“Lederhosen, Kopftuch, Spätzle und Döner”, so fasst Michael Maier das zusammen, was in Deutschland seit vielen Jahren zusammengehört. Gemeinsam mit Ercan Karakoyun will er diese, auf den ersten Blick, so ungleich wie spannend wirkende Mixtur nun konkretisieren. Seit Donnerstag, den 16. Dezember bringen sie die Deutsch-Türkischen Nachrichten heraus. Ziel der neuen Publikation, die unter www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de zu lesen ist, ist die in ihren Augen dringend notwendige Schließung einer Informationslücke. Denn sie sind der überzeugung: “Viel wird über die Türken in Deutschland geredet, aber was wissen wir wirklich von ihnen?”
Ein erfahrenes Redaktionsteam soll ab sofort Abhilfe schaffen. Ihre Stoßrichtung: “Neutral, aber neugierig. Unabhängig, aber engagiert. Objektiv, aber offen für viele Positionen.” Die Zutaten für die erste Ausgabe sind vielversprechend: Zu Wort kommt unter anderem Günter Wallraff, der im Interview mit den Deutsch-Türkische Nachrichten seine Vision von einer zukünftigen Türkei skizziert. Daneben wird der Frage nachgegangen, warum Erdal Keser, Talentscout der türkischen Fußballnationalmannschaft, niemals Levin Öztunali, den Enkel von Uwe Seeler, fragen würde, ob er für die Türkei spielen würde. Und schließlich wird auch das große Medienthema “Wikileaks” in einen neuen Kontext gepackt. Denn die Enthüllungsplattform hat nicht nur Geheimdokumente der US-Regierung ins Netz gestellt, sondern auch so manch interessanten Umstand über Mastercard in Istanbul ausgegraben.
Das Ziel: Interkulturelle und mediale Integration
Das Portal nutzt moderne Aggregationsmöglichkeiten, um bereits vorhandene journalistische Inhalte aus türkischen Zeitungen und deutschen Publikationen, aber auch relevante Inhalte aus Magazinen sowie sozialen Medien wie Blogs, Google News, YouTube, Twitter, Newsfeeds, Facebook Groups, Forums, etc. auf das Wesentliche zu verdichten und für die Leser in ansprechender und vor allem intelligenter Form neu aufzubereiten.
Das Konzept der Deutsch Türkischen Nachrichten sieht die intensive Einbindung von Facebook vor. Alle eigenen Artikel sollen darüber verbreitet werden. Das Ergebnis ist ein ebenso tagesaktuelles wie vielfältiges Angebot an Informationen für Türken und Nicht-Türken, das sich über die klassischen Kanäle hinaus verbreitet und so den Weg von medialer Segregation hin zu interkultureller und medialer Integration ebnet.
Gleichstellung muss sein!
Wenn man sich über die Lederhose lustig macht, dann muss es auch für den … gelten.
Ich finde die Initiative gut. Wenn aber das “Türkische” in roten Buchstaben hervorgehoben werden muss, dann liegt wohl die Gleichstellung noch in weiter Ferne…