Die ganze wissenschaftsfreie rechte politische Szene müht sich seit Tagen intensiv darum, den Halbjuristen ohne Doktorhut zu Guttenberg in der Regierung zu halten. Sie bestreitet sogar gar nicht mehr, dass es nicht nur ein paar Fehlerchen bei der Anbringung von Fußnoten in der Dissertation gegeben hat. Zwar wird nicht von Plagiat gesprochen, aber von schweren Fehlern.
Zu Guttenberg hat seine Version noch nicht aufgegeben, dass er nicht bewusst getäuscht und sich massenhaft fremde Federn angesteckt hat. Er erklärt, dass er schwere Fehler gemacht und fremde Texte genutzt, aber nicht als fremd kenntlich gemacht hat. Dafür entschuldigt er sich bei denen, deren Texte er übernommen hat. Zugleich faselt er von sieben Jahre langer harte Arbeit an seiner Dissertation und von der Überforderung durch seine öffentlichen Aufgaben. Auf der anderen Seite will er sie erst vor ein paar Tagen einmal richtig gelesen haben und hält sie jetzt einfach für “Blödsinn.”
Zu Guttenbergs Fürsprecher belehren nunmehr das Volk über das ihnen weitgehend hörige Medienkartell, dass einer wie zu Guttenberg doch nicht mehr könne, als sich zu entschuldigen. Das habe er doch getan.
Der Lügenbaron ist aber ein hartnäckiger Sünder.
Er zeigt keine Reue. Selbst wo er des übelsten Plagiats überführt ist, mimt er noch das Unschuldslämmchen. Nicht einmal nachträglich bequemt er sich zu einem Geständnis. Und bei der Universität Bayreuth und dem altenden Doktorvater, die er schwer getäuscht hat und der Öffentlichkeit, die er seit Wochen frech belügt, entschuldigt er sich auch nicht.
Vor Gericht, wo dumme Sprüche nicht mehr zählen, wird solch ein Verhalten nicht strafmildend gewertet. Wer so unbelehrbar ist, verdient das Höchstmaß! Es gibt keinen Grund, weshalb er in der Beurteilung der Bürger besser da stehen sollte. Vergessen wir doch sein ganzes adliges Gehabe, seine gegelten Haare und seine gedrechselten Sätze! Der Mann ist ein Blender und Aufschneider, der in unserer Regierung – wie so viele andere – nichts zu suchen hat.
Die Schuhe zeigen sollten wir auch den verlogenen Fürsprechern von zu Guttenberg. So schwach im Kopf können sie gar nicht sein (wie Dobrindt von der CSU), dass sie nicht wüssten, dass ihre Argumentation dreist und verlogen ist.
Größten Respekt aber Judith Holofernes, die den Schwachköpfen die Stirne zeigt und sogar “Bild” das Übel nennt, das dieses gefährlich verantwortungslose Kitschblatt wirklich ist. Dieses Blatt, das sich als Hauptstütze zu Guttenbergs in der Öffentlichkeit aufgeschwungen hat, das seinen Glanz mit erzeugt hat und jetzt was davon ab haben will!
Photo: Bundeswehr-Fotos, via flickr
ehlers: wenn sie hier halbjurist schreiben, gehe ich davon aus, dass zu guttenberg schon das zweite staatsexamen versemmelt hat. das spricht nicht unbedingt für die leistungsgfähigkeit des adeligen. nach neusten meldungen ist er über die csu durch quereinstieg in die dissertation gekommen. dagegen hätte ich nicht unbedingt etwas einzuwenden. aber die abgabe der dissertation ist mit einer ehrenerklärung verknüpft, ähnlich einer eidesstattlichen versicherung. an dieser stelle wird es strafwürdig, denn es besteht öffentliches interesse, denke ich. protegiert wurde zu guttenberg unübersehbar von der csu. ich habe nun die universität bayreuth auf spendenaufkommen von den zu guttenbergs nachgefragt. auch die csu frage ich diesbezüglich an. unproblematisch alles, wäre zu guttenberg nicht verteidigungsgminister. wozu braucht die koalition den verteidigungsminster? zu einer der größen reformen der nachkriegsgeschichte: deutschland kriegstauglich zu machen, durch eine berufsarmee. dazu ist der gelernte gebirgsjägersoldat zu guttenberg wirklich absolut tauglich. der nimmt auch seine frau mit an die front. das ist nun wirklich modern.