Zwei Musiker auf großer Fahrt: “Grüße aus São Paulito”

Weit gereist, das sind Mellow Mark und sein treuer Begleiter Pyro Merz allemal. Ob Aachen oder Afrika, Chiemsee oder China – im Doppelpack oder auf Solotour: Diese Herren haben schon einiges zu Gesicht bekommen. Ihr letzter Trip muss die beiden Musikusse jedoch nachhaltig beeindruckt haben. Denn derart ausführliche, wie amüsante

Mellow.jpgWeit gereist, das sind Mellow Mark und sein treuer Begleiter Pyro Merz allemal. Ob Aachen oder Afrika, Chiemsee oder China – im Doppelpack oder auf Solotour: Diese Herren haben schon einiges zu Gesicht bekommen. Ihr letzter Trip muss die beiden Musikusse jedoch nachhaltig beeindruckt haben. Denn derart ausführliche, wie amüsante “Grüße aus São Paulito” haben wohl die wenigsten Fans dieses rasanten Gespanns erwartet. Eingeladen zum ersten Subwaystation Festival vom 8. bis 12. November in der brasilianischen Megacity São Paulo, haben Mellow und Pyro die Huldigung an ihr “Berlincito” doch glatt vergessen. Als zu aufregend entpuppte sich das elf Millionen Menschen zählende Wirtschafts-, Finanz- und Kulturzentrum des Landes.

Universitäten, Hochschulen, Theater und Museen – Mellow und Pyro waren mittendrin. “3,5 Millionen benutzen hier täglich die U-Bahn…”, zeigt sich Pyro Merz in seiner Email an alle Daheimgebliebenen völlig begeistert von den fantastischen Dimensionen, die ihn und seinen musikalischen Kompagnion umgaben. Gemeinsam mit Bands aus New York, Moskau, Barcelona, Montreal, Namibia haben sie das ohnehin schon bunte Ambiente der multikulturellen Stadt nun noch ein bisschen farbenfroher gemacht.

Hier zwei Gigs, da zehn Shows…

sine.jpg“Hatten erst kein Gepäck, aber zur ersten Show war alles da!”, schmunzelt er im Nachhinein über die Startschwierigkeiten ohne die wohl kein Auftritt so richtig gut werden kann. Dann kam die Sache allerdings ins Rollen: Hier zwei Gigs, da zehn Shows in Clubs, Unis und sogar in U-Bahn-Stationen. Ein “heftiger Tagesplan mit 1000 Terminen”, den sie da unter wärmender südamerikanischer Sonne zu absolvieren hatten. Und so schreibt Pyro weiter: “Alles gut. Waren heute sogar schon im brazil Fernsehen.”

Während die professionelle, musikalische Seite ihren Lauf nahm, gestalteten sich typisch touristische Freizeitaktivitäten allerdings etwas schwieriger. “Fotos machen ist hier nicht so easy wie neulich bei der Chinatour, weil man sich nicht einfach hinstellt und knipst – sofern man die Knipse behalten will. Komische Stadt”, stellt der gebürtige Hamburger und nun Wahl-Berliner achselzuckend fest. Auch sonst war wenig so, wie es zunächst schien: “Waren heute noch kurz in Japantown (auch viele Chinesen da).” Andere Vorstellungen, die sich schon in der deutschen Heimat herausgebildet hatten, manifestierten sich allerdings bei einem Besuch vor Ort.
stadtz.jpg“Ansich wirkt São Paulo erstmal wie eine normale Großstadt in so `ner Südhausen Gegend. Aber überall liegen Obdachlose auf den Strassen und zwar echt deutlich mehr, als ich sonst gesehen hab. Wirklich viele in den erbärmlichsten Zuständen”, beschreibt Pyro die Schattenseiten einer sonst so blühenden Stadt, die sich jedoch auch hier immer wieder durchzusetzen vermag. Denn er stellt freudig fest: “Hier herrscht Aufbruchstimmung. Die alten Kolonialschleimer werden nicht mehr gebraucht und die Kiste kommt hier offensichtlich schwer ins rollen…”

Zwischen Rotlichtstraßen und Kinderdisco

Ein sagenhaftes Bild voller Gegensätze, das hat São Paulo in den Köpfen und Fotoapparaten der beiden Musiker auf großer Fahrt hinterlassen. Eine “Mad Max maäßige” Hochhausstadt, eben: “Und geht man gerade noch durch eine Einkaufsstrasse, zack, ist man auf einmal in einer eher bedrohlich wirkenden Rotlichtstrasse (auch am Tage), direkt neben einer großen katholischen Kirche und peng, wieder zurück in einem schnuggeligen Park, wo g`rad Kinderdisko ist. ;-)

Lange wird ihnen dieser Trip noch im Gedächtnis haften bleiben. Doch jetzt hat sie erst einmal das kleine Deutschland wieder. Bereits am 25. November sind sie auf dem legendären Tollwood-Festival in der bayerischen Landeshauptstadt zu Gast bevor es schon am 18. Dezember in den hohen Norden in Richtung Kiel geht – und zwar “Ratz, Fatz, Peng!“, wie sie stets zu sagen pflegen.

Wer bis dahin noch Zeit und Muße für einen visuellen Eindruck übrig hat, dem sei dieser Link empfohlen.

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