Skulptur “Gemeinsam” soll an Wiedervereinigung erinnern

Mehr als zwei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung schlägt der in Oberfranken beheimatete Professor Dr. Claus-Frenz Claussen eine Großplastik mit dem Titel “Gemeinsam” zur Installation an der Brücke der “Deutschen Einheit” im Dreiländereck Bayerisches Vogtland, Thüringisches Vogtland und Sächsisches Vogtland vor. Aufgestellt werden soll sie an der A9 am Übergang über

Mehr als zwei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung schlägt der in Oberfranken beheimatete Professor Dr. Claus-Frenz Claussen eine Großplastik mit dem Titel “Gemeinsam” zur Installation an der Brücke der “Deutschen Einheit” im Dreiländereck Bayerisches Vogtland, Thüringisches Vogtland und Sächsisches Vogtland vor. Aufgestellt werden soll sie an der A9 am Übergang über die Sächsische Saale zwischen Rudolphstein in Oberfranken und Hirschberg in Sachsen.

Begehbare Skulptur aus 900 Tonnen Stahl

“Die Idee und die ersten konkreten, in Metall geformten Modelle entstanden bereits ab 1990 in meinem eisenbildnerischen Atelier im Berger Winkel im Landkreis Hof”, erzählt der 1939 in Husum geborene und seit 1970 in Franken beheimatete Künstler über das seit langem erdachte Kunstwerk. “Der begleitende geistige Unterbau entwickelte sich in meiner Kunstvorlesung, die ich als Universitätsprofessor von 1976 bis 2004 an meiner Alma Mater in Würzburg gehalten habe.”

Die Dimensionen seines Vorhabens sind gewaltig: 39 Meter hoch soll die begehbare Skulptur einst werden. Rund 33 Meter soll der Durchmesser sein. Dafür benötigt Claussen 900 Tonnen Stahl. Kosten soll das Ganze Vorhaben gut 2,5 Millionen Euro. Modelle, die die historische Entwicklung von der Weimarer Republik an in drei Phasen erzählen sollen, existieren bereits.

Optimismus auf eine positive Zukunft

Derartige Projekte sind dem Wissenschaftler unterdessen nicht neu. Bereits seit 1980 wurden von ihm zahlreiche große Skulpturen an öffentlichen und privaten Plätzen aufgestellt. Würzburg, Bayreuth, Baden-Baden und auch Berlin gehören zu den Stationen, an letzterer wurde 1997 vor der Charité das Werk “Trianguläres Gingko” installiert. In seinem Eisenpark von Eisenbühl kann sich jeder Interessierte zudem eigenen Eindruck von seinen Ideen machen. Im dort gelegenen Landschaftspark an der Sächsischen Saale sind mehr als 200 Großplastiken ausgestellt, die zur intensiven Auseinandersetzung einladen.

Das vorgeschlagene Kunstwerk “Gemeinsam” soll nun eine regional entstandene Ergänzung zum großen Einheits- und Freiheitsdenkmal in Berlin sein, so der 71-jährige Künstler, der sich selbst als “Eisenbildner von Eisenbühl”. Er betont: “Es drückt aber auch unseren aus den Regionen kommenden Optimismus auf eine positive Zukunft aus.” Immerhin haben die Menschen dort die Jahrzehnte lange Trennung unmittelbar als eigene, bedrückende Lebenswirklichkeit erfahren müssen.

Auf Zuspruch und Förderung angewiesen

Noch ist das Ganze eine monumentale Idee. Erforderlich ist jetzt, dass ein Förderkreis zur Entwicklung dieser Skulptur geschaffen werde. “Dabei soll insbesondere auf Spendengelder von den Menschen und der Wirtschaft aus den Regionen bayern, Thüringen und Sachsen zurückgegriffen werden, damit dieses Kunstwerk realisiert werden kann”, so der Ideengeber. Die bisherigen Modelle und die Skulptur in Baden-Baden aus dem Jahr 1995 hätten jedoch gezeigt, dass das Projekt künstlerisch und technisch beherrscht werde. Wenn also der Zuspruch in der Bevölkerung vorhanden sei und die Finanzierung stehe, würde die Skulptur definitiv realisiert.

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