Die Kunsthalle Schweinfurt zeigt noch bis 29. Mai das Werk Wilhelm Kohlhoffs zwischen 1915 und 1931
Ein dunkel gekleidetes Paar bewegt sich eng aneinander geschmiegt, verhaltenen Schrittes an einer menschenleeren Häuserkulisse vorbei. Fahl scheinen Sonne und Mond vom Himmel. Einzig der sich in der Mitte des Bildes empor streckende Baum und die rote Rose in der Hand der bleichen Frau lassen auf einen positiven Ausgang, auf einen Neubeginn nach den katastrophalen Kriegsjahren hoffen.
Das 1915 gemalte Bild “Liebespaar” von Wilhelm Kohlhoff markiert den Beginn der Zeitspanne bis 1931, die die Kunsthalle Schweinfurt mit ihrer Ausstellung “Wilhelm Kohlhoff – Impression – Expression” in den Blick nimmt, um das Werk des 1893 in Berlin geborenen Ausnahmekünstlers in den Kontext der Kunst des 20. Jahrhunderts einzuordnen.
Inneres sichtbar machen…
In Schweinfurt ist dies die mittlerweile vierte Ausstellung mit Arbeiten des 1971 hier verstorbenen Malers, dessen Frühwerk zum Großteil im Krieg Raub der Flammen wurde. Im Untergeschoss, in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Bildern des expressiven Realismus der Sammlung Joseph Hierling, hat Kurator Dr. Erich Schneider die in erster Linie aus Privatsammlungen stammenden Werke in sieben Themen eingeteilt. Den Auftakt machen mit Lovis Corinth, Max Liebermann und Curt Herrmann Mentoren, Freunde und Weggefährtes des Autodidakten. Während seiner Lehre an der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin erkannte Kohlhoff früh sein zeichnerisches Talent und vertraute seiner Begabung.
Unter dem Titel “Impression – Expression” folgte 1914 bereits gemeinsam mit Freunden die erste Ausstellung in Berlin. Ein kometenhafter Aufstieg begann. 1919 mit dem Großen Preußischen Staatspreis ausgezeichnet, widmete sich Kohlhoff den gängigen Themenbereichen “Porträts”, “Akte”, “Tiere”, “Landschaften”, “Stillleben und Figuration” sowie seinen “Apokalyptischen Visionen”. Ziel seiner Malerei in all den Bereichen war es, stets unter die Oberfläche zu dringen und Inneres sichtbar zu machen. Zeigen sich die Bilder in den Anfangsjahren noch schwer, gewinnen sie mit den Jahren an Leichtigkeit und Souveränität.
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