Weihnachten

Es ist Adventszeit und wie jedes Jahr werden wir im Fernsehen wieder mit Spendengalas belästigt. Angesichts der Spendenfreudigkeit der Deutschen müsste man glauben, dass ab morgen die Welt wieder besser ist.Was wurde nicht schon alles gespendet? Milliarden. Milliarden für arme Menschen in fernen Ländern. Wo geht das Geld hin? Hat

492895_R_by_Renate-Franke_pixelio.de.jpgEs ist Adventszeit und wie jedes Jahr werden wir im Fernsehen wieder mit Spendengalas belästigt. Angesichts der Spendenfreudigkeit der Deutschen müsste man glauben, dass ab morgen die Welt wieder besser ist.Was wurde nicht schon alles gespendet? Milliarden. Milliarden für arme Menschen in fernen Ländern. Wo geht das Geld hin? Hat sich jemals die Lage in den mit Spendenmilliarden überschütteten Ländern geändert? Niemand weiß, wohin die Milliarden wirklich fließen. Aber es ist ja auch egal. Hauptsache der deutsche Michel hat sein schlechtes Gewissen an Weihnachten beruhigt.

Für mich sind all diese Spendengalas unerträglich. Wenn man sich einmal ausrechnet was in all den Jahren da an Geldern zusammengekommen ist und wie viele Krankenhäuser, Schulen und was weiß ich nicht alles davon angeblich schon gebaut wurden, könnte man glatt meinen, die Welt sei ein einziges Sanatorium und Bildungsanstalt. Seltsamerweise gibt es immer noch Hunger, Krankheit und Analphabetentum auf der Welt.

Es ist natürlich sehr löblich, wenn Menschen auch an jene denken, denen es nicht so gut geht.

Aber angesichts der Tatsache, dass sich nicht viel ändert, frage ich mich, wohin die Spendenmilliarden wirklich gehen.

Und während die Deutschen wieder während all diesen Galas mit Geld nur so um sich werfen, streicht die Bundesregierung den Hartz-IV-Empfängern das Geld. Zahlt keine Rentenbeiträge mehr, streicht die Heizkosten, treibt Menschen in prekäre Arbeitsverhältnisse und drängt immer mehr an den Rand der Gesellschaft.

Für all diese Menschen gibt es keine Spendengala im Fernsehen. Es denkt niemand daran wie ein Hartz-IV-Betroffener von 4,35 Euro das Weihnachtsfest verbringen soll. Diese Menschen leben mitten unter uns. Man kann sie jeden Tag sehen. Doch für sie gibt sich nicht ein TV-Sender her und veranstaltet einmal nur für sie eine Gala. Lieber rufen die Sender zu Spenden für Menschen auf, welche wir noch nie gesehen haben und die zig Tausende Kilometer entfernt leben. Ist ja auch besser so, denn würde man für die Armen in UNSEREM Land sammeln, gäbe man ja zu, dass man selber genug Probleme hat und das darf die Welt über das ja “so reiche” Deutschland nicht erfahren.

Einer, der es ganz anders angeht, ist Frank Zander und auch in diesem Jahr veranstaltet er wieder sein Weihnachtsessen für und vor allem MIT den Obdachlosen Berlins. Viele reden nur aber er tut auch was und natürlich hilft es den Armen wenn man ihnen ein paar Euros mehr gibt und auch ein Essen, das reichlich ist. Gerade an Weihnachten. Man sollte sich nicht immer nur gegenüber irgendwelchen Dritte-Welt-Ländern großzügig zeigen, sondern auch den eigenen Landsleuten gegenüber und in erster Linie IHNEN ein menschenwürdiges Weihnachtsfest ermöglichen. Zu Zanders Weihnachtsessen kommen schon lange nicht mehr nur Obdachlose. Seit Einführung des Arbeitslosengeldes II sind auch immer mehr Hartz-IV-Betroffene zu Gast. Diese Geste Zanders zeigt, dass man auch an diese Menschen denken sollte und vor allem ist es die Ehrlichkeit mit der Frank Zander diesen Menschen ein wenig fröhliche Weihnachtsstimmung im Verbund mit anderen Menschen vermittelt.

Alles begann 1995 mit 300 Gästen. Heute kommen zu Frank Zanders Gänsebratenessen fast 3000.

Eine Tatsache, welche uns zu denken geben müsste. Auch wenn eine derartige Veranstaltung an den Problemen dieser vielen Menschen nichts ändert, so macht sie dennoch aufmerksam und wir alle stehen in der dringendsten Pflicht an diesen Zuständen etwas zu ändern. Denn wenn die momentane Entwicklung so weitergeht, dann werden ausländische TV-Sender irgendwann eine Spendengala für Deutschland veranstalten!

Photo: Renate Franke, via pixelio.de

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