Die erste mediale Flut hat sie abgewartet. Doch wie in der Natur, so rollt die Welle auch hier noch einmal zurück, um dann erneut mächtig auszuholen. Christine Assange, die Mutter des derzeit in Großbritannien inhaftierten Wikileaks-Gründers Julian Assange, meldet sich nun beim australischen Fernsehsender 7News zu Wort.
“Er ist mein Sohn. Ich liebe ihn, und es ist klar, dass ich nicht will, dass er gejagt und eingesperrt wird”, erklärt sie den Fernsehzuschauern ihre momentane emotionale Situation. Die im Raum stehenden Vergewaltigungsvorwürfe hält sie für völlig aus der Luft gegriffen, die Haftbedingungen, denen ihr 39-jähriger Sohn derzeit ausgesetzt ist, für unterträglich. Schlimmer noch wiegt für sie jedoch ein anderer Umstand: Das Verhalten der australischen Premierministerin Julia Gillard, die sich in den Augen von Christine Assange an die Spitze derer setzt, die sich nicht für ihren Sohn einsetzen, kann sie in keinster Weise nachvollziehen.
Es ist ja auch ein bisschen beängstigend, wie hier eine Meldung die andere jagt und innerhalb des Journalismuswesens alles miteinander verquickt ist und voneinander abhängig ist.
Wikileads berichtet als Journalismusunternehmen. über Wikileads wird berichtet von Journalismusunternehmen. Diese berichten zugleich über sich selbst und den Journalismus. Sollten sachlich sein. Das fällt sehr schwer, weil es um die eigenen Identität (Freiheit des Journalismus, Rechtmäßigkeit von Veröffentlichungen a la Wikileads) geht, weil es darum geht, ob da wer im freien Journalismus schuldig wurde…
Und dabei bleiben die Informationen für Normalrezipienten, die nicht extra recherchieren, trotzdem auf der Strecke (Was genau wird Wikileads vorgeworfen? Wie ist das mit der Vergewaltigung zu verstehen, wenn man die konkreten Vorwürfe hört? usw.)
Es bleibt vieles für mich sehr bruchstückhaft und die Meldungen wirken, wie “gehetzt”, weil es den nJournalsiten immer, wenn nicht “um das eigene Leben “, wenigstens um die ureigenste Sache geht.
Das ist irgendwie auch beängstigend.