“Kinderarmut ist noch ein großes Problem in der Türkei”

“Es wird wohl immer umstritten bleiben, was eine sozial gerechte Gesellschaft ausmacht”, sagt Daniel Schraad-Tischler, Projektmanager für Evidenzbasierte Politikstrategien in der Bertelsmann-Stiftung. Die Deutsch Türkischen Nachrichten haben mit ihm über die Hauptergebnisse der aktuellen Studie über soziale Gerechtigkeit in den OECD-Staaten mit Fokus auf die Türkei und Deutschland gesprochen. Mit

ewhn.jpg“Es wird wohl immer umstritten bleiben, was eine sozial gerechte Gesellschaft ausmacht”, sagt Daniel Schraad-Tischler, Projektmanager für Evidenzbasierte Politikstrategien in der Bertelsmann-Stiftung. Die Deutsch Türkischen Nachrichten haben mit ihm über die Hauptergebnisse der aktuellen Studie über soziale Gerechtigkeit in den OECD-Staaten mit Fokus auf die Türkei und Deutschland gesprochen.

Mit Hilfe eines so genannten “Gerechtigkeitsindex” wurde untersucht, inwieweit es den 31 Ländern betrachteten Ländern gelang, gleiche Verwirklichungschancen für alle Individuen zu ermöglichen. Die Türkei landete hierbei auf dem letzten Platz. “Die Türkei hat in den vergangenen Jahren klare Fortschritte sowohl im wirtschaftlichen Bereich als auch mit Blick auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gemacht”, erläutert der Experte. Hinsichtlich sozialpolitischer Indikatoren bestünden jedoch noch große Defizite. “Kinderarmut ist nach den Zahlen der OECD noch ein großes Problem in der Türkei.” Öffentliche Investitionen in frühkindliche Bildung, einem der Schlüsselfelder für gleiche Teilhabechancen, seien im OECD-weiten Vergleich noch sehr gering. Die allgemeine Beschäftigungsquote sei zudem die niedrigste in der gesamten OECD.

Probleme ergäben sich allerdings auch in Deutschland. “Beim Bildungszugang hat Deutschland die größten Defizite”, erklärt Schraad-Tischler. Die PISA-Studie habe hier einmal mehr gezeigt, dass der sozioökonomische Hintergrund eines Schülers in Deutschland das Leistungsbild stärker beeinflusst als in den meisten anderen Ländern ” Kinder mit Migrationshintergrund hätten es dabei schwerer als Kinder ohne Migrationshintergrund.

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