Thilo Sarrazin (SPD) hat im Rahmen der BBC-Reihe “World Have Your Say” seine umstrittenen Thesen erklärt. In der gut einstündigen Diskussionsrunde, die in Berlin stattfand, saßen ihm zahlreiche Migranten gegenüber. Am Ende konnten sie einen “überzeugenden Sieg” landen. In den Deutsch Türkischen Nachrichten findet sich eine Analyse der Sendung.
Sarrazins Ablehnung richte sich demnach vor allem gegen Muslime. Seiner Meinung nach seien diese “überproportionale Versager”. Ganz anders die Juden, die sich “unverhältnismäßig erfolgreich” präsentieren würden. Die deutschen Migranten, so wird geschildert, entkräfteten seine Thesen souverän, unter anderem durch ihre jeweiligen Biografien. Der Autor gibt jedoch zu bedenken: Seine vorgebrachten Argumente zeugten zwar insgesamt von Unlogik, waren dabei aber mehr als nur völkische Beobachtungen. “Die Mischung aus rassistischen (‘genentisch bedingt’) Ansätzen und Ressentiments, die Sarrazin schürt, ist (…) tatsächlich gefährlich.” So habe Sarrazin unter anderem dazu aufgefordert, den Druck auf die Migranten zu erhöhen.
Auf der anderen Seite habe die Sendung aber auch Anlass zum Nachdenken gegeben. So würde Sarrazin auch die Russen diskriminieren. Empfehlungen in Richtung USA, Spanisch nicht als zweite Sprache zu akzeptieren, gab es obendrauf. Zusammenfassend heißt das: “Spanier und Russen sind in Deutschland zwar kein Thema, aber in Sarrazins Welt stehen sie auf dem Index.” Am Ende bleibt ein wirrer Gesamteindruck, von dem sich die “gegnerische Seite” vollständig abhob: “Die besten Einblick in die deutsche Wirklichkeit lieferten jedoch die Migranten, die sich an der Diskussion beteiligten. Analytisch, freundlich, engagiert und überlegen setzten sie dem versunkenen Ideologie-Kosmos von Sarrazin ein Deutschland-Bild entgegen, über das man sich freuen kann.”
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