Die Modezeitschrift BRIGITTE hat ihre jüngste Fotostrecke ausschließlich mit in Deutschland lebenden Migrantinnen besetzt. Das Magazin will so ein Statement gegen die schiefen “Bilder nach Thilo Sarrazins Kopftuchmädchen-Debatte” setzen. In den Deutsch Türkischen Nachrichten spricht “Brigitte”-Redakteur Jan Gritz über die aktuelle Ausgabe mit den ungewöhnlichen Fotos.
“Wir wollten nur die Mode zeigen”, stellt Gritz heraus. Seiner Meinung nach sei allein schon die Tatsache, dass man auf eine solche Idee gebracht werde, ziemlich “blöd”. Dennoch haben er und sein Team deutlich gezeigt, dass die “Studentin, Managerin, Bankerin, Lehrerin, Hausfrau, Redakteurin, Sachbearbeiterin, Ärztin, Beamtin, Polizistin mit türkischem, tunesischem, iranischem, schwedischen, polnischen, kenianischem, koreanischem oder sonstwieischem ‘Hintergrund’ der Normalfall ist. Jedenfalls so, wie wir das in unserer Redaktion erleben.” Suchen mussten die Journalistinnen und Journalisten ihre Motive nicht. Dank ihrer Aktion “Ohne Models”, innerhalb derer sie seit gut einem Jahr keine professionellen Modelle mehr ablichten, kann BRIGITTE auf eine Kartei von rund 30.000 Damen unterschiedlichster Herkunft zurückgreifen.
Dennoch, schon während der Aufnahmen wurde klar: Hier entsteht etwas ganz Besonderes. “Komisch, dass wir hinterher diskutierten, ob nicht wenigstens eine der Frauen in der Strecke dann auch ein Kopftuch hätte tragen sollen. Aber warum eigentlich? (…) Und das Kopftuch, wie es gläubige Muslimas tragen, ist nun mal kein Modetrend. Es ist mehr.” Am Ende der Produktion wurde trotzdem deutlich: Hier sind Mode und Politik zusammengekommen. Und so fasst Gritz zusammen: “(…) wir haben ein Modeheft an den Kiosken, das so noch keiner hatte. Danke Thilo Sarrazin, das muss man ja wohl mal sagen dürfen.”
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