“Bildung ist eine der wichtigsten sozialen Fragen des 21. Jahrhunderts”, stellt Ercan Karakoyun fest. Immer mehr Migrantenfamilien würden daher gesteigerten Wert auf die Bildung ihres Nachwuchses legen. Denn sie sei nicht nur ein “Schlüssel zur Integration”, sondern bestimme auch den sozialen Aufstieg. Das berichten die Deutsch Türkischen Nachrichten.
In seinem Beitrag beschreibt Karakoyun die Bildungssituation für Deutsche und Migranten seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die “bis in die jüngste Gegenwart andauernde Bildungsexpansion (hat) zu einer zunehmenden Bildungsbeteiligung in allen Sozialschichten geführt”, analysiert er die Situation. Ein Ausgleich habe bis heute nicht stattgefunden. Das Resultat: in keinem anderen Land gäbe es einen so straffen Zusammenhang zwischen der sozialen Stellung und dem Schulerfolg der Kinder wie in Deutschland. Besonders Migrantenkinder hätten bis heute schlechtere Bildungschancen. Und die Bildungsabstände wüchsen weiter.
Türkische Eltern und ihre Kinder befinden sich nun aber offenbar auf einer Kehrtwende. So sei die Quote von Studenten aus Arbeiterfamilien bei Migranten mittlerweile höher als bei solchen ohne Migrationshintergrund. “Immer mehr Migrantenfamilien wollen nun die verpasste Bildungsexpansion nachholen. Sie schicken ihre Kinder zum teuren Nachhilfeunterricht. Es gibt sogar Familien, die umziehen, um ihr Kind auf eine bessere Schule schicken zu können. Einige türkische Eltern engagieren sich dazu in Bildungsvereinen oder schicken ihre Kinder in Privatschulen oder gründen Privatschulen.”
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Genau das ist die Lösung, die bisher vergraben war.