IWF und Trichet fordern Ausweitung des EU-Rettungsschirms sowie weitere Käufe von Staatsanleihen durch die EZB

Heute findet eine entscheidende Sitzung zur Lösung der Eurokrise statt. Die Finanzminister des Eurogebiets kommen in Brüssel zusammen, um bei ihrem regulären Treffen über die europäische Schuldenkrise zu beraten. Dabei wird es insbesondere um Irland, Griechenland, Portugal und Spanien gehen. Auf der einen Seite stehen die hilfsbedürftigen Länder unter Frankreichs

489040_R_K_B_by_Gerd-Altmann_pixelio.de.jpgHeute findet eine entscheidende Sitzung zur Lösung der Eurokrise statt. Die Finanzminister des Eurogebiets kommen in Brüssel zusammen, um bei ihrem regulären Treffen über die europäische Schuldenkrise zu beraten. Dabei wird es insbesondere um Irland, Griechenland, Portugal und Spanien gehen. Auf der einen Seite stehen die hilfsbedürftigen Länder unter Frankreichs Führung, die eine Ausweitung des EU-Rettungsschirms und der Käufe von Staatsanleihen durch die EZB fordern. Auf der andern Seite steht Deutschland und weitere Staaten, die als Geberländer dies verhindern wollen. Jetzt hat sich auch noch der Chef des IWF Strauss-Kahn in den Konflikt eingeschaltet. Er unterstützt die Haltung Frankreichs.

Eurozone vor dem Aus?

Die Bundesregierung weist einen britischen Zeitungsbericht zurück, demzufolge Kanzlerin Angela Merkel beim letzten EU-Gipfel indirekt mit dem Austritt Deutschlands aus der Währungsunion gedroht hat. Unter Berufung auf Regierungsvertreter aus anderen EU-Ländern berichtete “The Guardian”, Merkel habe dem griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou während einer hitzigen Diskussion auf dessen Vorhaltung, ihre Vorschläge für einen dauerhaften Euro-Schutzschirm seien undemokratisch, geantwortet, wenn der Euro sich zu einem solchen Verein entwickle, sollte Deutschland vielleicht austreten. “Nichts an dieser Geschichte ist wahr”, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Samstag zu Reuters.

Die Finanzminister der Eurozone kommen heute in Brüssel zusammen, um bei ihrem Treffen über die europäische Schuldenkrise zu beraten. Vor einer Woche hatte Irland die Zusage für ein Rettungspaket von 85 Milliarden Euro erhalten – nun sollen die Bedingungen der Nothilfe für die Insel genauer festgelegt werden. Der belgische Finanzminister Didier Reynders wies Spekulationen zurück, wonach das hochverschuldete Belgien auf Hilfe von außen angewiesen sein könnte. “Wir haben derzeit kein Problem in Belgien”, sagte Reynders laut belgischem Rundfunk.

Die Lage spitzt sich so erneut dramatisch zu. Knickt Merkel erneut ein oder nicht? Und falls die Bundesregierung sich weigert einer Ausweitung des EU-Rettungsschirms sowie weiterer Ankäufe von Staatsanleihen von Ländern mit Schuldenproblemen zuzustimmen, was dann?

Photo: Gerd Altmann, via pixelio.de

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