen und aufzustellen. Alle wollten mitmachen: Jugendamt, Eastend, Kid&Co. Erste Gespräche mit dem Tiefbauamt ergaben ein kompliziertes Verfahren, welches aber nicht unmöglich war. Diese Säule sollte kein Fremdkörper sein und so wurden die Ideen der Jugendlichen aus dem Quartier mit einbezogen.

Da diese Säule auf dem Alice Salomon Platz stehen sollte, vor der Alice Salomon Hochschule, wurde ein Künstler beauftragt die Ideen umzusetzen. Nach dem die Idee Unterstützung im Quartiersrat fand wurde der Berliner Metallkünstler Andreas Kriston nach Ideen von Hellersdorfer Jugendlichen zum Gestalten der Säule beauftragt.

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Informeller Treffpunkt

Mitte des Jahres stimmten die Gremien der Hochschule einer Kostenübernahme für die Materialien zu und so entstand auf dem Alice-Salomon-Platz im Hellersdorfer Zentrum “Helle Mitte” im Rahmen des Projekts “Helle Info” ein informeller Treffpunkt mit besonderem Charakter. Durch eine künstlerische Gestaltung dieses Info- und Kommunikationspunkts soll eine bürgernahe Öffentlichkeit gefördert und zugleich auch der Platz aufgewertet werden. Die Wege, die Interessen und die Geschichten der Passant-/innen sollen sich an diesem Ort kreuzen.

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Die Nutzung der “Helle Info”

Die rund drei Meter hohe Litfaßsäule speziell für nichtgewerbliche Informationen wurde am Dienstag, dem 26. Oktober 2010, um 16 Uhr, auf dem Alice-Salomon-Platz im Hellersdorfer Zentrum “Helle Mitte”, feierlich eingeweiht. Der neuen Kommunikations-und Informationsort soll den Austausch zwischen der Alice Salomon Hochschule und den Bewohner/innen des Bezirkes Marzahn-Hellersdorf fördern. Kultur- und Bildungseinrichtungen des Bezirkes sowie Vereine und Projekte mit sozialen, kulturellen und sportlichen Angeboten erhalten erstmalig Gelegenheit, einer interessierten Öffentlichkeit Informationen und Hinweise an einem zentralen Ort anzubieten.

Willkommen sind Aushänge öffentlicher und privater Natur. Kommerzielle und auch parteipolitische Werbung ist hier nicht erwünscht. Man wünscht sich gegenseitige Rücksichtnahme und Fairness beim Anbringen der Plakate und Informationen.

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Den Bürger/innen wird ein Anbringen mit Klebeband empfohlen. Terminlich überholte Informationen können von anderen Nutzer/innen entfernt oder ausgetauscht werden. Die Nutzer/innen sollten Ihre Aushänge regelmäßig auf Beschädigung oder Zerstörung durch Witterungseinflüsse überprüfen und gegeben falls auswechselt, damit der ästhetische Eindruck des Infopunkts erhalten bleibt.

Die Fotos unterliegen dem Copyright der Autorin und können bei http://www.tvype.com/de/profiles/medientante erworben werden.

Kommentare

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  1. Schade, dass das schöne und sinnvolle Objekt nicht ein kleines Regenvordach hat, unter dem man sich bei Regen aufhalten und die News lesen kann und das auch die
    Plakate schützt.