Seit 2006 wird gemäß eines UN-Beschlusses stets am 27. Januar der Opfer des Holocaust gedacht. Der 27. Januar 1945 war der Tag, an dem vor 66 Jahren das nazideutsche Vernichtungslager Auschwitz von der 322. Infanteriedivision der 60. Armee der I. Ukrainischen Front befreit wurde. Aus allen Teilen Europas brachten Eisenbahnzüge Juden an diesen düsteren Ort, um sie durch Arbeit und Erniedrigung zu vernichten: zu ermorden. An diesem 27. Januar 1945 hatte die Nazi-Barbarei für die Überlebenden von Auschwitz ein Ende. An vielen Orten finden heute weltweit (erstmalig auch höchst offiziell in der Türkei: in einer Synagoge in Istanbul), daran erinnernd, um nie zu vergessen, was damals geschah, Gedenkveranstaltungen statt. Erinnert wird an den Nazi-Terror, unter dem Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Antifaschisten und Kommunisten – Andersdenkende im Allgemeinen – schwer zu leiden hatten, beziehungsweise der vielen von ihnen den Tod brachte.
Die Rolle der Eisenbahnen bei den Judendeportationen
Die Judendeportationen und ihre – man kann es nicht anders ausdrücken: fabrikmäßige Ermordung in Auschwitz und anderen Vernichtungslagern Nazideutschlands war nur durch die Nutzung von Logistik Material derjenigen Staatsbahnen, die die Viehwaggons, in die man die zum Tode Bestimmten aus aller Herren Länder gepfercht, gegen Rechnung transportierten, möglich.
Beispiel 1: SNCF
Erfreulich in diesem Zusammenhang war zu erfahren, dass sich die französische Staatsbahn SNCF ihrer Rolle bei der Judendeportation stellt. Die von den deutschen Besatzern damals zwangsverpflichtete französische Staatsbahn SNCF hat nun eine Liegenschaft auf dem Güterbahnhof Bobigny als Stätte der Erinnerung und des Gedenkens an die Judendeportationen zur Verfügung gestellt.
Beispiel 2: Deutsche Bahn
Die Deutsche Bahn dagegen tut sich leider noch immer sehr schwer damit, sich angemessen mit der Rolle der Deutschen Reichsbahn im Dritten Reich und bei den Judendeportationen auseinanderzusetzen. Erinnert sei in diesem Zusammenhang nur an den skandalös zu nennenden Umgang mit dem “Zug der Erinnerung”, dem schon öfter mit fadenscheinigen Begründungen die Einfahrt in vorgesehene Bahnhöfen oder das “Parken” an gewünschten Bahnsteigen verwehrt, bzw. den Organisatoren sogar noch Anschlusskosten (Wasser, Strom) in Rechnung gestellt hat.
Juristische Aufarbeitung der NS-Verbrechen weiter unbedingt nötig
Zur angemessenen Erinnerung an die finstersten Kapitel deutscher Geschichte, einhergehend mit dem heutigen Gedenken an die Opfer nationalsozialistischer Barbarei gehört aber auch unbedingt die juristische Aufarbeitung der in diesem Zusammenhang begangenen NS-Greueltaten. Noch immer leben bei uns oder anderswo Kriegsverbrecher, die sich dieser Verbrechen schuldig gemacht haben. Auch wenn es – wie schon nach 1945 – heute wieder bzw. noch immer Menschen unter uns gibt, die meinen, man solle diese Nazi- und Kriegsgeschichten doch bittschön endlich ruhen lassen. Dies geht allein schon aus juristischen Gründen nicht: Mordtaten verjähren nämlich nicht und gehören deshalb verfolgt. Schon, weil wir das den damals Umgekommenen und ihren Hinterbliebenen schuldiig sind.
LKA Düsseldorf erhofft sich Verbrechensaufklärung via Photos im Netz
Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf und Staatsanwalt Andreas Brendel von der Zentralstelle zur Aufarbeitung von NS-Verbrechen bei der Staatsanwaltschaft Dortmund bitten momentan um die Mithilfe der Bevölkerung bei der Aufklärung von deutschen Kriegsverbrechen. Dem LKA und der Zentralstelle liegen 50 “äußerst drastische” Photos aus dem 2. Weltkrieg vor. Diese Aufnahmen hatte ein Unbekannter im Januar 2010 des Amtsgerichtes Eschweiler geworfen. Zwei dieser Photos hat das LKA Nordrhein-Westfalen jetzt sogar auf seiner Website veröffentlicht. Das LKA hofft auf Hinweise, die womöglich zur Aufdeckung von Nazi-Verbrechen führen.
Heute ist der Internationale Holocaust-Gedenktag. Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz durch die Rote Armee befreit. Auch nach 66 Jahren leben noch Täter mit Blut an den Händen unter uns, die Teil der Tötungsmaschinerie der Nazis waren…
Hinweise an das LKA Düsseldorf:
Tel.: 0211 – 939-2155; -4112 oder
an die Staatsanwaltschaft Dortmund: 0231 – 92626010
Um bei der Entnazifizierung nicht als Berufsoldaten registriert zu werden, was einenintensivere Ausforschung des Vorlebens bedeutet hätte, liessen sich viele Nazioffiziere als sogenannte 12ender registrieren. Damit wurden sie nur als Mitläufer eingestuft und erhielten (erhaltren) sogar eine Rente.
Herr Brendel vom LKA sollte sich nicht allzugroßen Illusionen hingeben; es kommt sicher binnen kurzer Zeit die Anordnung von ganz oben die ihn, wie bereits viele seiner Vorgänger, dann endgültig zurückpfeift! Zuerst lässt man ihn jedoch ein wenig gewähren; dann geht es ihm wie dem Lehrer Lämpel von Wilhelm Busch.