Im Jahre 2008 wurden deutschlandweit Nichtraucherschutzgesetze verabschiedet, das bundesweit Schärfste entwarf wohl Bayern. Nach einigem Hin Und Her wurde im Juli 2010 nach einem Volksentscheid endgültig ein striktes Gesetz verabschiedet, das Rauchen in öffentlichen Einrichtungen, sowie Gaststätten und Festzelten verbietet. Zudem wurde den sogenannten Raucherclubs, die nach der ersten Einführung wie Pilze aus dem Boden schossen, die rechtliche Grundlage entzogen. Doch muss man jetzt die armen Raucher bemitleiden?
Generell wird das Nichtraucherschutzgesetz von der Öffentlichkeit gut angenommen. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts polis/Usuma für den Focus, sprachen sich 2006 76% der Deutschen für ein Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden und Restaurants aus.
Dennoch wird immer wieder Kritik laut, die sich sowohl auf die persönlichen, als auch auf die wirtschaftlichen Folgen der betroffenen Gruppen bezieht.
Von Anfang an fühlte sich ein Großteil der Raucher in seiner Freiheit eingeschränkt, nicht mehr vor dem Essen, während dem Essen und nach dem Essen unkompliziert rauchen zu dürfen. Dabei wurde oftmals vergessen, in welche Ausmaß bislang Nichtraucher und Beschäftigte in Restaurants und Festzelten belästigt wurden.
Es wird argumentiert, dass die meisten Raucher doch sehr rücksichtsvoll mit den nichtrauchenden Gästen umgehen würden. Doch genau diese angesprochene rücksichtsvolle Gruppe stört sich wohl am wenigsten am dem neuen Gesetz. Laut protestieren diejenigen, die für keine zwei Stunden Restaurantbesuch auf eine Zigarette verzichten können bzw. wollen.
Wer von ihnen denkt dabei an die nette Bedienung, die sich durch eine Rauchwolke den Weg bahnen muss und nach acht Stunden Arbeit in einer verrauchten Kneipe den Geruch nicht mehr aus der Nase bekommt?
Wer von ihnen denkt dabei an die Schwangere am Nebentisch, der das Passivrauchen nachweislich schaden kann?
Im Zweifelsfall die Wenigsten. Im Vergleich dazu sollte sich das Los der Raucher, zwei Minuten vor die Türe gehen zu müssen, wenn sie es nun gar nicht mehr aushalten, relativ gut ertragen lassen.
Doch wie sieht es bei den Gaststätten selbst aus?
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hat Umsatzeinbußen von bis zu 30% in der bayrischen Gastronomie befürchtet. Überraschenderweise hat eine aktuelle Studie des RWI nun ergeben, dass kaum Umsatzeinbußen entstanden sind. Kurz nach der Einführung des Rauchverbots lagen die Einbußen bei ca. 2% gegenüber Bundesländern ohne Rauchverbot in Gaststätten, mit der Zeit sank der Wert weiter. Zudem wurden keine vermehrten Betriebsaufgaben festgestellt.
Zusammengefasst lässt sich die Anfangsfrage, ob das strikte Rauchverbot eine Zumutung ist, relativ eindeutig mit einem “Nein” beantworten. Sicherlich ist es eine Umstellung für die rauchenden Restaurantbesucher, doch die erwarteten Schrecken sind ausgeblieben. Die weit verbreitete Akzeptanz ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Menschen den Sinn dahinter erkannt haben und bereit sind für ihre Gesundheit kleinere Unannehmlichkeiten hinzunehmen.
Es bleibt abzuwarten, wie die Feierwütigen in diesem Jahr auf das Rauchverbot auf dem beliebten Oktoberfest in München reagieren werden. Letztes Jahr wurde von den Wirten ein freiwilliges Rauchverbot vereinbart, wobei Verstöße dagegen eher nicht geahndet wurden, was heuer anders sein wird. In diesem Zusammenhang scheint es wahrscheinlich, dass die Diskussionen zu gegebener Zeit wieder hochkochen werden.
Photo: marfis75, via flickr
Es sind einige Arbeitgeber schon auf die elektronischen Zigaretten ausgewichen, wie z.B. eine Feuerwehrwache und ein großer Sportverband, natürlich noch einge andere Arbeitgeber, die im Handel oder Gastronomie tätig sind. Denn die elektronischen Zigaretten können am Arbeitsplatz gedampft werden, ohne dass das gesetzliche Rauchverbot in Kraft tritt. Somit kann man seine Arbeitszeit sinnvoller am Arbeitsplatz gestalten.
Weitere Informationen unter: http://www.dieZigarette.de die Herstellung der Filterkartuschen finden in Deutschland statt und sind ISO-zertifiziert. Das ist auch der einzigste Hersteller, der echte Papierfilter hat.