Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen vernichtet Wertschoepfung

Im Oktober berichtete der kleine Sender tvMeissen Fernsehen unter der Überschrift “Polterabend in der Manufaktur?” Der Sender informierte darüber, dass Mitarbeiter der Manufaktur Unmengen von Porzellan herantrugen, um es dann zu vernichten. Die Aktion lief unter dem zynischen Namen “Werterhaltung”. Dieser “Polterabend” begann in den Nachtstunden des 14.10.2010 und endete

Im Oktober berichtete der kleine Sender tvMeissen Fernsehen unter der Überschrift “Polterabend in der Manufaktur?” Der Sender informierte darüber, dass Mitarbeiter der Manufaktur Unmengen von Porzellan herantrugen, um es dann zu vernichten. Die Aktion lief unter dem zynischen Namen “Werterhaltung”. Dieser “Polterabend” begann in den Nachtstunden des 14.10.2010 und endete am 15.10.2010.

Auf der Plattform des Senders ist noch heute ein Video zum Geschehen abrufbar. Den herbeigeeilten Polizisten wurde der Zugang zum Firmengelände verwehrt und man war auch nicht bereit den Polizisten das laute Treiben zu erklären.

Die Aktion “Werterhaltung” zur vorsätzlichen Porzellanvernichtung im großen Stil in der Manufaktur im sächsischen Meissen ist ein ungeheuerlicher Vorgang. Verantwortlich für den Vernichtungsterror ist die dortige Geschaeftsführung und der Aufsichtsrat. Heute steht der Aufsichtsrat und die Geschaeftsführung unter großen Druck und sichtbar ist, dass sich die Wut und Empörung der Meissner Bürgerinnen und Bürger noch nicht gelegt hat. Brisant ist, dass der ehemalige sächsische Ministerpräösident Kurt Biedenkopf, Chef des Aufsichtsrates nicht nur Verantwortung für diese “Aktion” trägt, sondern dass er sich öffentlich nicht äußert. Herr Biedenkopf muss sich die Frage gefallen lassen, ob diese Aktion ein Beleg für seine tatsächliche Wertschätzung einer sächsischen Traditionsmarke ist. Wenn die Gier, Dummheit, Unvermögen und Skrupellosigkeit außer Kontrolle gerät, dann geschieht das, was in Meissen geschehen ist. Und wenn die “Sächsische Zeitung” meint einen internationalen Experten mit der Aussage zitieren zu müssen, dass alle großen Marken gleiches tun, dann sieht man, dass offenbar Jornalisten dieser Zeitung unfähig sind, eigenständig zu denken. Gleiches gilt für die Zitate von Entscheidungsträgern der Manufaktur “dies war notwendig um den Wert des Porzellans insgesamt zu erhalten”.

Wer so handelt wie die dortige Geschaeftsführung und der Aufsichtsrat, der betreibt vorsätzlich den Niedergang einer Traditionsmarke und treibt so manches in Meissen in die Selbstabschaffung. Das Sächsische Handwerk und die Region kommt in Verruf. Längst ist es überfallig, dass die Verantwortlichen dort aus dem Verkehr gezogen werden. Sollte so schwer nicht sein, ist doch die Staatliche Porzellan-Manufaktur ein Staatsbetrieb. Das sollte man meinen – die Realität ist eine andere. Die Politik lässt keinen Handlungsbedarf erkennen. Inwieweit ist da wer wohl wie verquickt? Aus letzterem könnte sich ein weiterer Skandal entwickeln.

Die Reaktion der etablierten Medien fällt dabei in die Rubrik wegschauen.

Die Ansprüche an den Journalismus sind ja eigentlich eindeutig definiert – vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass der Journalismus das Recht und die Pflicht zur Information und Aufklärung zu realisieren hat. Aber soche Ansprüche scheint in so manchen Redaktionsstuben abhanden gekommen. Wer schweigt wird nicht glaubwürdiger – wer schweigt trägt eine Mitschuld. In der Nacht vom 14./15.10.2010 hatte die Vernichtungsorgie ihren Höhepunkt. Fünf Wochen schwiegen sächsische etablierte Medien. Besorgte Hinweise und Fragen der Bevölkerung – die Medien schwiegen fünf Wochen. Dümmliche und schwammige Artikelchen gab es beginnend nach den fünf Wochen. Im wesentlichen keine Leserbriefe – kein Abbild der öffentlichen Meinung, keine Bewertung dieser Ereignisse. Besonders groß scheint das “schwarze Loch” bei der “Sächsischen Zeitung” zu sein, denn hier scheinen besonders viele kritische Mails und Leserbriefe in selbiges zu fallen. Und wenn Bürger direkt Journalisten anschreiben, dann ist damit zu rechnen, dass diese Bürger beschimpft werden und dass unhaltbare Unterstellungen in persönlichen Antworten formuliert werden. Offensichtlich ist der Journalismus bei der “Sächsischen Zeitung” zum Gebrauchtwagenjournalismus mutiert.

Ein großes Lob dem Team von tvMeisen Fernsehen.

Es wurde informiert über die Geschehnisse und die Ereignisse werden bewertet. Der kleine Sender mit mutigen und motivierten Journalisten. Und die “großen” und offiziellen Medien? Sie sind längst zum Handlanger und Beifallklatscher der unfaehigen und unglaubwürdigen Politik mutiert.

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  1. 1. Meißen TV hat Pionierarbeit geleistet. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Der Fernsehsender konnte allerdings auch immer nur über ein Gerücht berichten. Erst mit der Bestätigung durch Kurt Biedenkopf in der Morgenpost am Sonntag wurde die Sache amtlich. Der Vorwurf Herrn Wildts, die “sächsischen Medien” hätten nicht berichtet, läuft somit ins Leere.

    2. Der Vorwurf, die SZ habe ein “schwarzes Loch”, ist schlechtweg falsch. Wenn Herr Wildt nur einmal SZ und Manufaktur gegoogelt hätte, wäre er auf etliche Artikel gestoßen, die in den letzten Wochen in der SZ erschienen. Die Sächsische Zeitung ist das einzige sächsische Medium, das über Wochen hinweg aktiv über das Thema berichtet hat. Heute übrigens sowohl auf dem Titelblatt als auch auf einer ganzen Seite im Mantelteil. Wer lesen kann – Herr Wildt – ist halt klar im Vorteil.

    3. Leserbriefe zur Manufaktur wurden in der SZ regelmäßig veröffentlicht. Auch hier hätte gründliches Lesen geholfen. Ende der Woche ist erneut eine ganze Seite mit Lesermeinungen geplant.

    4. Zum Thema des Umgangs miteinander gilt das alte Sprichwort: Wie’s in den Wald hineinruft, so schallt’s heraus. Wer sich nicht an einen normalen, unaufgeregten und sachlichen Umgangston hält, hat auch keinen Anspruch darauf, als seriöser Diskussionspartner ernst genommen zu werden.

    5. In Deutschland gibt’s ja bekanntlich etliche Millionen Fußballtrainer und offenbar auch Hobby-Journalisten, die ihr Handwerk am heimischen Computer immer viel besser beherrschen werden als ihre Kollegen in der Redaktionsstube vor Ort.