Schon im vergangenen Jahr hat die Redaktion der Readers Edition den sprichwörtlichen “guten Riecher” bewiesen: für den PopCamp-Jahrgang 2010 hatten die Moderatoren die Frankfurter Truppe “At the Farewell Party” ins Rennen geschickt, die zuvor jahrelanger und eingehender Beobachtung unterzogen wurden. Sie haben es im letzten Jahr bis ins Live-Audit geschafft. Diesmal drücken wir den Hammelburgern von “Godzilla was a friend of mine” die Daumen.
Die enge freundschaftliche Verbindung der Bürgerjournalismus-Plattform mit dem Projekt des Deutschen Musikrats geht nun bereits ins dritte Jahr. Ebenso sorgfältig galt es, auch diesmal die jungen Künstler auszuwählen, die es hoffentlich nicht nur über die erste Jury-Hürde am 2. April, sondern auch ins Live-Audit im Mai in Celle und am Ende sogar bis in die siebte Staffel des Meisterkurses für Populäre Musik schaffen. Unter den kritischen Augen der Jury, zu denen neuerdings auch Oliver Heil (You FM), Christoph Hessler (Musiker der PopCamp-Band 2008 “The Intersphere”), Konrad Sommermeyer (Guerilla Entertainment), Manuel Unger (WDR Rockpalast) und Uwe Wohlmacher (DRadio Kultur) gehören, gilt es in Sachen “Innovation, Kreativität und musikalische Qualifikation” zu bestehen.
“Für uns ist GWAFOM ein Lebenszeitprojekt”
“Wohltuend setzen sich Sänger Mathias, Gitarrist Christoph und sein Kollege Simon sowie Bandmember Flo am Bass und letztlich Manuel an den Drums von immer gleichen harten Styles im Frankenland ab”, urteilte die Readers Edition bereits 2008 über das ungewöhnliche Gespann, das damals im Rahmen der Reihe “Local Heroes” vorgestellt wurde. Seit jenen Zeilen ist viel Wasser die Saale hinuntergeflossen. Und die seit 2006 bestehende Band hat mehr als nur einen Entwicklungsschritt vollzogen. Jugendlicher “Klamauk”, das ist so gar nicht mehr nach ihrer Facon. Für die jungen Herren zwischen 25 und 30 ist das, was sie musikalisch tun, heute mehr als nur ein Hobby. “Für uns ist GWAFOM ein Lebenszeitprojekt”, erklären sie im Gespräch mit der Readers Edition.
Auf einem Level stehen zu bleiben, das kommt für sie nicht in Frage. “Wir sind immer auf der Suche nach der nächsten Stufe. Unsere Band ist schließlich auf Langfristigkeit angelegt”, so die Musiker, die sich von Anfang an auch fachlich, zum Beispiel an der Bayerischen Musikakadamie Hammelburg oder im Rahmen verschiedener Workshops, weitergebildet haben.
“Wir sind nicht ‘Indie’ auch wenn es jeder schreibt!“
Was sie selbst auszeichnet, das kann das Quintett daher auch ohne zu zögern beantworten. “Wir sind eine Band mit einer hohen dynamischen Bandbreite, das können nicht viele bieten. Und: Wir sind nicht ‘Indie’, auch wenn es jeder schreibt!” Post-Rock treffe, so sind sie überzeugt, die Sache immer noch am besten. Schließlich sei alles dabei: von sphärisch bis vertrackt.
Für das Spitzenförderprojekt des Deutsche Musikrats empfehlen sie sich denn auch mit einem überaus gelungenen Erstling. Über neun Stücke hinweg bieten die Fünf eine außergewöhnliche musikalische wie emotionale Achterbahnfahrt. Von “Remote Control” bis hin zu “Illuminate Insomnia”: diese Quintessenz der letzten anderthalb Jahre GWAFOM hat auch der Redaktion von “Visions” imponiert. Kurzerhand kührten sie die “Frankenscheibe” zur “Demo des Monats”. Und auch andere Kritiker zeigen sich begeistert. So schreibt etwa die “Rote Raupe“: “Das Würzburger Quartett will es dem japanischen Gummimonster zwar nicht gleichtun, marschiert aber ähnlich zielgerichtet, wie einst Godzilla gen Tokio, in unsere Gehörmuscheln.” Sie überzeugen “von der ersten Minute an auf Albumlänge. (…). Offen klagen die Jungs ihr Leid, berichten von Sehnsüchten, Problemen und der scheinbaren Ziellosigkeit, welcher wir alle irgendwann ausgeliefert sind, selten wurde das von einer deutschen Band aber so gut umgesetzt, wie von den Würzburgern.” Das sieht auch “Zuckerkick” so, die urteilen: “Das Wechselspiel zwischen rockigen Passagen und schwelgerischen Melodien funktioniert ganz hervorragend, alles auf dieser Platte befindet sich im Fluss.”
Und dieser soll auch im Frühjahr 2011 weitergehen: Was sie sich nun vom PopCamp versprechen? Ganz klar: “Wir wollen vor allem kreativen, wie auch fachlichen Input mitnehmen”, so die Truppe im Chor. Aber auch der Netzwerkgedanke steht für sie an ganz vorderer Stelle. Wir drücken schon jetzt die Daumen!
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