“Die Diskussion um das Buch von Thilo Sarrazin hat sowohl bei Muslimen als auch bei Nicht-Muslimen zu weiterem Mißtrauen geführt”, so Berlins Innensenator Erhart Körting (SPD) im Gespräch mit den Deutsch Türkischen Nachrichten. Seiner Meinung nach habe sich das Klima gegenüber Ausländern in Deutschland verschlechtert. Eine Bedrohungslage durch islamistische Gruppen im Sinne von Anschlägen könne er derzeit jedoch nicht erkennen.
Mit Blick auf den jüngst festgenommenen 30-jährigen Berliner, der in den vergangenen Monaten mehrere Anschläge auf Berliner Moscheen verübt und nun eine ganze Reihe an Delikten gestanden hat, spricht der Politiker von einem großen Erfolg der Berliner Polizei. Allerdings, so stellt er heraus, sei immer noch unklar, was den Täter dazu veranlasst habe. “Bislang ist (…) kein rechtsextremistischer oder ausländerfeindlicher Hintergrund beim Täter erkennbar.” Ähnliches gelte für die Einschätzung von in der Hauptstadt lebender Muslime, die von einer nicht nur gefühlt schlimmeren Bedrohungslage ausgehen. Auch hier stellt Körting klar: “Außer den Brandanschlägen auf die Berliner Moscheen liegen mir keine erhöhten Deliktzahlen von Übergriffen gegenüber Ausländern bzw. Muslime vor.” Eine Verschlechterung des Klimas habe aber in der Tat stattgefunden.
Kritisch steht der Innensenator den Thesen Parteikollegen Thilo Sarrazin gegenüber. Die dadurch angeregte Debatte habe die Migranten “stärker als bisher an den Rand gedrängt”. Dennoch mag er sich optimistisch geben: “In der jetzigen Situation der Klimaverschlechterung zwischen Deutschen und Ausländern möchte ich aber davor warnen, ein negatives Zukunftsbild heraufzubeschwören”, so Körting weiter. Er habe ein anderes Bild im Kopf von einem “langsamen Zusammenwachsen aller Beteiligten.”
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Das langsame Zusammenwachsen hat es doch auch zwischen Deutschen und Italienern, Spaniern, Griechen und Menschen aus dem Balkan gegeben. Es lohnt sich, sich gegen die blinden Polulisten zu wehren und Geduld zu üben.