Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) ist mit ihrer Forderung nach “gleichen Chancen” für alle Religionsgemeinschaften auf Kritik gestoßen. Statt zu einem “spirituellen Beauty-Contest” anzstacheln, hätte sie lieber von “gleichen Rahmenbedingungen” sprechen sollen. Das berichten die Deutsch Türkischen Nachrichten.
Mit ihrem Beitrag für die FAZ habe die Politikerin offenbar einen wunden Punkt getroffen, der alte Vorbehalte gegenüber dem Islam wieder aufleben lässt. Genau dieser Umstand könne jedoch auch als Ausgangspunkt für eine neue Debatte dienen. Die Frage müsse nun lauten: Wie modern ist der Islam als Religion? “Diese Frage zu beantworten fällt nicht leicht ” denn viele Texte des Koran legen das Gegenteil nahe”, heißt es hierzu weiter. Es müsse aber klar sein, dass sich extreme Tendenzen überall finden lassen, wo monotheistische Religionen sich entfalten.
Statt nun von “gleichen Chancen” zu sprechen, hätte die Ministerin also besser “gleichen Rahmenbedingungen” gefordert. Denn Religion könne eine tolle Sache sein – auf der anderen Seite aber auch verheerende Nebenwirkungen haben. Die Aufgabe eines demokratischen Staates sei es, hier wirksame Schranken gegen Auswüchse zu errichten. Zwar steckten die Muslime auf globaler Ebene noch mitten in diesem Prozess. In Deutschland zeigten allerdings immer mehr unter ihnen, dass die Idee des demokratisch-freiheitlichen Rechtsstaats mit ihren religiösen Vorstellungen vereinbar ist.
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