Das Datenloch in der Arktis, oder wie die NASA die Temperaturen konstruiert

Seit 1850 bzw. 1880 bis heute wird mehr oder weniger weltumspannend die Lufttemperatur vom Boden aus mit Thermometern gemessen. Einen Datensatz der Globaltemperatur erstellt dabei das englische Met Office und einen weiteren die NASA (USA). Der globale Mittelwert wird dabei aus den weltweiten Messungen – zu Land und zur See

Seit 1850 bzw. 1880 bis heute wird mehr oder weniger weltumspannend die Lufttemperatur vom Boden aus mit Thermometern gemessen. Einen Datensatz der Globaltemperatur erstellt dabei das englische Met Office und einen weiteren die NASA (USA). Der globale Mittelwert wird dabei aus den weltweiten Messungen – zu Land und zur See – errechnet. Seit 1978 gibt es auch Messungen vom Orbit aus. Über Satelliten, welche mit Spektrometern ausgestattet sind, wird dabei die Temperatur der unteren Atmosphäre zwischen 82,5°N bis 70°S bestimmt (UAH-, bzw. RSS-Datensatz).

Diese vier Institute veröffentlichen jeweils monatlich ihre eigene, globale Temperaturanomalie zu einem langjährigen Referenzmittelwert. Die Referenzmittelwerte sind dabei unterschiedlich gewählt. Referenzmittelwerte: NASA (1951-1980), Met Office (1961-1990), UAH und RSS (1978-1999).

Klimaforscher greifen gerne auf den Temperaturdatensatz der NASA von James Hansen zurück. Das hat zwei Gründe. Zum Einen zeigen die NASA-Daten die größte Temperaturanomalie, zum Anderen ist im Datensatz der NASA das Jahr 2010 das wärmste Jahr der Aufzeichnungsgeschichte. In den anderen drei Datensätzen der Globaltemperatur ist nach wie vor das El Niño-Jahr 1998 das wärmste der Aufzeichnungsgeschichte. Das Jahr 2010 folgt erst an zweiter Stelle. Weiter ist anzumerken, dass für den NASA-Datensatz speziell der Referenzmittelwert der Jahre 1951-1980 gewählt wurde. Dieses war mit Abstand die kälteste Periode der vergangenen Jahrzehnte. Aus diesem Grund fällt die Temperaturanomalie der NASA besonders groß aus.

Wenn man darauf aus ist, die globale Erwärmung aufzuzeigen, bietet sich also der Datensatz der NASA an.

Klimawissenschaftler führen aber einen anderen Grund für diese Wahl auf. Ihrer Meinung nach weist der NASA-Datensatz eine bessere Datenabdeckung in der Arktis (/Antarktis) auf, als die anderen drei Datensätze der Globaltemperatur. Das Problem: Die NASA-Daten interpolieren (im Gegensatz zu den anderen Datensätzen) aus den wenigen Messpunkten der Arktis (/Antarktis) die Temperatur der ganzen Region. Das sieht dann folgendermaßen aus:

Folgende Fragen tun sich beim Verfahren der NASA auf:

Direkt am Nordpol gibt es gar keine Messstationen. Die nächsten Stationen liegen in etwa 1.000 km vom Nordpol entfernt. An den wenigsten wurde im Zeitraum 1951-heute (beginnend mit dem Referenzjahr 1951 bis heute) gemessen. Wie kann man also dort Temperaturanomalien angeben (berechnen)? Wie kommt man darauf, dass diese interpolierten Anomalien (im Arktisloch) genauer sind?

Die NASA gibt die Temperaturanomalien zum Referenzmittelwert der Jahre 1951-80 an. In der Antarktis z.B. wird aber erst seit Mitte bzw. Ende der 1950er Jahre gemessen. Wie können dort also Temperaturanomalien zu einem Referenzmittelwert angegeben (berechnet) werden, der 1951 beginnt, in einer Zeit in der in der Antarktis noch gar nicht gemessen wurde?

Vielleicht kennt einer der Leser die Antwort?

Kommentare

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  1. @ Michael Krüger

    Jetzt werden Sie aber lustig Herr Krüger. Ihre Bemühungen der Verdrehung von Tatsachen werden immer absurder:

    1.) Alle Messinstitute benennen 2010 als das wärmste oder zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Sie reden also über des Kaisers Bart! Auch Satelliten, die die Arktis flächig erfassen, kommen zu ähnlichen Ergebnissen wie die NASA (GISS). Komisch gelle?! Da kann die Interpolation also so falsch gar nicht sein!

    2.) Es waren doch immer die Klimaskeptiker, die die Satellitendaten als äusserst ungenau bezeichnet haben. Satelliten können Temperaturen gar nicht genau messen, die von Ihnen angeführten RSS-Daten werden gar nicht in der Atmosphäre erfasst! Jetzt auf einmal verwenden Sie diese immer als ungenau kritisierten Daten als Widerlegung genauerer Bodenmessungen, nur weil die Satelliten Ihnen genehmere Ergebnisse liefern. Unglaublich!

    3.)

    Sie behaupten:

    In den anderen drei Datensätzen der Globaltemperatur ist nach wie vor das El Niño-Jahr 1998 das wärmste der Aufzeichnungsgeschichte. Das Jahr 2010 folgt erst an zweiter Stelle.

    Neben der NASA benennt auch die NOAA 2010 als das global wärmste Jahr.

    Und was die Hadley-Daten anbetrifft, so gibt es auch eine Relativierung. Das Hadley-Center gibt an, neben den Schwierigkeiten mit der Gewichtung der Arktis-Temperaturen gäbe es derzeit weitere Probleme durch eine veränderte Methode der Messung der Meerestemperaturen.

    New Scientist zitiert den Hadley-Forscher John Kennedy gar mit der Aussage, nach der Beseitigung dieses Problems könnte 2010 auch in den Hadley-Daten das wärmste Jahr werden.

    Also: Drei Institute, die Bodenmessungen auswerten, sehen 2010 als das global wärmste Jahr. ” Zwei Datenreihen von Satelliten, die gar nicht direkt messen können, sehen 2010 als das zweitwärmste Jahr nach dem El Nino-Ausnahmejahr 1998! Die Aussagen aller Datenreihen kommen folglich zu annähernd dem selben Ergebnis. Wo also ist Ihr Problem, Herr Krüger?

    4.) Interpolation ist ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren. Es ist genauer zu interpolieren, als für die fehlenden Messregionen einfach anzunehmen, dass dort die Temperatur stagniert! Die Interpolationen werden stichprobenartig überprüft und im übrigen durch die Satelliten bestätigt.

    Stellen Sie sich vor, Herr Krüger, der Rhein hat Hochwasser. Dieses wird in Düsseldorf und Koblenz gleichermaßen gemessen. Nun kommen Sie, Herr Krüger und sagen: Ja gut, in Koblenz und Düsseldorf ist Hochwasser, da wir aber in Köln, Bonn und Neuwied nicht messen können, gehen wir einfach davon aus, dass das Wasser dort nicht angestiegen ist…… Ist es da nicht viel genauer, man zieht für die Städte Köln, Bonn und Neuwied einen Schätzwert ausgehend von den Messungen in Düsseldorf und Koblenz? Dies ist für alle logisch, nur für Herrn Krüger nicht. Der behauptet dann noch, in der Mehrzahl der Städte sei der Rhein gar nicht angestiegen, weil man dort gar nicht gemessen habe….. von Hochwasser könne folglich gar keine Rede sein… Wie gut dass wir heute Telefone und Intern haben… sonst wären die Städte mit Herrn Krüger als Gewässerwart aufgeschmissen…

    5.) Für Aussagen zur Temperaturentwicklung ist es völlig unerheblich, welchen Vergleichszeitraum man wählt. Auch die NASA wird nicht immer das Intervall 1951-1980 beibehalten. Sie bauschen hier ein Problem auf und tragen Unterstellungen vor, die wirklich an den Haaren herbeigezogen sind.

    Fazit: Sie können es einfach nicht ertragen, dass 2010 das global wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen ist und versuchen nun mit allen Tricks und Schlichen, hieran zu rütteln. Dabei machen Sie sich nur lächerlich, Herr Krüger!