Am vergangene Samstag fanden Aktivisten der Tierrechtsinitiative Maqi bei Recherchen in Thüringen in einer Freilandhaltung eine Henne, die aus dem vergitterten Sektor entkommen war und unter den Bodengittern umherirrte. Ohne Zugang zum Wasser wäre sie in kurzer Zeit verdurstet.
Für das Huhn erwies sich das als Glücksfall. Den Tierrechtlern gelang es, die Henne hervorzuholen. Um sie nicht wieder in ihr Gefängnis zurücksetzen zu müssen, entschieden sie, den Vogel mitzunehmen.
Bei der Anlage handelte es sich um eine kombinierte Freiland- und Bodenhaltung. Zunächst hatten die Tierbefreier angenommen, beide Teile der Halle seien Bodenhaltung. Beide Abteilungen, das zeigen die Dokumentarfotos der Aktion (http://tierrechtsbilder.de), waren äußerlich nicht voneinander zu unterscheiden, zumal auch die Bodenhaltung mit einem Kaltscharrraum (“Wintergarten”) ausgestattet war – sehr gut zu unterscheiden dagegen von den Bildern, die die Eierindustrie auf Verpackungen, in der Werbung und über Presseagenturen verbreitet. Erst im Eierpackraum entdeckten die Veganer Aufkleber sowohl für Boden- als auch für Freilandhaltung und Paletten mit Eiern, die den aufgestempelten Eiercode “1-DE-…” trugen, wobei die Ziffer 1 Freilandhaltung kennzeichnet. Die speziell auf “Legeleistung” gezüchteten “Legehennen” müssen fast täglich ein Ei legen (während bei nicht qualgezüchteten Hühnern in Asien das Gelege aus 5-6 Eiern besteht und die Brutdauer 19 Tage beträgt). Die Hennen werden, falls sie so lange überleben – auch in dieser Anlage lagen mehrere verwesende Leichen – nach einem Jahr Gefangenschaft getötet, da dann die “Legeleistung” nachlässt. Ihre männlichen Geschwister werden bereits als Eintagskücken getötet, denn sie legen keine Eier und sind für die Mast ungeeignet. Im Gegensatz zu “Legehennen” handelt es sich bei “Masthühnern” (sie stammen aus einer anderen Qualzuchtlinie) um im Alter von einem Monat ermordete Küken beiderlei Geschlechts.
Wie all diesen “Legehennen” wird es auch im Spätsommer den Tausenden Hühnern ergehen, die die Befreier zurücklassen mussten. Aber immerhin diese eine Henne wird den Rest ihres Lebens in größtmöglicher Freiheit und ohne von gewaltsamem Tod bedroht zu sein, verbringen. Nachdem sie untersucht wurde, wurde sie mit einer Gruppe anderer befreiter Hühner vergesellschaftet. Aufgrund einer Beinverletzung humpelt sie, ihr Rücken ist – vermutlich durch Schnabelhiebe anderer Hühner, die in solchen Anlagen regelmäßig kannibalische Verhaltensstörungen aufweisen – vernarbt, sie war deutlich dehydriert und ausgehungert, doch davon abgesehen geht es ihr den Umständen entsprechend gut.
“Tiere müssten nicht nachts von Tierrechtlern aus Tierausbeutungsanlagen befreit werden, wenn alle Menschen vegan würden, um das alltäglichen Massaker an Hühnern, Fischen, Schweinen, Rindern und vielen anderen Tieren zu beenden”, erläutert Achim Stößer von der Tierrechtsinitiative Maqi. “Das Mindeste, was jeder Einzelne tun kann, ist es, vegan zu leben. Denn wer Eier, Tiermilch usw. konsumiert – auch Vegetarier – gibt den Mord in Auftrag und ist somit dafür verantwortlich.”
Weniger aggressives Auftreten der Veganer wäre wohl erfolgreicher.
Dennoch: Als Erstes bewirkt der Hinweis auf die grauenhafte, immer aber nicht artgerechte Behandlung aller Zuchttiere bei mir und gewiss vielen anderen Menschen eine Abscheu vor den Billigangeboten des Handels. Wenn in den Regalen die billigen Hühnerbrüstchen dicht an dicht liegen, kommt unweigerlich das Bild auf von Hühnern in engsten Drahtkäfigen mit zerschnittenen Schnäbeln und gerupftem Gefieder. Unsere Gesellschaft bezieht seit eh und je die Tiere nicht in ihre Ethik ein.
Wenn sich das einmal ändert, werden wir alle uns gewaltig schämen müssen.
Mir ist ja klar, dass auch Bio-Hühner nicht artgerecht leben. Irgendwann sitzt der Stachel dann vielleicht doch so tief, dass ich den Geschöpfen der Natur solch ein unnatürlich verkürztes schales Leben nicht mehr zumuten will.
Dass man ganz und gar auf Fleisch verzichten kann ohne irgend einen Mangel zu leiden, ist sicher. Parallel zu dem Hinweis auf die Fragwürdigkeit der industriellen Ausnutzung der Haustiere und überhaupt des Verzehrs empfindsamer Lebewesen halte ich es für wichtig, genau aufzuzeigen, dass man mit klugem Verzehr von Pflanzenkost ohne jede Mühe alle lebensnotwenigen Vitalstoffe mitbekommt. Man
lernt ganz nebenbei sogar auch noch, dass man ganz ohne die richtige Nutzung von Pflanzenkost an wichtigen Funktionszusammenhängen in Körper, Geist und Gemüt vorbeigeht! Damit sind wir weg vom Thema der artgerechten Haltung von Tieren, sind aber angekommen bei dem für die meisten Menschen noch viel wichtigeren Thema der artgerechten Ernährung des Menschen!
Gleich von welchem Aspekt man es sieht, es ist dumm, der Natur den Respekt zu verweigern und blindlings ihre Gesetze zu missachten. Dabei haben sie oder der Schöpfer in Millionen von Jahren unser Leben in der Natur vorbereitet.
Wir sollten mit gewachsenem Verstand jetzt erst einmal unsere gewillkürten Änderungen in unserer Ernährung auf den Prpfstand stellen, bevor wir mit immer mehr schlimmen Folgen die Wege der Natur ganz aufgeben.