Aufruf: Akademiker und Ingenieure in prekären oder fachfremden Beschäftigungen – wehrt Euch!

An alle Akademiker und Ingenieure aller Studienrichtungen und Spezialisierungen Wenn Sie: – zumindest ein Vordiplom oder einen Bachelor besitzen, – eventuell sogar ausstudierter Akademiker oder Ingenieur (gerne auch mit Doktortitel oder Habilitation) sind, – nicht adäquat beschäftigt waren oder sind, oder lediglich prekär beschäftigt waren oder sind, oder arbeitslos/arbeitssuchend waren

thestoffel_042.jpgAn alle Akademiker und Ingenieure aller Studienrichtungen und Spezialisierungen

Wenn Sie:

- zumindest ein Vordiplom oder einen Bachelor besitzen,
- eventuell sogar ausstudierter Akademiker oder Ingenieur (gerne auch mit Doktortitel oder Habilitation) sind,
- nicht adäquat beschäftigt waren oder sind,
oder lediglich prekär beschäftigt waren oder sind,
oder arbeitslos/arbeitssuchend waren oder sind,
oder bereits Hartz 4 Empfänger waren oder sind,

so sind Sie hier genau richtig. Denn mit diesem Aufruf ergibt sich für Sie eine neue Betätigungsmöglichkeit, die bei ausreichender Teilnahme möglichst vieler auch Ihre gegenwärtige Situation zum Besseren wenden könnte.

Aber sicher werden sich viele der hier Angesprochenen in einer kurzen Vorstellung meinerseits wiederfinden.

Damals, während meiner Schulzeit, wurde mir eingeimpft, dass es nicht darauf ankommt, was an eigenem Intellekt wirklich vorhanden ist, sondern dass es vor allem darauf ankommt, was von Seiten der betreffenden Person daraus gemacht wird. Aber kluge Sprüche wie “Ohne Fleiß kein Preis”, “Nicht aufgeben, sondern zäh bleiben und sich durchbeißen”, “Bildung zahlt sich auf jeden Fall aus”, “Akademiker und Ingenieure haben ohnehin viel größere Chancen und sind kaum arbeitslos” haben die hier Angesprochenen sicher auch schon im Übermaß zu hören bekommen.

Große Worte allenthalben, denen, sollen Sie sich bewahrheiten, nun aber auch Taten folgen müssen. Und da ich mich an diese Weisheiten und Versprechungen gehalten habe, ließ ich diesen Worten schließlich auch Taten folgen. Mit anderen Worten: Ich studierte.

Das Studium der Chemie war für mich zwar hart. Ich aber war härter und vor allem sehr interessiert. So ließ ich mich weder von diversen psychischen Problemen noch von der zunächst kaum zu bewältigenden Menge des Stoffes abschrecken. Auch ein Durchschnitt von lediglich 3 im Vordiplom hinderte mich nicht daran, nach diesem auch noch ein einjähriges Auslandsstudium in Calgary in Kanada sowie danach ein sechswöchiges Praktikum in Straßburg zu absolvieren. Selbst als ich nach einem guten Diplom in Chemie nicht gleich eine adäquate Arbeit oder Doktorandenstelle bekam, gab ich nicht auf. Ich hielt mich mit Nebenjobs über Wasser, absolvierte ein weiteres viermonatiges Praktikum und war dann in einem fachfremden Bereich als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Und nachdem ich so auch bewiesen habe, dass ich weder arbeitsscheu bin noch vor irgendwelchen Herausforderungen zurückschrecke, bekam ich schließlich die Gelegenheit, doch noch eine gute Doktorarbeit erfolgreich abzuschließen.

Soweit, so gut, ist dies vermutlich eine beachtliche Erfolgsstory, wenn auch mit so einigen Hindernissen.

Da aber vieles was nicht umbringt auch härter macht, da ich mir selbst in meiner Freizeit noch ein beachtliches Maß an Kompetenzen und Qualifikationen angeeignet habe (Segel- und Bootsführerscheine, Tauchscheine, außerdem bin ich erfahrener Sporttaucher, Fachübungsleiter für den Tauchsport und Tauchlehrer), da ich ungebunden und mobil bin sowie dazu bereit, weltweit zu reisen und zu arbeiten, müsste es, so dachte ich, doch eigentlich mit dem Teufel zugehen, wenn ich innerhalb eines Jahres nach erfolgreichem Abschluss meiner Promotion nicht irgendeinen adäquaten Job bekomme. Zumal ja beständig immer auch von einem steigenden Bedarf an Akademikern und Ingenieuren geredet wurde und wird. Und selbst wenn ich meine Promotion nur mit cum, nicht aber mit magna oder gar summa cum laude abgeschlossen habe, was soll’s. Mit einem Nobelpreis oder dem Vorstandsvorsitz in einem Großkonzern habe ich ohnehin nie gerechnet. Und auch ohne derartige Karrierestufen zu erreichen, müßten meine Chancen, etwas Adäquates zu finden, doch eigentlich sehr vielfältig sein.

Nun, es ging mit dem Teufel zu und das bereits seit Ende 2004.

Was von meiner Seite bereits getan worden ist, um endlich einen adäquaten Job zu bekommen, kann ein jeder gerne unter

http://www.diaa.de/diaa/erfahr/b3chem.htm

und

http://www.diaa.de/diaa/erfahr/b4fakrma.htm

nachlesen. Diese Artikel habe ich persönlich verfasst. Und da ich bereits auch einen Leserartikel in der Zeit Online verfasst habe, kann ein jeder auch ab Kommentar 21 zu diesem Artikel lesen, dass ich an meiner Situation offenbar selber schuld bin. Wenn man diversen Kommentatoren so ohne weiteres glauben darf und es sich bezüglich meiner Person tatsächlich um einen Einzelfall handelt.

Aber stimmt das wirklich? Bin ich tatsächlich nur ein Einzelfall?

Mit den Einzelfällen ist das nämlich so eine Sache. Schon bei diversen Links in diesem Leserartikel, in anderen von mir kommentierten Artikeln sowie den dazugehörigen Kommentaren und Links klingt durch, dass ich eben kein Einzelfall bin. Und selbst wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umhöre vernehme ich zunehmend Informationen über arbeitslose, fachfremd oder prekär beschäftigte Akademiker und Ingenieure. Informationen, die so ganz und gar nicht zur allgegenwärtigen Jubelberichterstattung passen.

Um mich weiter zu qualifizieren, habe ich unter anderem einen Lehrgang für interkulturelle Kompetenz für den frankophonen Raum sowie, erst vor kurzem, einen Lehrgang in Content- und Wissensmanagement mit Schwerpunkt auf E-Learning und Blended Learning inklusive einer eigenen Projektarbeit und mehrerer Praktika, eines davon sogar in Österreich, absolviert. Interessant ist, dass selbst nach einer solchen Weiterqualifikation (in der letzten saßen zum größten Teil Akademiker) die Leute, wenn überhaupt, dann nur stundenweise beschäftigt wurden. Und wenn im Nachfolgekurs dann von 15 Teilnehmern 14 einen akademischen Hintergrund haben, so kann der allseits beklagte Mangel an Akademikern und Ingenieuren eigentlich nicht ganz der Wahrheit entsprechen. Unter diaa.de sind zudem neben meinen Berichten noch Berichte mehrerer anderer zu lesen. Und erst vor kurzem hörte ich wieder von einer hochqualifizierten Person mit Diplomen in Physik und in Informatik sowie sogar mit Doktortitel, die ebenfalls keine dementsprechende Beschäftigung erhält.

Sicher ließen sich, was diese Dinge betrifft, noch viele weitere Beispiele nennen. Zumal die Situation, jedenfalls habe ich das von Gewerkschaftlern erfahren, intern und inoffiziell auch allgemein bekannt ist.

Was allerdings fehlt, sind die vielen weiteren Beispiele von arbeitslosen, fachfremd oder prekär beschäftigten Akademikern und Ingenieuren, die den Mut aufbringen, sich anonym oder besser noch mit richtigem Namen zu Wort zu melden und damit endlich Änderungen in der offiziellen Berichterstattung hin zu wahrheitsgemäßen Angaben sowie eine generelle Änderung der Situation vieler arbeitsloser, fachfremd oder prekär beschäftigter Akademiker und Ingenieure einzufordern.

Und genau das soll mit diesem Aufruf erreicht werden!

Sicher werden eine Menge Betroffener nun erst einmal Angst haben. Angst davor, dass sie sich Ihre Zukunft verbauen könnten, da ja auch potentielle Arbeitgeber googeln und Erkundigungen einziehen. Ich kann das gut verstehen, denn diese Angst hatte ich ebenfalls.

Was aber passiert tatsächlich, wenn sich ein Großteil der Betroffenen weder anonym noch offiziell beklagt oder organisiert? Die Antwort ist ganz einfach. Die meisten bekommen gar keinen adäquaten Job.

Und was passiert, wenn sich ein Großteil der Betroffenen endlich anonym oder besser noch offiziell beklagt sowie innerhalb einer Interessenvertretung organisiert? Die Antwort ist ebenfalls ganz einfach. Die meisten bekommen dann erst recht keinen adäquaten Job.

Was genau würde sich also ändern? Grammatikalisch würde sich durchaus einiges ändern. Denn das “gar” würde nun durch das “erst recht” ersetzt. Das “keinen adäquaten Job” würde aber auch grammatikalisch bleiben. Und auch ansonsten ändert sich nicht viel. Lediglich die lähmende Angst wäre dann erst einmal weg und Akademiker und Ingenieure könnten sich dann endlich einmal unabhängig organisieren sowie der wirklichen Situation entsprechend agieren.

Und genau das ist der erste Schritt für eine Veränderung zum Besseren hin!

Denn was genau ist bisher eigentlich die Strategie von Arbeitgebervertretungen, Industrielobbies, Bildungslobbies und diversen Kreisen in Politik und Management gewesen? Bisher war es doch eigentlich eine Doppelstrategie.

Zunächst einmal werden Ängste erzeugt, Personen, welche arbeits-, leistungs- und bildungsunwillig sind, würden später in der Gesellschaft und im Leben versagen. Wahrscheinlich nicht nur jedweder Anerkennung und jedwedem Luxus entbehren müssen, sondern sogar in der Altersarmut landen. Der Horizont des eigenen Lebens, insbesondere der eigenen Zukunft, verdunkelt sich.

Dann aber wird, von jenseits des bisher überblickbaren Lebenshorizontes, Erlösung angeboten. Man muss dafür nur fleißig sein, sich unbedingt anpassen und lernen, studieren, sich weiterbilden. Das Leben würde dann zunächst zwar unangenehmer und man könnte sich keine oder weniger Urlaube leisten. Später jedoch, insbesondere mit Weiterqualifikationen und Auslandserfahrung, aber würden dann Führungspositionen, hohe Gehälter, Luxus, Wohlstand und Traumurlaube stehen. Die dazugehörige Anerkennung natürlich nicht zu vergessen.

Bis es jedoch zu dieser rosigen Zukunft kommt, ändert sich angeblich die Realität. Und mit dem Abschluss von Studium und Promotion sind viele der jeweiligen Absolventen dann plötzlich nicht mehr gut genug. Nicht nur nicht mehr gut genug für Führungspositionen. Nein, auch nicht mehr gut genug für den anspruchsvollen Arbeitsmarkt, für den diese Absolventen ursprünglich ausgebildet wurden.

Dieser Umstand liegt, wird der bisherigen Propaganda und Berichterstattung Glauben geschenkt, dann aber keinesfalls nur an der angeblich veränderten Realität. Nein, nicht die ihm umgebende Realität, der jeweilige Absolvent ist nun plötzlich selber Schuld an seinem angeblichen Versagen. Die Gründe für dessen angebliche Schuld und dessen angebliches Versagen dürften vielfältig sein. Ein zu hohes Lebensalter, das Falsche studiert, wenig Berufserfahrung und Lebensleistung, nur gute anstatt sehr gute oder exzellente Leistungen, der Wille, entweder nur vor Ort zu bleiben oder der Wunsch, möglichst bald ins Ausland zu gehen, Defizite in der eigenen Persönlichkeit, ein zu hoher Individualismus und eine zu geringe Formbarkeit und so weiter und so fort. Und da der Absolvent ja schon als Akademiker oder Ingenieur keine adäquate Tätigkeit bekam oder nach Jahren im Beruf wieder angeboten bekam, und das, obwohl die Situation für Akademiker und Ingenieure ja eigentlich rosig ist, sollte sich dieser Absolvent seiner so lange verborgenen Inkompetenz und desolaten Persönlichkeit schämen und tunlichst das an Hilfsarbeit, nicht adäquater Tätigkeit oder prekärer Beschäftigung annehmen, was er noch kriegen kann. Wenn er denn überhaupt noch dieser Dinge für würdig befunden wird.

Zumal (und genau das ist dann auch äußerst vorteilhaft für Arbeitgeberveretretungen, Industrielobbies, Bildungslobbies und diverse Kreise in Politik und Management) ein Akademiker und ein Ingenieur ja in früheren Epochen auch, oftmals schon nach einem Vordiplom, automatisch zu einer gewissen Oberschicht und Elite gehörte und sich gewerkschaftlich lediglich das gemeine Volk, früher auch als der Pöbel bezeichnet, organisierte. Und genau diese Vorstellung wird heute noch von einer beispiellosen Propagandamaschinerie aufrechterhalten. Somit gehört es sich also immer noch nicht, wild herumzupöbeln und darüber hinaus andere und nicht sich selbst für das eigene Versagen verantwortlich zu machen. Was dazu führt, daß immer noch viele Leute studieren, um später einmal Ihr eigenes Leben zu verbessern, danach aber sprichwörtlich gesagt im Dreck landen und es diesen dann peinlich ist, sich in aller Öffentlichkeit zu äußern.

Es gibt allerdings einen Aspekt, den die bereits oben erwähnte Propagandamaschinerie und Qualitätspresse nicht beachtet!

Die Zeiten haben sich mittlerweile gewaltig geändert und es sind schon lange nicht mehr nur Einzelfälle, die mittlerweile als Akademiker und Ingenieure in prekären oder fachfremden Beschäftigungen oder gar in Hartz 4 landen. Der Anteil an Leuten, welche zumindest ein Vordiplom oder einen Bachelor besitzen, teilweise aber selbst mit mehreren Abschlüssen, Weiterbildungen oder gar Habilitation kein Bein mehr auf den Boden bekommen, dürfte allein in Deutschland, milde ausgedrückt, mittlerweile sogar mindestens in die Tausende gehen. Es ist ein Anteil, der von Seiten der Politik und der Presse lediglich entweder totgeschwiegen oder aber geschickt weggelogen wird.

Wie ist es nochmal mit den weniger als drei Millionen Arbeitslosen? Hier werden Leute in Maßnahmen, Aufstocker, Frührentner, Hartz 4 Empfänger oftmals gar nicht mitgerechnet. Und wenn die Werbung kommt, von den real mehr als zehn Millionen Arbeitslosen lediglich die 2,5 Millionen bereitwillig zugegebenen in Arbeit bringen zu wollen, so ist dies ein sehr schlechtes Zeichen für die 7,5 Millionen, die für eine derart geschönte Statistik konstant weggelogen werden.

Und wie ist es noch einmal mit den Akademikern und Ingenieuren, die ja alle irgendwie Arbeit haben? Bei diesen Tätigkeiten wird zwischen adäquater oder zumindest verwandter Beschäftigung auf gleichem Niveau sowie zwischen prekärer oder gar völlig fachfremder Beschäftigung gar nicht unterschieden. Des Weiteren, wird die Arbeitslosigkeit in diesen Bereichen meist deshalb sehr gering beziffert, weil es ja auch weniger Akademiker, Ingenieure, Fach- und Führungskräfte als andere Beschäftigte gibt. Wie hoch aber nur unter diesen wirklich der Anteil derjenigen ist, die adäquat beschäftigt sind, wird entweder statistisch verzerrt oder gar totgeschwiegen. Oftmals werden hier noch nicht einmal diejenigen bedacht, welche vor Jahren keinen adäquaten Job bekommen haben oder aber irgendwann aus einer adäquaten Beschäftigung herausgefallen sind. Was mit anderen Worten heißt, dass wir nicht unbedingt wenige sind.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die Verhältnisse, oder besser gesagt Zustände, unter denen wir oftmals leben müssen, zumeist weniger als befriedigend sind. Daran wird sich aber so schnell nichts ändern, wenn wir nicht endlich einmal mutig aufstehen und einen Druck auf Politik und Medien ausüben, wie diese Ihn seit langem nicht mehr zu spüren bekommen haben, geschweige denn von unserer Seite erwarten.

Denn entgegen der meist propagierten Einheitsmeinung zum Trotz ist ein Großteil von uns nicht selbst an seiner Misere schuld!

Schuld sind vielmehr die Politiker, Medien und Lobbyisten, welche uns regelrecht in höhere Bildungsabschlüsse gedrängt haben und drängen, uns über die Zukunft, welche die Meisten von uns dann tatsächlich erwartet, dann aber schändlich belogen haben und immer noch belügen. Und diesbezüglich sollten von einer zukünftigen Akademikergewerkschaft die folgenden grundsätzlichen Forderungen gestellt werden:

1 Wahrheitsgemäße Informationen für alle über die aktuelle Situation der Akademiker und Ingenieure.

2 Schaffung sinnvoller Betätigungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für Akademiker und Ingenieure.

3 Reform des Bildungswesens.

4 Professionelle Vermittlung, Schulung und Weiterbildung von Akademikern und Ingenieuren.

5 Kooperation und Transparenz.

6 Abschaffung jedweder Limits und Grenzen.

7 Mehr Geld für Bildung, Forschung und sinnvolle Betätigung.

Hören wir also nicht mehr auf die leeren Versprechungen von Politikern, Lobbyisten und Medienpropaganda!

Lassen wir uns nicht mehr von irgendwelchen Phantombedrohungen (gar kein Job oder erst recht kein Job) Angst machen oder den Mund verbieten! Nehmen wir unser Schicksal endlich selbst in die Hand und rücken wir, sowohl bei den Vertretern der gegenwärtigen Einheitsmeinung sowie auch anderen Unwissenden, die wirkliche Realität vieler Akademiker, Ingenieure, Fach- und Führungskräfte direkt in deren Bewusstsein.

Wer daran Interesse hat und wer es wie ich sowie meine Mitstreiter satt hat, sich brav und treu mit dieser unserer Situation abzufinden, der sollte sich unbedingt bei uns melden. Denn je mehr von uns dazu bereit sind, aus dem Schatten von offiziell gewollter Lüge und Betrug herauszutreten, desto besser ist dies für die Mehrheit von uns und letztendlich auch für die gesamte Gesellschaft. Und nur so ist es möglich, auf längere Sicht unsere gegenwärtige Situation zu verbessern.

Zögern Sie also nicht sondern werden Sie mit uns aktiv!

Dr. Jens Romba

P.S.1: Lesen Sie sich, bevor Sie unter P.S.2 aktiv werden, am besten auch noch den zu diesem Aufruf dazugehörigen Forderungskatalog durch, in dem die hier gestellten Forderungen konkreter beschrieben und ausgeführt werden. Lesen Sie sich ebenfalls so einige Dinge aus meiner Linksammlung durch, die ich mit diesem Aufruf ebenfalls mitversende. Wenn Sie sich diese, sowie die Kommentare zu einigen Berichten in der Zeit Online, die auch ich kommentiert habe (einfach unter “Jens Romba” googeln), durcharbeiten, werden Sie sich mit Sicherheit nicht mehr so allein mit Ihrer Problematik fühlen. Höchstens etwas vereinsamt. Aber was das betrifft, so könnte unter P.S.2 ja Abhilfe geschaffen werden.

P.S.2: Diejenigen, die generell aktiv werden wollen, können sich gerne bei mir unter Jens.Romba@gmx.de oder diaa@diaa.de melden. Bezüglich Aktivität gibt es mehrere Möglichkeiten.

1) Lediglich Sympathiebekundung. Dies wäre recht freundlich, bringt aber auf Dauer nichts.

2) Passive Mitgliedschaft in der DIAA (diese ist recht günstig) oder generell passive Mitläuferschaft. Dies würde einer bereits bekannten Organisation noch mehr Gewicht verleihen, ist aber nicht dazu angetan, erst einmal eine wirksame Organisation und Plattform aufzubauen.

3) Aktive Mitgliedschaft in der DIAA (genauso günstig wie passive) oder aktive Mitarbeit. Hierdurch ließe sich so einiges auf die Beine stellen.

4) Mitunterschreiben des Aufrufes und anonymes Agieren. Der Unterzeichner kann sich durchaus ein Pseudonym zulegen. Er muß uns aber seinen richtigen Namen, seine Erreichbarkeit und seine Adresse geben, damit nicht die Unterschriften irgendwelcher nichtexistenter Phantasiegestalten unter dem Aufruf stehen oder aber jemand unter mehreren Pseudonymen mehrfach unterschreibt.

5) Mitunterschreiben des Aufrufes und das mit dem richtigen Namen. Dieses sowie die Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit wären das Beste, denn nur wenn möglichst viele so agieren, verlieren wir endgültig unsere Angst vor beruflichen und sonstigen Nachteilen. Mit derartigen Befürchtungen dürfen sich dann gerne die für unsere Situation verantwortlichen herumschlagen.

Forderungskatalog

Forderung 1

Wahrheitsgemäße Informationen für alle über die aktuelle Situation der Akademiker und Ingenieure

Diese Forderung ist eine Forderung nach sofortigen und absolut
wahrheitsgemäßen offiziellen Auskünften seitens staatlicher Institutionen und
Behörden über die wahre Situation von Akademikern und Ingenieuren, zu jedem beliebigen Zeitpunkt.

Somit also das offene und ehrliche Zugeben der realen Situation der Akademikerschaft. Wie viele sind arbeitslos, wie viele prekär, wie viele fachfremd beschäftigt, wie viele sind Aufstocker? Welches Alter und welche Studiengänge? Wer ist in Maßnahmen der Arge geparkt?

Natürlich kann die freie Presse schreiben, was sie will. Denn dafür existiert bei uns ja die Pressefreiheit. Was aber Regierungen, Ministerien, Behörden und andere staatliche Institutionen (Arge und Weitere) betrifft, so sind dies alles entweder für das Volk arbeitende Institutionen und deren Vertreter oder vom Volk gewählte Vertreter, welche die erwähnten Institutionen und deren Vertreter zu führen sowie deren Funktion im Dienste des Volkes sicherzustellen haben. Und es heißt ja nicht umsonst, dass alle Staatsgewalt vom Volke ausgeht. Dementsprechend kann sich das wahlberechtigte Volk auch als der letztendliche Vorgesetzte dieser Volksvertreter und Institutionen bezeichnen. Und genauso, wie ein Untergebener in einem Betrieb seinen Vorgesetzten bezüglich betrieblicher Vorgänge Rechenschaft schuldig sowie zur Wahrheit verpflichtet ist, genauso sind gewählte Volksvertreter und die Institutionen, deren Funktion im Dienste des Volkes diese sicherstellen sollen, auch Ihren Vorgesetzten, also letztendlich dem wahlberechtigten Volk Rechenschaft und Wahrheit schuldig, wenn auch nur einer dieser Vorgesetzten danach verlangt. Gefordert wird somit:

- Die genaue Zahl aller in Deutschland lebenden Akademiker, Ingenieure, Fach- und Führungskräfte. Für die Einstufung relevant ist als Abschluss mindestens ein Vordiplom oder ein Bachelor. Daten dieser Art müssen von den Bildungsträgern, wie den Unis und FHs verpflichtend aufbewahrt werden. Sie müßten dementsprechend auch von staatlichen Organen verpflichtend abgerufen werden können. Einer korrekten Auskunft über diese Daten dürfte somit nichts im Wege stehen.

- Die genaue Zahl aller in Deutschland lebenden Akademiker, Ingenieure, Fach- und Führungskräfte, die Leistungen wie ALG 1 oder Hartz 4 beziehen, egal ob es sich um bloße Empfänger, Aufstocker, Teilnehmer in Maßnahmen, etc. handelt. Diese Zahlen müssen die Agentur für Arbeit und das Bundesarbeitsministerium besitzen. Allerdings sollte hier auch darauf geachtet werden, daß tatsächlich alle mit mindestens einem Vordiplom oder Bachelor in der Tasche genannt werden. Es darf nicht sein, daß jemand mit einem akademischen Abschluß in einem völlig fremden, gar nichtakademischen Bereich arbeitet und dann plötzlich nicht mehr als Akademiker gilt. Eigentlich müßte die Agentur für Arbeit aber auch alle Abschlüsse abgefragt und gespeichert haben.

- Die Einführung einer genauen Bürgerüberwachung und Erfassung. In jedem neuen Jahr muss ein jeder Bürger Angaben über seinen Abschluss/seine Qualifikation machen, die er oder sie zu Beginn des vorangegangenen Jahres besessen hat. Ebenfalls muss auch das Einkommen des vorangegangenen Jahres angegeben werden. All diese Daten müssen in anonymisierter Form von jedem Bürger in jeder sinnvollen Kombination abgerufen werden können. Generell könnte für Akademiker in prekären (unterbezahlten) Verhältnissen gelten:
Vordiplom/Bachelor:…

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Photo: Stefan Bachmann, via pixelio.de

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