Die Arbeit verschwindet

Politiker aller Coleur reden vom Aufschwung, Wirtschaftsboom und dass Bildung und immer wieder Bildung ein neues Wirtschaftswachstum mit unzähligen neuen Jobs hervorbringen soll. Doch in Wahrheit wird es künftig immer weniger Arbeit geben und das hat auch seinen Grund.Durch die industrielle Revolution und die ersten Mechanisierungen verloren viele Menschen ihre

Politiker aller Coleur reden vom Aufschwung, Wirtschaftsboom und dass Bildung und immer wieder Bildung ein neues Wirtschaftswachstum mit unzähligen neuen Jobs hervorbringen soll. Doch in Wahrheit wird es künftig immer weniger Arbeit geben und das hat auch seinen Grund.Durch die industrielle Revolution und die ersten Mechanisierungen verloren viele Menschen ihre Arbeit. Vieles was Menschen mit ihren Händen schufen, übernahmen Maschinen. Schneller und effizienter.

In der Antike hielten sich die Menschen Sklaven für die Arbeit und obwohl dies in unseren Augen vielleicht unmenschlich erscheinen mag, so hatte das durchaus seine Berechtigung. Denn damals gab es keine hochentwickelten Maschinen, die per Knopfdruck zehn Arbeiten auf einmal verrichten konnten. Doch mit dem Zeitalter der Industrialisierung erkannte man, dass es billiger ist eine Maschine zu ölen oder einen Ofen mit Kohle zu füttern als den Mund eines Sklaven oder Leibeigenen.

Im Zeitalter der Computer- und Informationstechnik macht sich der Mensch mehr und mehr selbst überflüssig. Selbst die billigste Arbeitskraft eines Menschen ist immer noch teurer als die modernste Maschine.

Zwar wird immer behauptet, dass technologischer Fortschritt auch neue Arbeitsplätze schafft, jedoch stimmt diese Aussage nur zu einem Teil. Wenn eine Technik zehn Arbeitsplätze überflüssig macht, muss logischerweise ein neuer Arbeitsplatz entstehen. Das ist zwar richtig aber es werden niemals wieder zehn neue entstehen. Es wäre ja völliger Unsinn. Man entwickelt eine Maschine, die zehn Arbeiter ersetzt und sie soll sie deswegen ersetzen, da eine Maschine nie Urlaub braucht, keinen Lohn, keine Sozialabgaben usw. Natürlich benötigt man wiederum eine neue Arbeitskraft, welche diese Maschine bedienen und warten kann, aber die Betonung liegt hier auf EINE neue Arbeitskraft.

In einer Bäckerei werden Brote noch von Hand gewirkt. Das heißt, den Teig knetet eine Maschine, der Kessel wird an den Arbeitsstisch gebracht und ein Arbeiter wiegt aus diesem Kessel Brote heraus. Er zwackt immer ein Stück ab, legt es auf die Waage und dann rüber zu einem weiteren Arbeiter, der diese Teigstücke zustößt, zu Laiben formt und diese auf Bleche, in Formen oder wie auch immer, für den Backprozess legt. Man benötigt also zwei Arbeiter. Nun das gleiche Spiel mit einer Brotwirkmaschine. Der Teig ist fertig geknetet, kommt über eine Hebevorrichtung in den Trichter der Brotwirkmaschine. In dieser Maschine sorgen Schnecken für das richtige Wirken des Teiges. Der Teig wird strangweise durch eine runde Öffnung auf eine Waage gepresst, stimmt das Gewicht fällt der Teigling zwischen zwei entgegengesetzt laufende Bänder, wird langgerollt und vorn an der Maschine muss der Arbeiter nur noch den Laib nehmen und ihn ablegen. Der eine Arbeiter, der vorher alles von Hand erstmal aus dem Teigkessel wiegen musste, wurde überflüssig. In großen Bäckereien sieht das mittlerweile ganz anders aus und jedem, der im Fernsehen schon einmal einen Bericht über eine moderne Bäckerei gesehen hat, wird aufgefallen sein, dass man nur sehr wenige Arbeiter sieht, die dort arbeiten.

Wo man früher noch viele Arbeiter benötigte, kann man heute mit modernen Maschinen und Technik viel mehr und schneller produzieren als mit beispielsweise 100 Menschen.

Von 1982 bis 2002 stieg die amerikanische Stahlproduktion von 75 auf 102 Millionen Tonnen. Im selben Zeitraum nahm die Zahl der Stahlarbeiter von 289.000 auf 74.000 ab. In den 20 größten Volkswirtschaften der Erde sind zwischen 1995 und 2002 mehr als 30 Millionen Arbeitsplätze abgebaut worden. Die Produktivität steigt, aber die Arbeitsplätze nehmen ab.

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  1. Und die Quintessenz daraus? Meiner Meinung nach muss die fraglos ansteigende Produktivität – und ein Teil des dabei entstehenden Gewinns auch unserer Gesellschaft zugute kommen. Beispielsweise, etwa um unsere Sozialsysteme stabil zu halten. Setzte sich regierende Politik dafür (womöglich müsste zusätzlich noch der
    Rentenbeitrag etwas erhöht werden) ein, wäre eine Rente mit 67 unnötig, die ja facto praktisch nichts anderes als eine Rentenkürzung ist. Leider ist unsere Gesellschaft derzeit noch so “gestrickt”, dass technischer Fortschritt und eine steigende Produktivität nicht in dem Maße der Gesamtgesellschaft zugute kommt, wie das nötig und auch möglich wäre.