Steinbach: Völkermord an den Armeniern braucht festen Platz im weltweiten kollektiven Gedächtnis

Am Abend des Ostersonntags gedenken die Armenier ihrer Völkermordopfer von 1915  in der Frankfurter Paulskirche. Dazu hat, neben US-Präsident Barack Obama, auch die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Erika Steinbach eine Erklärung abgegeben. “Die Türkei muss zu einem opferorientierten Umgang mit den dunklen Seiten der eigenen

Am Abend des Ostersonntags gedenken die Armenier ihrer Völkermordopfer von 1915  in der Frankfurter Paulskirche. Dazu hat, neben US-Präsident Barack Obama, auch die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Erika Steinbach eine Erklärung abgegeben.

“Die Türkei muss zu einem opferorientierten Umgang mit den dunklen Seiten der eigenen nationalen Geschichte finden. Es ist nach beinahe einem Jahrhundert an der Zeit, die Aufarbeitung des Völkermords an den Armeniern endlich zu beginnen. Das grausame Verbrechen jährt sich dieser Tage zum 96. Mal. Noch immer ist der türkische Staat nicht bereit, diesen Teil türkischer Geschichte aufzuarbeiten”, so die Politikerin.

Kritische Auseinandersetzung mutiger türkischer Intellektueller

Umso größere internationale Beachtung und Unterstützung müsse die kritische Auseinandersetzung mutiger türkischer Intellektueller und der Zivilgesellschaft mit diesem Teil ihrer Geschichte finden. Sie seien nicht mehr bereit und willens, die Katastrophe und die türkische Verantwortung zu leugnen.

“Die gemeinsame Erinnerung an den Genozid am 24. April jedes Jahres stellt eine der stärksten gefühlsmäßigen Klammern dar, die das in über 120 Staaten der Welt verstreute armenische Volk eint”, so Erika Steinbach.

Türkischer Botschafter rügt US-Präsident Obama

Unterdessen hat der türkische Botschafter in Washington, Namik Tan, die Aussagen des US-Präsidenten Barack Obama zu den Vorfällen des Jahres 1915 gerügt. Er erklärte: “Präsident Obamas Statement ist eine rechtswidrige, verzerrte und einseitige politische Beschreibung der Geschichte. Wir bedauern dies zutiefst.” Tan sagte weiter, das Urteil “Dritter über die Geschichte der türkisch-armenischen Beziehungen auf der Grundlage ihrer eigenen innenpolitischen Betrachtungen ist völlig inakzeptabel”. US-Präsident Obama bezeichnete die Vorfälle in einer Erklärung am 23. April als “große Tragödie”. Ähnlich hatte er das bereits im vergangenen Jahr getan. Von einem Genozid sprach das Staatsoberhaupt hingegen zum wiederholten Male nicht.

Vor 96 Jahren, am 24. April 1915 veranlasste die jungtürkische Bewegung die Verhaftung, Deportation und Ermordung armenischer Intellektueller und leitete damit den Genozid an der Armeniern ein. In den Jahren 1915 und 1916 fielen rund 1,5 Million Armenierinnen und Armenier systematischen Massakern und Deportationen des jungtürkischen Regimes zum Opfer. Hunderttausende von Ihnen starben auf dem Todesmarsch durch die syrische Wüste. Kinder und Frauen wurden in die Sklaverei verschleppt.

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

  1. Erika Steinbach hat neben US-Präsident Obama a u c h eine Erklärung abgegeben. Na toll! Man ist ja froh, wenn die Berufsvertriebene mal schweigt. Auf die Erklärung hat die Welt gewiß gewartet.

    Fraglos hat die türkische Politik noch Hausaufgaben zwecks dieser Problematik zu machen. Man darf nur nicht vergessen, dass Ankara schon vorsichtige Versuche unternommen hat, um mit den Armeniern ins Reine zu kommen. Es stimmt nicht, wenn Frau Steinbach behauptet, der türkische Staat sei noch immer nicht bereit, diesen Teil türkischer (richtig ist: osmanischer) Politik aufzuarbeiten.
    Diese in der Tat mit schwerem Leid verbundene Problematik sollte nicht mit lauten Schuldzuweisungen und Anklage in Richtung Ankara gelöst werden. Die vergiften nur.

    Im übrigen frage ich mich, ob Armenien und die Armenier eine Fürsprecherin wie Erika Steinbach benötigen. Es steht vielmehr zu befürchten, dass Frau Steinbach das Leid der Armenier (wie das anderer Völker) abermals benutzt ( etwa über das Zentrum für Vertreibungen), um “ihre” Vertriebenen besser dastehen zu lassen. Regelmäßig ist Frau Steinbach nämlich versucht, Geschichte zu klittern. Ohne das nicht selten schlimme Schicksal dieser aus Polen oder der Tschechoslowakei Vertriebenen relativieren zu wollen, muss stets dazu gesagt werden: Dieser Vertreibung ging von Deutschen verübte Greuel an diesen und anderen Völkern voraus. Als Ursache. Als Wirkung darauf gab es Vertreibungen. Dass es dabei schlimme Entgleisungen gab, war ebenfalls Unrecht.