Bundesliga im Endspurt

Es sind noch vier Spieltage abzuarbeiten, dann kann sich die Borussia aus Dortmund zum siebten Mal über den Gewinn der Deutschen Meisterschaft freuen. Bei dieser These, wie auch bei der Prophezeiung, dass die Borussia aus Gladbach absteigt, stimmt der Großteil Fußballdeutschlands wohlwollend ein. Doch deshalb verliert die Liga in den

Toooor.jpgEs sind noch vier Spieltage abzuarbeiten, dann kann sich die Borussia aus Dortmund zum siebten Mal über den Gewinn der Deutschen Meisterschaft freuen. Bei dieser These, wie auch bei der Prophezeiung, dass die Borussia aus Gladbach absteigt, stimmt der Großteil Fußballdeutschlands wohlwollend ein. Doch deshalb verliert die Liga in den kommenden Wochen lange nicht an Spannung! Prominente Namen kämpfen gegen den Abstieg oder gegen die Europa Liga, vermeintliche Underdogs um den Einzug in die Champions League. Ein Ausblick auf das Restprogramm der Wackelkandidaten lädt zum spekulieren ein.

Ausblick auf die Plätze 2 bis 4: Fängt sich Bayer 04?

Für Don Jupp Heynckes und seine Pharma-Kicker wird in den letzten Spieltagen vor allem eines entscheidend sein: Bekommt man endlich die Erfolgsflatter in den Griff? Die Leverkusener neigen traditionell dazu, auf der Schlussgeraden unnötige Fehler zu begehen und Punkte zu verschenken. In Anbetracht des Restprogramms kann auch dieses Jahr nicht ausgeschlossen werden, dass sie noch einmal ins Wanken kommen. Mit Hoffenheim, Köln, Hamburg und Freiburg spielen die Werkskicker gegen drei Wundertüten und eben Freiburg. Hoffenheim und Köln kommen mit halb demontierten Trainern, Hamburg ist diese Saison sportlich nur schwer greifbar und Freiburg spielt nach dem sicheren Klassenerhalt nur noch der Freude wegen.

Was kann der Rekordmeister noch retten?

Nach dem offenbar lang ersehnten Abgang von van Gaal und dem hervorragenden 5:1 -Einstand des Übergangstrainers Jonker, haben sich in München die Gemüter größtenteils beruhigt. Jetzt gilt es hier zu zeigen, dass die diesjährige sportliche Talfahrt tatsächlich an „unlustigem“ Training und untauglicher Kommunikation zwischen Trainer und Vorstand lag. Das Restprogramm der Münchner spielt jedenfalls unter den Argusaugen des Abstiegsgespenstes. Mit Eintracht Frankfurt, St. Pauli und dem VFB Stuttgart kommen drei Vereine, für die es aller Wahrscheinlichkeit nach bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt geht. Der vierte im Bunde – Schalke 04 – dürfte ebenfalls keine leichte Aufgabe darstellen. Bei den Königsblauen greifen nach dem Trainerwechsel ähnliche Mechanismen wie in München, mit dem Unterschied, dass man eine enttäuschende Saison der Theorie nach noch mit zwei Pokalen krönen könnte.

Bleibt Hannover auf Kurs?

Immer im Windschatten der Münchener, spielt zum Endspurt dieser Saison Hannover 96. Gerade einmal ein Punkt trennt die Niedersachsen vom Rekordmeister. Der kleine aber feine Unterschied findet sich im Restprogramm. Mit dem SC Freiburg, Borussia Mönchengladbach, VFB Stuttgart und dem FC Nürnberg haben die Kicker von Mirko Slomka überwiegend Gegner, die den Rest der Saison gemächlich ausklingen lassen dürften. Der SC Freiburg sieht den Rest der Saison als Bonusgrube, ähnlich dürfte es sich bei den Nürnbergern verhalten. An Gladbach glaubt so ziemlich keiner mehr, Stuttgart könnte der Voraussicht nach also zum stärksten Gegner und Spielverderber für die Niedersachsen mutieren.

Prognose für die Plätze 2 bis 4

Trotz eines vermeintlich schweren Endprogramms wird Bayer 04 Leverkusen Platz 2 behaupten. Mit aktuell 6 Punkten Vorsprung auf Platz 3 sollte hier nicht mehr viel anbrennen. Spannender wird es bei dem Gerangel um Platz 3 und die somit verbundene Königsklasse. Ein Punkt trennt Bayern München vom Überflieger aus Hannover. In Anbetracht der Gegner auf der Zielgeraden ist nicht auszuschließen, dass Hannover das Rennen noch macht. Gegen Schalke 04 haben die Münchner schon den DFB Pokal abgegeben, am letzten Spieltag wartet mit dem VFB Stuttgart ein sicher hoch motivierter Spielverderber. Zum einen geht es für die Schwaben unter Umständen noch um den Klassenerhalt. Zum anderen dürfte die Hinrundenblamage (3:5) für einen Spätzle-Zusatzturbo sorgen. Eine Deklassierung der Münchner durch Hannover 96 ist somit nicht ausgeschlossen.

Ausblick auf die Plätze 16 bis 18: Gladbach sagt adieu!

Die positive Nachricht für den Großteil der Zweitligagefährdeten dürfte wohl sein, dass es nur noch einen sicheren Abstiegsplatz gibt. Leider hat es Borussia Mönchengladbach (Platz 18) nicht mehr geschafft, das Ruder rumzureissen und den Abstieg zu verhindern. Rein rechnerisch wäre es mit all erdenklichem Wohlwollen dieser Erde noch möglich, doch in diesem Fall dürfte die künftige Zweitklassigkeit beschlossene Sache sein. Dem kleinen Funkeln der Hoffnung vom 29. Spieltag (5:1 gegen Köln) folgte eine ernüchternde Niederlage gegen Mainz. Und das Restprogramm mit Dortmund, Hannover, Freiburg und Hamburg gibt auch keinen Anlass zu ausfälligem Optimismus. Prognose: Wenn – in Anbetracht des diesjährig gezeigten Fohlenpotentials – alles optimal läuft, könnte ein Abgang auf Platz 17 möglich sein.

Weint oder lacht Stani zum Abschied

Das der Kulttrainer Holger „Stani“ Stanislawski zur neuen Saison die TSG Hoffenheim trainieren wird, trieb nicht nur Stani selbst Tränen in die Augen. Neben der Tatsache an sich, ist sicher auch das Timing der Bekanntgabe suboptimal. Das Restprogramm der Ligapiraten (Platz 17) mit Bremen, Lautern, Bayern und Mainz wäre auch bei vereinsinterner ruhiger See schwer genug geworden. Prognose: Die Piratenlieder erfreuen nächste Saison wohl eher Fans in den Stadien von Cottbus, Duisburg, Düsseldorf  und somit Liga 2.

Prominenz am Abgrund

Viel prominenter könnte der Kampf gegen den Teilabstieg (Relegation/Platz 16) kaum besetzt sein. Mit Wolfsburg, Frankfurt, Stuttgart, Kaiserslautern, Köln und Bremen kämpfen Tradition und Euro-Millionen der Extraklasse um die weitere Erstligazugehörigkeit. Dabei trennen Platz 11 (Werder Bremen) und Platz 16 (VFL Wolfsburg) gerade einmal 6 Punkte. Hier ist Spannung demnach garantiert, zumal es während der letzten vier Spieltage einige direkte Duelle gibt.

Das Restprogramm der Kellerkinder:

Werder Bremen: St. Pauli, Wolfsburg, Dortmund, Kaiserslautern

FC Köln: Wolfsburg, Bayer Leverkusen, Frankfurt, Schalke 04

Kaiserslautern: Schalke 04, St. Pauli, Wolfsburg, Werder Bremen

VFB Stuttgart: Hamburg, Hoffenheim, Hannover 96, Bayern München

Eintracht Frankfurt: Bayern München, Mainz 05, Köln und Dortmund

VFL Wolfsburg vs. Köln, Leverkusen, Kaiserslautern und Hoffenheim

Prognose: Eine Prognose ist hier nur schwer abzugeben. Zu explosiv sind die restlichen Partien im Tabellenkeller. Deshalb wird wohl auch viel von den einzelnen Nebengeräuschen der Branche abhängen und wie immer, vom Nervenkostüm der Spieler. Hier könnten St. Pauli, Kaiserslautern und Köln profitieren, da die Abstiegsangst zur Seele der Vereine gehört. Für Werder Bremen, den VFB Stuttgart, Eintracht Frankfurt und den VFL Wolfsburg gestaltet es sich anders. Diese Vereine sind allesamt mit deutlich höheren Zielen in die Saison gegangen, die Köpfe der Spieler hängen dementsprechend tief. Auch die Startrainer Daum (Eintracht Frankfurt) und Magath (VFL Wolfsburg) konnten bislang nicht den erwünschten Schub bringen. Bei aller Panik sollte jedoch nicht vergessen werden, dass Platz 16 nicht den Abstieg, sondern viel mehr die Relegation bedeutet. Hier trifft man also in Hin- und Rückspiel auf den Drittplatzierten der zweiten Liga und hat somit zwei Spiele um zu zeigen, dass Liga 1 das richtige Pflaster für den Verein ist.

Photo: Gerd Altmann, via pixelio.de

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