Die koreanische Machtdemonstration

Was steckt dahinter? Ein Irrer, der ausrastet oder die gesteuerte Manipulation einer zukünftigen Weltmacht? Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der koreanische Machthaber so langsam, aber sicher, durchdreht. Wie sonst sollte man den völlig unmotivierten Beschuss der südkoreanischen Insel Yeonpyeong werten, der vier Tote, zahlreiche Verletzte und zerstörte

Was steckt dahinter? Ein Irrer, der ausrastet oder die gesteuerte Manipulation einer zukünftigen Weltmacht?

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der koreanische Machthaber so langsam, aber sicher, durchdreht. Wie sonst sollte man den völlig unmotivierten Beschuss der südkoreanischen Insel Yeonpyeong werten, der vier Tote, zahlreiche Verletzte und zerstörte Gebäude gefordert hat? Jetzt droht die nordkoreanische Führung bei weiteren „verwegenen militärischen Provokationen“ seitens Südkoreas mit weiterer Vergeltung.

Ich sitze nicht nah genug dran, um bewerten zu können, ob Südkorea tatsächlich irgendwelche Provokationen ausgeübt hat, aber zumindest ist mir davon nichts bekannt. Wenn mal will, kann man natürlich auch schon das Husten eines südkoreanischen Grenzpostens als Provokation ansehen. Dass Südkorea aufgrund dieser Angriffe seine Militärpräsenz verstärkt, ist daher verständlich.

Bei solchen unsinnigen Aktionen besteht leider immer die Gefahr, dass sich die Sache aufschaukelt und nachher in nicht mehr zu kontrollierender Gewalt ausufert, auch ein Krieg beider Staaten wäre dann letztlich nicht unmöglich. Deshalb hoffe ich, dass beide Seiten Mäßigung walten lassen und sich einigen, dass mit diesem Schwachsinn bald Schluss ist.

Soweit ich die Lage in Korea beurteilen kann, heißt für mich der Provokateur eindeutig Nordkorea. Die Frage ist, was bezwecken die Kims damit? Dass sie im Endeffekt – wenn es wirklich zu einem Krieg zwischen beiden Staaten kommen sollte – den Kürzeren ziehen würden, müsste ihnen, falls sie nicht völlig den Verstand verloren haben, eigentlich klar sein.

Oder wird damit bezweckt, dass wieder Hilfsaktionen anderer Länder die Not der Hunger leidenden Bevölkerung lindert? Das könnte zum Beispiel dadurch erreicht werden, dass Nordkorea sich bereit erklärt, trotz aller angeblichen Provokationen Südkoreas keine Kriegshandlungen mehr auszuüben, wenn im Gegenzug Nahrungs- und Arzneimittel geliefert werden.

Oder steckt eine dritte Macht dahinter, die aus welchen Gründen auch immer daran interessiert ist, Unruhe in dieser Region zu stiften? Da käme dann nur China in Frage, der einzige Verbündete, den Nordkorea noch hat und sowohl wirtschaftlich als auch militärisch ein starker Gegenspieler zum Hauptverbündeten der Südkoreaner, den USA, ist.

Offiziell ruft China zum Ende der gegenseitigen Provokationen auf und tut so, als ob das Land an der Stabilität auf der koreanischen Halbinsel interessiert sei, aber wie es hinter den Kulissen wirklich aussieht, weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht, ob China mit dem Aufruf zur Beendigung der Provokationen eher den Norden Koreas (Angriff auf die südkoreanische Insel) oder auf den Süden (geplantes Seemanöver der USA und Südkoreas im Gelben Meer) ansprechen will oder beide meint. Aber wenn ein Land Einfluss auf Nordkorea hat, dann ist es China. Ich sehe sonst weit und breit keine Staatsführung, die Nordkorea zu einem Richtungswechsel bewegen könnte.

Und wenn sich der Vorgang doch etwas anders abgespielt hat, als uns von den Medien berichtet wird? Nach einer Meldung der Nachrichten-Agentur Reuters ist es auch möglich, dass es stimmt, was die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA dazu verlauten ließ. Danach gab es wiederholte Warnungen in Richtung Südkorea und erst, als von dort aus ab mittags Granaten abgefeuert wurden, hätte man mit militärischen Mitteln reagiert. Dass Südkorea Granaten abgefeuert hat, scheint außer Zweifel zu stehen, allerdings wohl nicht in Richtung Nordkorea. Aber ich bezweifle, ob es klug ist, ausgerechnet in einem höchst sensiblen Grenzgebiet ein Manöver abzuhalten, wohlwissend, dass in Nordkorea ein unzurechnungsfähiger Machthaber sitzt.

Ich hoffe, dass beide Seiten des Konflikts (eigentlich sind es mit den USA und China vier) so vernünftig sind, es nicht zu einer Eskalation kommen zu lassen, die dann irgendwann zwangsläufig unkontrollierbar wird.

Trotz der kritischen Lage glaube ich aber fest daran, dass es auch in Korea in nicht allzu ferner Zukunft eine Wiedervereinigung geben wird. Wenn hier die Verbündeten beider Staaten, also die USA und China, sich zu einem Schulterschluss bereit erklären, wird das klappen. Deutschland ist doch ein schönes Beispiel dafür, wie es gehen kann. Auch hier wäre eine Einheit ohne die Bündnispartner (hier: USA und die UdSSR) nicht möglich gewesen.

Eine Lösung des Korea-Konflikts halte ich auf jeden Fall für wahrscheinlicher als eine Lösung des Problems zwischen Israel und Palästina.

Kommentare

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  1. Mit der Wiedervereinigung klingt für mich ein bischen sehr naiv.
    Auch der Vergleich DDR und BRD hinkt.
    Die DDR wurde fremdregiert und wurde somit in die BRD intigriert.
    Es dürfte klar sein welches potential eine diskusion über die machtverteilung der beiden regierungen haben würde.
    keines