Sudan: “Cyber-Dschihad” soll den Online-Widerstand brechen

Wer den Umbruch im Nahen Osten in den letzten Monaten verfolgt hat, der kam nicht umhin, gerade Sozialen Netzwerken wie Facebook eine nicht zu unterschätzende Rolle einzuräumen. Seiten wie “We are Khaled Said” lieferten wertwolle Informationen abseits des Mainstreams, kommentierten die Ereignisse vor Ort und trugen dazu bei, die Menschen

5020624897_2543f445b5.jpgWer den Umbruch im Nahen Osten in den letzten Monaten verfolgt hat, der kam nicht umhin, gerade Sozialen Netzwerken wie Facebook eine nicht zu unterschätzende Rolle einzuräumen. Seiten wie “We are Khaled Said” lieferten wertwolle Informationen abseits des Mainstreams, kommentierten die Ereignisse vor Ort und trugen dazu bei, die Menschen weltweit miteinander zu verbinden. Im Sudan, wo es seit geraumer Zeit ebenfalls brodelt, reagiert nun die regierende Nationale Kongresspartei auf die Facebook- und Twitter-Proteste. Sie kündigt an, eigene Onlinespezialisten würden den Widerstand im Netz brechen.

Die Reaktion resultiert aus einem Anstieg an Aktivitäten der Regierungsgegner auf Facebook und Twitter, wie die BBC berichtet. NCP-Generalsekretär Mandur al-Mahdi warnte die oppositionellen Gruppen, dass sein Cyber-Bataillon” eine online Verteidigung ausführen werde.

Seit diesem Januar gab es im Sudan mehrere Proteste gegen die Regierung.

Die Regierung, die die Macht durch einen Militärputsch im Jahr 1989 erlangte, ist über diese Aufstände, die ähnlich wie die im gesamten Nahen Osten und Nordafrika verlaufen, zunehmend besorgt. Dementsprechend heftig wurde auch auf die Demonstrationen, organisiert von Jugendgruppen, reagiert. Viele Aktivisten wurden verhaftet.

Im Vorfeld der Januar-Proteste haben Anhängern der NCP-Partei Nachrichten von Dissidenten auf dem Facebook-Seiten veröffentlicht und davor gewarnt, diesen beizutreten. Und bisher, so scheint es, konnten die Proteste noch nicht die Massen mobilisieren, wie es in anderen Ländern der Fall gewesen ist.

Trotz der jüngsten Drohung eines “Cyber-Dschihads” gibt es jedoch wenige Hinweise auf den wahren Umfang einer solchen Operation.

Der Öl produzierende Süden des Sudans befindet sich aktuell in einem Ablösungsprozess von der nördlichen Hälfte des Landes. Im Januar hatte eine große Mehrheit der Bevölkerung für eine solche Unabhängigkeit gestimmt, um so einen seit 22 Jahren andauernden Bürgerkrieg zu beenden.

Photo: martha_jean, via flickr

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