Stéphane Hessel zu Gast bei Frank A. Meyer: Worüber wir uns empören sollten…

Es könnte einen schon auf die Palme bringen! Jedenfalls dann, wenn man hört, welch lapidar zu nennenden Konsequenzen Bundeskanzlerin Angela Merkel, eine studierte Physikerin und vorgebliche Christin, Vorsitzende einer Partei, die das C für – “Christlich” stehend – im Namen führt, aus den Folgen der Erdbebenkatastrophe in Japan betreffs des

Europe_Ecologie_closing_rally_regional_elections_2010-03-10_n04.jpgEs könnte einen schon auf die Palme bringen! Jedenfalls dann, wenn man hört, welch lapidar zu nennenden Konsequenzen Bundeskanzlerin Angela Merkel, eine studierte Physikerin und vorgebliche Christin, Vorsitzende einer Partei, die das C für – “Christlich” stehend – im Namen führt, aus den Folgen der Erdbebenkatastrophe in Japan betreffs des Umgangs mit der Atomkraft hierzulande künftig zu ziehen gedenkt. Man fühlt sich veralbert und ist empört...

Wir leben heute, sagt der 93-jährige Stéphane Hessel, einer der Mitautoren der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (1948), in vielerlei Hinsicht in keiner guten Welt. Zu sehr bestimmten Geld und die daraus resultierende Macht das Leben der Menschen. Auch beklagt der in Berlin geborene Hessel diverse Demokratiebeschädigungen. Und zwar global betrachtet. Darüber müssten sich verantwortungsvolle Menschen empören. Dem Empören sollte, so Hessel, ein Widerstehen folgen. Stéphane Hessel schrieb eine “Anleitung zur Empörung”. Ein kleines Manifest mit dem französichen Titel “Indignez-vous!”  (“Empört Euch!”). Gedacht sei es vorallem für die Jugend, die ihre Zeit den heutigen Erfordernissen nach – auf Demokratie und Menschenrechten fussend – selbst gestalten müsse. In Frankreich verkaufte sich das Büchlein bereits über eine Million mal. Seit kurzem ist “Empört Euch!” auch in deutscher Übersetzung bei Ullstein erschienen.

Gestern strahlte 3sat eine neue Ausgabe der Sendung “Vis-á-vis” aus. Frank A. Meyer hatte diesmal den sympathischen, intelligenten, ehemaligen Réstistance-Kämpfer  Hessel zu Gast. Hier die Sendung auf Youtube. Ich möchte allen Leserinnen und Lesern von RE empfehlen sie anzusehen. Sie werden es mit großem Gewinn tun.

Wer danach dann noch immer Schwierigkeiten hat, Empörungsgründe zu finden, den verweise ich auf die Rede des grandiosen Kabarettisten Georg Schramm auf der 67. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 (zu sehen ebenfalls auf Youtube). Auch Schramm verweist am Ende seiner Rede auf das Phamphlet Stéphande Hessels. Übrigens: Es kostet lediglich 3,99 Euro.

Ein Satz Stéphane Hessels noch zum Schluss: “Neues schaffen heißt Widerstand leisten. Widerstand leisten heißt Neues schaffen.”

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