Es ist soweit: EZB benötigt Kapitalerhöhung

Die illegale Politik der EZB des massenhaften Aufkaufs von Staatsschuldpapiern zur Stabilisierung der Zinsen für die Euro-Krisenländer zeigt ihre Wirkungen. Die EZB muss offenbar hohe Abschreibungen für diese Junk-Bonds vornehmen. Das mindert das Eigenkapital. Jetzt benötigt man eine Kapitalspritze, um sich wieder durch Staatshilfe zu rekapitalisieren. Die Katze beißt sich

489527_R_by_Thorben-Wengert_pixelio.de.jpgDie illegale Politik der EZB des massenhaften Aufkaufs von Staatsschuldpapiern zur Stabilisierung der Zinsen für die Euro-Krisenländer zeigt ihre Wirkungen. Die EZB muss offenbar hohe Abschreibungen für diese Junk-Bonds vornehmen. Das mindert das Eigenkapital. Jetzt benötigt man eine Kapitalspritze, um sich wieder durch Staatshilfe zu rekapitalisieren. Die Katze beißt sich in den Schwanz. Eine exemplarische Antwort auf die Frage: Können Zentralbanken Pleite gehen? Yes, they can.

Buyer-of-last-resort?

“Bisher hat die EZB für gut 72 Mrd. Euro Staatsanleihen von Euro-Ländern erworben – allein vergangene Woche gut 2,7 Mrd. Euro. Das Grundkapital der EZB beträgt 5,8 Mrd. Euro, ihre Bilanz allerdings ist durch zahlreiche Hilfsmaßnahmen auf fast 140 Mrd. Euro angeschwollen. Insgesamt hatte die EZB zusammen mit den nationalen Notenbanken des Euro Ende November eine Bilanzsumme von 1,916 Bill. Euro. Darin sind die 72 Mrd. Euro für die Staatsanleihen der Krisenstaaten enthalten. Zudem wies das Euro-System Kapital und Rücklagen von 78,2 Mrd. Euro aus. Diese Summe soll nun aufgestockt werden. Der EZB-Rat darf von sich aus sein Kapital auf 10 Mrd. Euro erhöhen, ohne die Regierungen fragen zu müssen.”

Deutschland müsste – bei Verdoppelung des EZB-Grundkapitals – rund eine Mrd. Euro beisteuern. EZB und Bundesbank wollten sich zu dieser Frage derzeit nicht äußern. Dies ist sicherlich kein beängstigender Betrag, aber er weist in die Richtung, in die die Geldpolitik der EZB steuert. Ähnlich wie bei der Rettung der HRE gilt: Vermerk auf Wiedervorlage.

Da dies ja derzeit nur die befürchteten Kosten der zurückliegenden Politik sind, würde jede weitere Finanzmarktintervention neue Kosten erzeugen. Mithin kann man diese Politik der EZB jetzt sehr leicht stoppen. Man muss nur einer Kapitalerhöhung nicht zustimmen. Trichet-Politik wäre dann schnell am Ende. Nouriel Roubini und Daniel Gros haben Recht: Es ist crunch time. Es gibt nur noch Scheinlösungen und Zeitverzögerungen. Ohne einen Schuldenerlass geht bald nichts mehr.

In den USA hat die Fed ja bereits ganz andere astronomische Höhen beim Quantitative Easing 1.0 und jetzt 2.0 erreicht. Wenn die Eurozone fällt, fallen auch die anderen Schuldner wie Gläubiger-Staaten.

Photo: Torben Wengert, via pixelio.de

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