“Bild” und zu Guttenberg sind Freunde

Man kann es auch so sagen, wie der ehemalige “Bild am Sonntag” “Chefredakteur und Politikberater Michael Spreng, dass die Verbindung zwischen zu Guttenberg und der Springer-Boulevardpresse eine “Win-win-Situation” sei, denn “Gutteberg habe sich immer gut verkauft, und mit Guttenberg verkauft man gut. ” Spreng in einem Interview mit dem Deutschlandfunk:

5138802427_31679c31f3.jpgMan kann es auch so sagen, wie der ehemalige “Bild am Sonntag” “Chefredakteur und Politikberater Michael Spreng, dass die Verbindung zwischen zu Guttenberg und der Springer-Boulevardpresse eine “Win-win-Situation” sei, denn “Gutteberg habe sich immer gut verkauft, und mit Guttenberg verkauft man gut. ” Spreng in einem Interview mit dem Deutschlandfunk: “Die €šBild’-Zeitung ist Teil des Hauses zu Guttenberg oder zu Guttenberg ist Teil des Hauses €šBild.’”

Der Springer-Verlag (Inhaberin Frieda Springer) hatte Spreng im Oktober 2000 gekündigt, weil er angefangen hatte, eigene Ideen zu verbreiten. Danach wurde der hochgewachsene Mann mit den wasserblauen Augen Politikberater von Stoiber und Rüttgers und beriet die gute Frau Maischberger.

€šBild” und zu Guttenberg sind Freunde.

“Zeig mir deine Freunde und ich sag dir wer du bist.” Dieses aus dem Griechischen stammende Sprichwort, im Original: “Δείξε μου τους φίλους σου και θα σου πω ποιόςείσαι”, ist so treffend, das es die ganze Welt erobert hat.

Dass €šBild’ und zu Guttenberg fest zueinander stehen, hat die Zeitung bisher bei jeder Gelegenheit plakativ veröffentlicht und hat jeden Fehler zu Guttenbergs mit Gewalt “klein geschrieben.” Aber zu Guttenberg schien bis dahin ein undankbarer Freund des Lügenblattszu sein. Nicht mal auf seiner Homepage oder bei €šFacebook’ erwähnt er die enge Freundschaft.

Jetzt aber hat zu Guttenberg sich doch öffentlich zu seiner innigen Freundschaft mit seiner Schmuddelfreundin bekannt. Er will von März an in einer breit angelegten Medienkampagne für den Dienst in der Bundeswehr als der neuen Berufsarmee in der “Bild” werben. Bevor mit anderen Medien überhaupt gesprochen wurde, hat er sich schon mit “Bild”, “Bild am Sonntag” und “Bild.de” über eine große Kampagne ab April des Jahres geeinigt.

“Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will von März an in einer breit angelegten Medienkampagne für den Dienst in der Bundeswehr werben.” Die Werbeaktion soll nach Angaben des Verteidigungsministeriums bis Dezember in Fernsehen, Radio und Printmedien laufen, ganz demonstrativ aber erst in “Bild.”.

Ist das nicht ein nobler Zug des Freiherrn zu Guttenberg? Seine blind verliebten Anhänger werden ihm umso mehr zujubeln, wo er doch jetzt einmal Anstand beweist, indem er zu seinen Freunden steht!

Dabei musste zu Guttenberg erst einen kleinen Wermutstropfen schlucken, den ihm seine große Medienfreundin “Bild” – online – eingeschänkt hatte.

Infratest dimap hatte durch eine Telefonumfrage ermittelt, dass 72 Prozent der befragten Bürger trotz der Promotionsaffäre zu Guttenbergs seinen Verbleib im Amt des Verteidigungsministers wünschten. “Bild” ermittelte unter seinen Lesern gar eine Zustimmung von 87 Prozent. Wie üblich erfuhr die allgmeine Öffentlichkeit nicht den Inhalt der Fragen.

Die Fragestellung bedingt das Ergebnis der Umfragen!

Stellen Sie sich vor, es wäre nur gefragt worden: Soll zu Guttenberg trotz der Probleme mit seiner Doktorarbeit bleiben? Oder man hätte berücksichtigt, dass bei “Bild”, aber auch fast allgemein in den Medien ” zuletzt auf fragwürdige Weise auch bei der Universität Bayreuth- offen gelassen wurde, ob zu Guttenberg sich durch bewusste Täuschung und damit auch auf strafbare Weise den Doktortitel erschlichen hat und hätte ergänzend gefragt: Soll er auch bleiben, wenn fest steht, dass er auf strafbare Weise bewusst getäuscht und sich den Doktortitel erschwindelt hat?

Dass das Meinungsbild im Internet ein ganz anderes war, selbst bei “Bild-Online”, brachte das Käseblättchen erst nicht. Jetzt, nachdem die Masse die angeblich riesenhafte Zustimmung zum Verbleib zu Guttenbergs geschluckt hatte, bringt €šBild-Online” sogar eine Übersicht dazu: bei “Bild-Online” waren immerhin 55 Prozent für den Rücktritt, bei “Spiegel-Online” 70 Prozent , bei “Süddeutsche.de” 80 Prozent und bei “Welt-Online” gar 85 Prozent.

Ein Popstar-Phänomen?

Bild-Online” fragt laut, ob die Diskrepanz nicht mit einem Popstar-Phänomen zu erklären sei: “Bleibt immer noch die Frage: Warum steht die große Mehrheit der Bürger bis dato unverdrossen treu und fest zu Guttenberg? Bis zur Doktortitel-Affäre hatte der CSU-Minister eine Art Kultstatus. Deutsche Magazine wie “Spiegel”, “Stern” oder “Bunte” beschrieben ihn wie einen Pop-Star. Und Pop-Stars verzeiht man auch mal Fehler…”

Dem Adligen wird leichter verziehen.

Es ist richtig, dass der Freiherr zu Guttenberg weithin weniger als erfolgreicher Politiker ” welche Erfolge denn auch? ” wahrgenommen wird, sondern als adrett auftretender Spross aus adligem Hause, dem man gern eine angeborene Noblesse zuschreibt. Dass solch ein feiner Pinkel sich für die Belange unseres bürgerlichen Staatswesens einsetzt, muss den Normalbürger doch erfreuen!

Dass die Adelsgeschlechter Europas nicht immer nur mit vorzeigbaren Vertretern gesegnet waren, sondern dass sie immer wieder mit Skandalen auf sich aufmerksam machten, hat das glanzsuchende Publikum nie gestört. Wenn solche Leute schwere Fehler machen, verlieren sie manchmal vorübergehend Sympathien, ihre Herkunft jedoch nicht.

Kaum jemand in Deutschland wünscht sich die Adelsherrschaft zurück, aber ein bisschen von dem alten Glanz wollen die meisten doch noch sehen. Zu Guttenberg steht nicht in einer Reihe mit Popgrößen wie Madonna oder Grölemeyer. Er ist zwar nur von niederem Adel, das Publikum sieht ihn aber in einer Kategorie mit Charles von England und Albert von Monaco! Kein Wunder, dass das Skandalblatt “Bild” ihn adoptiert hat!

Eine sachgerechte Umfrage würde zeigen, dass die Mehrheit zu Guttenberg nicht mehr als Minister sehen will.

Eine ehrliche Meinungsumfrage mit sachlich sinnvollen Fragen würde nach meiner Überzeugung deutlich zeigen, dass unser Volk selbst in der Mehrheit der sog. einfachen Leute nicht so larifari ist, dass es ihm nichts sagte, dass ein Politiker in wichtiger Funktion nachgewiesener Maßen massiv gegen Urheberrechte verstoßen hat und sich unter Ideenklau von Dutzenden anderer Autoren die Doktorwürden ergaunert hat.

Bei richtiger Befragung würde auch sichtbar, dass es den Bürgern nicht gefällt, dass zu Guttenberg bis heute gegen die offen zu Tage getretene Wahrheit behauptet, dass er nicht wissentlich gefälscht hätte. Mit dieser dreisten Lüge können er und Merkel nicht alt werden!

Wer sich mit  “Bild” gemein macht, macht sich selbst gemein.

Auch wenn etwa jeder siebte oder achte Bundesdeutsche fast täglich in Bildzeitung schaut, weiß doch die übergroße Mehrheit, dass diese Zeitung nicht bildet, sondern lügt oder, um es weniger hart zu sagen, konsequent desinformiert.

Es ist nicht so, dass es der großen Mehrheit der Bürger gefiele, wie Prominente wie unsere Kanzlerin und zu Guttenberg sich mit der Linie dieses Schmutzblattes und mit ihren Betreibern gemein machen. Auch dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen inzwischen bei jeder Gelegenheit freiweg “Bild” als Informationsquelle nutzt und dass Redakteure eines solchen Blattes wie zuletzt bei “Hart aber Fair” bei Frank Plasberg als Gesprächsteilnehmer eingeladen werden, gefällt gewiss der Mehrheit nicht – jedenfalls nicht, wenn sie richtig befragt wird.

“Bild” mit seiner immer noch fast 3 Millionen Tagesauflage ist natürlich ein Phänomen, das man nicht aus dem Auge lassen darf. Aber dieses verlogene Blatt ist doch nicht zitierfähig! Man kann darüber berichten, welche Tollheiten man sich dort immer wieder erlaubt. Sich mit ihren Machern aber anzufreunden, sich dort auch eine Kolumne einrichten zu lassen wie früher Dr. Reinhard Rauball oder wie die Klitschkos und andere Lichter platte Werbung für “Bild” zu machen, macht die Mitläufer selbst gemein.

Photo: Bundeswehr-Fotos, via flickr

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