Ein Gespenst geht um in Deutschland. Das Gespenst namens Wachstum. Kürzlich hat es seine unerbittliche personale Fratze gezeigt. Im Verbund mit den Bossen, die dieses Land in den Abgrund führen und die Massen elendig in die Armut verstoßen. Brüderle, wie konntest du es nur wagen zu behaupten, dass eine preisgünstige Energieversorgung gut für eine wettbewerbsfähige Produktion von Gütern und Dienstleistungen ist? Die geheimen Protokolle der Weisen vom Mammon entlarven dich als einen Verschwörer gegen die guten sozialistischen Sitten. Darauf hat Gysi dir zu Recht die Leviten im Bundestag gelesen. Also, Brüderle, weniger Rotwein, mehr rot-grünes Bewusstsein.
Post von den Stadtwerken
Ja, ärgerlich auch für uns. – … sind uns der Verantwortung bewusst- — kalkulieren immer marktgerecht – .EEG-Abgabe steigt 2011 um 70% – …. moderate Preiserhöhung unumgänglich…
Das nennt man heute “Grüne Briefe”, gegen die der “Strommichel” nichts ausrichten kann. Aber die Leute, bei denen er seine Brötchen verdienen könnte, um die höheren Preise zu bezahlen.
Beispiele:
- So etwa Europas größter Kupferproduzent Aurubis. Wegen hoher Energiekosten sei er nicht daran interessiert, in Europa zu investieren, sagte Bernd Drouven, Chef des Hamburger Konzerns, dem Handelsblatt…
- Auch der Wiesbadener Grafitspezialist SGL Carbon baut seine neue Karbonfaserfabrik in den USA. “Gern hätten wir diese in Deutschland angesiedelt”, sagt SGL-Carbon-Chef Robert Koehler. Aber die Energie sei hier zu teuer…
- Das norwegische Unternehmen Norsk Hydro hat die Kapazität im Rheinwerk bei Neuss, der größten Alu-Hütte des Landes, bereits auf ein Drittel reduziert €“ und erwägt nun die Produktion komplett einzustellen. Stattdessen investiert Norsk Hydro in neue Produktionsanlagen in Katar und Brasilien. Auch hier der Grund: die hohen Energiekosten€¦.
Eine schlichte Unternehmerweisheit besagt: “Umsatz macht Arbeit, Rendite bringt Spaß.”
Was die meisten Mittelständler noch in diesem Land hält ist schlicht die Tatsache, dass sie nicht so agieren können, wie global agierende Aktiengesellschaften, also die Großkonzerne. Damit ist nicht die kreative Buchführung/Bilanzierung gemeint (Gewinne und Verluste weltweit steuergünstig zu transferieren), sondern die Fixierung auf einen Standort, auch wenn man sehr export-orientiert ist, also global verkauft. Ein Spezialist für Blasformextrusion-Maschinen kann nicht wie Siemens weltweit Produktionsstätten hochziehen, dafür ist sein Marktsegment zu klein. Sollten aber die Energiekosten weiter steigen, gefährdet dies den fraglosen Qualitätsvorteil seiner Güter durch höhere Verkaufspreise. Auch der deutsche Maschinenbau ist nicht völlig konkurrenzlos in der Welt.
Den Großkonzernen dagegen ist es völlig egal, ob hier Renate und Gabriel den Ton angeben oder Fix und Foxy.
Wenn die Rendite nicht mehr stimmt, dann wird abgebaut. Beispiele? BASF hat nur ein kleines Projekt für Erweiterungsinvestitionen in Deutschland in der Pipeline. Ebenso ThyssenKrupp. Warum forciert wohl Daimler seine Investitionen in den USA? (Vermutung: Langfristig wird die E-Klasse-Produktion in die USA und nach China verlagert) Was sollen die von den Politikern so hoch gelobten Abkommen vieler großer Konzerne mit den Gewerkschaften über die Arbeitsplatzgarantien bis 2015 etc.? Das sind Stillhalteabkommen der Unternehmen, um den schrittweisen Abschied vom Standort Deutschland vorzubereiten. Und wenn 2012 wirklich die CO2-Versteigerung auch die energieintensiven Unternehmen trifft, dann geht zum Beispiel in der deutschen Zementindustrie der Ofen aus. Warum? Über 50% der deutschen Produktion ist in mexikanischer Hand (CEMEX). Und die lieben nichts mehr als die Rendite. Weil es Spaß macht.
Wer sich von der Thermodynamik verabschiedet, wird verlieren
Einverstanden, es geht auch ohne Kernkraft. Aber wer im übertragenen Sinne meint, Fortschritt sei, wenn wir die Dampfmaschine einmotten, ist auf dem Holzweg. In der Leistungsdichte sind thermische Großkraftwerke (700 bis 1000 MW) allen anderen Stromerzeugungstechnologien wirtschaftlich weit überlegen. Nur nicht ideologisch.
Wie der Ast zeigt, auf dem Deutschland gerade sitzt.
Photo: Gerd Altmann, via pixelio.de
Das sind ja erstaunliche ehrliche Statements, die da von den angeführten Unternehmern ausgesprochen werden. Dabei weiß ich definitiv, dass die Unternehmen schon Sonderkonditionen von den Energieversorgern erhalten, die des öfteren sogar noch nachverhandelt werden.
Diese “Verluste?”, die den Versorgern entstehen, müssen sie natürlich wieder ausgleichen, um ihre Anleger wieder zu beschwichtigen. Daher holen sie sich diese Beträge durch Preiserhöhung bei der Masse ihrer Klientel.-
Und das sind WIR!