In globalisierter Wettbewerbs-Zeit beobachte ich um sich greifende “Sprachspiele”, die neue Norm zu werden drohen.
Wie bestimmtes Sprechen eher versteckt denn klärt. Wie bestimmtes Sprechen oder “modische” Wortwahl
- verschleiert, verharmlost, entmenschlicht, umdeutet
- angeblich Unwissende klein hält, dem Bluff und der Irreführung dient.
1. Bürokratische Schein-Versachlichung
Überalterung – Kollateralschaden ” Endlösung – Vorwärtsverteidigung ” Freisetzung ” Betreuungs-Kunde – Neiddebatte ” Industriepark ” Entsorgungspark ” Ich-AG ” Wohlstandsmüll – Flexibilisierung des Arbeitsmarktes – Differenzierung der Lohnstrukturen ” Humankapital…….
(Siehe auch aktuell als Fundgrube unter “Unwort des Jahres“)
2. Denglisch
Benchmarking ” portfolio ” stakeholder ” diversity ” employability ” empowerment ” bottom up ” compliance – mainstreaming usw……
Zusätzlich unterstützt und effektvoll garniert werden diese beiden Redensweisen häufig durch eine exzessive, unreflektierte Abkürzungs-Manie. Schönes Beispiel von SAP:
Über all diese “Sprachspiele” wird die Trennung zwischen den angeblich wissenden Eingeweihten und den uninformierten Zurückgebliebenen/Ausgeschlossenen markiert. Die Sprache soll dann weniger verbinden und vermitteln als scheiden, verängstigen und diskriminieren. Insofern ist gut Manipulieren und Einschüchtern möglich. (Die mittragende Rolle gängiger Wissenschaft in diesem gegen-aufklärerischen Geschäft kann ich hier nicht besonders würdigen.)
Was können wir tun?
Wachsamkeit, naives, mutiges Fragen ist bei uns Zuhörern angebracht, nicht beflissenes, heimliches “Vokabellernen”. Meine vorsichtigen aber auch penetranten Versuche des Dummstellens haben mich in der Praxis ermutigt. Schon das einfache und wiederholte Nachfragen ( raus aus dem peinlichen Schweigen) zeigt Wirkung und bringt die Peinlichkeit wieder auf die richtige Seite, auf die der “wortgewaltigen” Bluffer, Imponierer und Überangepassten.
Ich halte diesse Thema für ungemein wichtig. Wenn wir uns nicht intensiv mit unserer Sprache auseinandersetzen, tappen wir in die Fallen all derer, die sie wie hier schön beschrieben nur nutzen, um ihre Mitmenschen auszunutzen.
Die Sprache ist unser lebensnotwendiges Hauptkommunikationsmittel. Nur mit ihrer Hilfe können wir in menschlicher Gemeinschaft leben und uns und die Welt verstehen.
Wir werden somit unserer Natur nicht gerecht, wenn wir uns nicht sozial gut orientieren. Dazu gehört, dass wir so miteinander reden, dass wir auch verstanden werden.
Sprache als Mittel zur Desinformation nutzt die Politik, wenn sie das Volk täsucht, nutzt die Wirtschaft, wenn sie den Menschen ihren unnötigen Konsumkram andrehen will, nutzen Eltern, wenn sie sich vor ihren Kinden in Szene setzen als ihnen als Vorbilder zu dienen, nutzen eingebldete Lehrer, die demonstrieren, wie schwer doch ihre Fächer zu erlernen sind statt den Kindern zu zeigen, wie es auch ganz leicht geht, nutzt der Arzt, der nicht sichtbar werden lassen will, dass er gar nicht weiß,wie er helfen kann, nutzt der Anwalt, der den Mandanten auf Kosten treibt , usw….