Fortschritt des Rückschritts

Oder: Was ist schon ein realdemokratisches Zäpfchen ohne antidemokratisches “Arschloch”? Der Bürger wähnt sich, ein Demokrat zu sein oder zumindest als Antidemokrat in einem vermeintlich demokratischen Staat seine körperliche und geistige Existenz zu fristen. Das ist der Bürger Deutschlands, eines Landes, das eigentlich längst der europäisch-demokratischen Föderation angehört, in welcher

Fotograf2.jpgOder: Was ist schon ein realdemokratisches Zäpfchen ohne antidemokratisches “Arschloch”?

Der Bürger wähnt sich, ein Demokrat zu sein oder zumindest als Antidemokrat in einem vermeintlich demokratischen Staat seine körperliche und geistige Existenz zu fristen. Das ist der Bürger Deutschlands, eines Landes, das eigentlich längst der europäisch-demokratischen Föderation angehört, in welcher jedermann allerdings  gerade so lebt, als gäbe es neben ihm, seiner Wohnstätte, seinem Stammtisch und vielleicht noch seinem direkten Nachbarn eigentlich gar nichts mehr. Verschlafen wir Deutschen und unsere politisch Beauftragten die antidemokratische Bedrohung, während Berlin missverstandene Demokratie praktiziert?

Yes we gähn!

Das Jahr 2008 verstrich gar denkwürdig in vielerlei Hinsicht und schlug dabei selbst den oberflächlichsten Demokraten vom Hocker. Realdemokraten der Antisesselpupser-Liga planen bereits jetzt die Flucht aus Deutschland oder bestenfalls die Gründung einer neuen realdemokratischen Partei. Denn die Zeichen, dass der Demokrat über die “Diktakratie” zum Antidemokraten erkrankt, stehen besser denn jeh.

Aus diesem Grund

- wird der Italiener von deutscher Seite aus auch immer noch als “Ausländer” und “Spaghettifresser” tituliert, obgleich er durch die Europäische Union längst ein Inländer geworden ist und selbst seine Mafiakriege längst nicht mehr nur im eigenen Ursprungsland stattfinden lässt

- bezeichnet der germanische Stamm der Briten den germanischen Stamm der Deutschen gern auch als “Kraut” und vielleicht sogar als “crowded”, weil er dessen Speisekarte noch nicht wirklich kennen gelernt hat, obgleich es in einem “vereinigten” Europa geradezu ein Leichtes gewesen wäre, sich auch ohne den deutschen Weihnachtsmarkt auf englischen Straßen, der von “Brattwörst, Gluuhwein änd Bier” dominiert wird, ein passenderes Bild zu machen, ohne die deutschen Geschäftsleute unbedingt mit “Heil” begrüßen zu müssen

- sieht der Schwede seine Umsatzgewinne in Bekleidungs- und  Möbelgeschäften nur durch ein konsequent antidemokratisches Vorgehen bei deutschem Personal gesichert, weil er sich noch nicht vostellen kann, dass sich Deutschland seit 1945 demokratisiert haben soll. Dies ist natürlich auch schwer, wenn die Schlagzeilen im deutschen und europäischen Inland sowie im außereuropäischen Ausland immer wieder von antidemokratischen Kräften der rechten und der linken deutschen Szene berichten, die weder vor stasihafter Spionage, Denunziationen, freiheitseinschränkenden Neuschöpfungen des Innenministeriums noch vor Mord zurückschrecken. Hier gibt es unmissverständliche Parallelen zum Dritten Reich und der pseudokommunistischen DDR, deren Traditionen dadurch durchaus herübergerettet wurden und anderen eine Vielfalt antidemokratischer Gestaltungsmöglichkeiten vorführen

- sieht sich Österreich fälschlicherweise in der Pflicht und Tradition, deutschsprachige Gefilde auf den rechten Weg zu führen, erkennt gar Vergangenheitsbewältigung in der Fortführung konservativer “Werte” und seinem “historischen Führungsanspruch”

- zeigt Holland die Reïnkarnation nationalistischer Hassprediger, wie etwa bei Geert Wilders…

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Foto ©: Dietmar Meinert via pixelio.de

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