Heimlich
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Heimliches bleibt ungesagt,
Deutliches entflieht,
Vieles, weil nicht hinterfragt,
Keiner richtig sieht.
Alles wirkt wie hingeschmiert,
Dunkles wird zu hell,
Mit dem Golde man es ziert,
Langsames wird schnell.
Grausame Gedanken schwirr`n
Durch die Kammerstuben,
Birkenrauschen, Gräserflirr`n,
Nichts für schwache Buben.
Dummer Militärgesang,
Besser wär`s, er schwieg,
Ist erkenntlich schon am Klang,
Vater fällt im Krieg. -
Heimlich geht die Welt zugrunde,
Heimlich leidet Gurnemanz
An der Tiefe seiner Wunde
Und versteht die Welt nicht ganz.
Wahrer Held geht oftmals leise,
Wertvoll, dass man davon spricht,
Tapfer handelt er und weise
Und vergisst die Seinen nicht.
Tausend Jahre flieh` n vorbei,
Doch der Vogelschar
Ist das alles einerlei,
Sie verlässt das Jahr.
Und Gedanken bleiben leer,
Wie von selbst verstummt,
Wie ein großes stilles Meer,
Das im Innern summt.
Klaus Grunenberg
Kritik
Es erinnert an Krolows „Verlassene Küste“ und entlässt uns Leser etwas eigenartig berührt und gar nicht getröstet, sondern einwenig sprachlos.
Was ist los mit uns, was berührt uns noch?
Das versucht der Autor dieses lyrischen Gebäudes zu ergründen, wie es scheint. Dass er damit Zweifel weckt, Ängste schürt, wäre nicht verwunderlich.
Ed Moercke
Gehobene Stimmung kann man hier nicht spüren, eher das ewige Flüstern, den linden Wind, die Schneise, die durch den Wald geschlagen wird, den Vogelschwarm, der durchzieht („Zogen einst fünf wilde Schwäne…“), oder gar nächtliche Gedankenzüge durch die Vergangenheit -
Zum Ende hin bleiben leere, doch nicht leichte Gedanken. Vielleicht verstummt das Denken wirklich auf Kosten einer ewigen Ruhe, wie manche Denker meinen.
Mark Beil-Ritzi
Photo Quelle/Copyright: Jenzig71, via pixelio.de
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