Gibt es zu viele Menschen?

Wer sieht, wie Millionen von Menschen in den Elendsvierteln zusammengepfercht sind, ist versucht, diese Frage mit Ja zu beantworten. In der Menschheitsentwicklung hat sich diese Frage vorher nie gestellt. Zu Beginn des christlichen Zeitalters waren es wenige hundert Millionen Menschen, um 1800 wurde die Milliardengrenze überschritten. Erst in der zweiten

Marianne1_046.jpgWer sieht, wie Millionen von Menschen in den Elendsvierteln zusammengepfercht sind, ist versucht, diese Frage mit Ja zu beantworten. In der Menschheitsentwicklung hat sich diese Frage vorher nie gestellt. Zu Beginn des christlichen Zeitalters waren es wenige hundert Millionen Menschen, um 1800 wurde die Milliardengrenze überschritten. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist die Zahl der Menschen auf diesem Planeten regelrecht explodiert.

Zurzeit leben etwa sieben Milliarden Menschen auf der Erde. Bis Mitte des Jahrhunderts soll die neun Milliardenmarke geknackt werden. Das rasche Bevölkerungswachstum ist ein Beleg dafür, dass die Menschheit nicht in der Lage war, auf die Umwälzung mit geeigneten Maßnahmen zu reagieren. Die grundlegende Änderung der globalen Verhältnisse hätte die Definition gemeinsamer Ziele erfordert. Was nicht geschehen ist, und auch jetzt noch scheint die Umsetzung gemeinsamer Ziele, dank dem Egoismus der Staaten in weiter Ferne zu stehen. Nach dem Vorbild der Menschenrechte hätte eine möglichst gerechte Verteilung der Ressourcen stattfinden müssen.

Für die mächtigen Staaten hätte das bedeutet, ihren Verbrauch zu reduzieren. Undenkbar für den Egoismus der Wirtschaftssysteme. Die ungezügelte Dynamik der Weltwirtschaft hat genau die entgegengesetzte Wirkung zu dem genommen, was man als gerecht, hätte ansehen können. Die Ungleichheit zwischen Arm und Reich vergrößert sich immer mehr, und die reichsten Nationen beteiligen sich massiv an der Zerstörung unserer Heimat, der Erde. Unser Verhalten hat tatsächlich dazu geführt, dass es zu viele Menschen gibt. Doch dieses Zuviel sollte man nicht in den Elendsvierteln suchen, sondern in den schicken Wohngegenden und teuren Vorstädten.

Photo: Marianne J., via pixelio.de

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