Begleiter Museum am Dom in Würzburg spürt bis 13. Februar 2011 den Darstellungen von Engel in der Kunst nach
Die Kunst der Sumerer und Babylonier zeigten sie als geflügelte Wesen, das frühe Christentum hat sich davon jedoch bewusst distanziert und Engel als flügellose Männer dargestellt. Hergeleitet von dem griechischen Wort “angelos” sind Engel als Boten zu verstehen, die zwischen den Menschen und Gott vermitteln.
Der reichen bildhaften Tradition dieser “Zwischenwesen” spürt die Ausstellung “Engel – Himmlische Boten und Begleiter” im Würzburger Museum am Dom noch bis zum 13. Februar 2011 anhand unterschiedlicher Engelsdarstellungen nach. Von sieben Erzengeln berichtet die Bibel, wenngleich in der Kunst und der volksfrömmigen überlieferung mit Gabriel, Michael und Raphael nur drei von ihnen in Erscheinung treten. Michael wird vor allem im Mittelalter mit der Waage dargestellt, mit deren Hilfe er die guten und die schlechten Taten des Menschen am jüngsten Gericht gegeneinander abwägt. Als Besieger des Satans galt er im Zeitalter des Barock als Kämpfer gegen die Irrlehren. Die Leihgabe eines Engelssturzes des Würzburger Hofmalers Clemens Anton Lünenschloß aus der Michaelskapelle in Ochsenfurt symbolisiert diese Deutung in der Ausstellung.
Eine friedlichere Atmosphäre hingegen verbreiten die Darstellungen des Erzengels Raphael, der den jungen Tobias an seiner Hand führt. Sie waren Vorlage für Bilder und Skulpturen des Schutzengels, die vor allem im 19. Jahrhundert massenhaft verbreitet wurden. Mit Rückbesinnung der Renaissance auf die Kunst der Antike entwickelten sich aus den Amorfiguren die Putten, die im Barock dann zusammen mit den geflügelten Engelsköpfchen in Heerscharen die Kirchenräume und Altäre bevölkerten. Beeinflusst von der Kunst der italienischen Renaissance schlug das 19. Jahrhundert ernstere Töne an, das 20. Jahrhundert brachte eine weitgehende Loslösung und schlug schließlich eigene Wege der Bildgestaltung ein.
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