Verstehen Sie das? Ich nicht.
Manchmal verstehe ich die Welt nicht mehr. So ist es auch wieder, nachdem ich im Videotext des WDR und danach im Internet gelesen habe, dass ein Mann, der als Diakon bei der Stiftung Wittekindshof arbeitet, den sexuellen Missbrauch eines etwa siebenjährigen Mädchens gestanden hat, vom Amtsgericht Bielefeld trotz des Geständnisses wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Darüber hinaus hat er 47 Fotos dieser Schandtat ins Internet und damit anderen Pädophilen zur Verfügung gestellt.
Als einzige Auflage wurde er verpflichtet, sich wöchentlich bei der Polizei zu melden. Nach Auskunft der zuständigen Staatsanwaltschaft sei eine Wiederholungsgefahr nicht erkennbar – eine meiner Meinung nach leichtfertige und gefährliche Einstellung. Dabei sieht es die Staatsanwaltschaft offensichtlich als Trost an, dass es bisher nur zu dieser einen Tat gekommen ist. Was der Mann tagsüber treibt, interessiert wohl niemanden.
Woher nehmen die Vertreter der Staatsanwaltschaft und des Amtsgerichts die Sicherheit, dass jetzt nicht erneut ein Kind Opfer dieses Mannes wird?
Verstehen Sie, dass dieser Täter wieder freigelassen wurde? Ich nicht!
Recherchequellen:
wdr.de
wz-newsline.de
Lieber Herr Magistrator,
Sie überreagieren allein auf das Reizwort Missbrauch.So einfach ist das alles nicht. Ohne Aktenkenntnis kann man nicht wissen, welcher Art der Missbrauch war. Nicht jede Straftat zieht Folgetaten nach sich, auch nicht der sexuelle Missbrauch. Es gibt gefährliche und sehr intensiv-schädliche Missbräuche und solche von mehr oberflächlicher Natur. Wenn keine Wiederholungsgefahr darzustellen ist und der Täter einen festen Wohnsitz hat, kann man ihn nicht festhalten.
Man kann den Übeltäter auch nicht deshalb festhalten, weil er Bilder des Opfers ins Netz gestellt hat. Er kriegt für sein Fehlverhalten seine Strafe und kann auch dann wieder frei herumlaufen.