Studie Über Einkaufsfrust. Allgemeiner Bring Dienst ist die Lösung.

Der Internet Online Shop Froodies hat viel Geld fÜr eine Studie ausgegeben, die uns klar macht, wie viel Zeit wir mit der Beschaffung der immer gleichen Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände in den Geschäften verplempern. Der Auftragnehmer, das wenig bekannte Elite News Institut fÜr Druck und  Kommunikation in Wiesbaden, hat jetzt in

3338900345_f3b4b1b774.jpgDer Internet Online Shop Froodies hat viel Geld fÜr eine Studie ausgegeben, die uns klar macht, wie viel Zeit wir mit der Beschaffung der immer gleichen Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände in den Geschäften verplempern. Der Auftragnehmer, das wenig bekannte Elite News Institut fÜr Druck und  Kommunikation in Wiesbaden, hat jetzt in einer kurzen Presseinformation das Ergebnis der Studie verbreitet: Das Ergebnis kann in Ansehung der offenbaren Interessen des Auftraggebers kaum Überraschen.

NatÜrlich sind die Deutschen Überwiegend unzufrieden, dass sie so viel Zeit damit verbringen mÜssen, um sich aus dem Üppigen Angebot an Waren Tag fÜr Tag des Passende heraus zu suchen. Neckermann fing an damit, die Sachen ins Haus zu bringen. Heute kriegt man sogar frische Ware im Paket geliefert. Das Meiste mÜssen wir uns aber auf zeitraubende Weise suchen und nach Hause schaffen. In unserer Welt gibt es leider nicht das “Tischlein deck dich!”, das aufs Händeklatschen alles heranschafft, was uns in den Sinn kommt. Anders gesagt: ist denn der Kunde wirklich König, der sich alles was er zum Leben braucht, in den Geschäften mÜhsam heraussuchen und von dort aus selbst nach Hause schaffen muss?

Zehn Tage “Einkaufsarbeit” im Jahr fÜr jeden BÜrger

Die Studie teilt wörtlich mit:

“Bis zu zehn ganze Tage verbringt der deutsche DurchschnittsbÜrger pro Jahr mit dem Einkaufen von Lebensmitteln. Wie die aktuelle Studie “Lebensmitteleinkauf 2011 – Lust oder Frust?” berichtet, wenden 41 Prozent der Verbraucher bis zu zehn Tage und weitere 46 Prozent immerhin noch bis zu fÜnf Tage im Jahr auf, um sich mit den Lebensmitteln des alltäglichen Bedarfs zu versorgen. Rund ein Zehntel der Bevölkerung ist sogar länger als einen halben Monat im Jahr in Supermärkten unterwegs, um Wurst, Käse und alles, was man sonst noch so zum Essen und Trinken braucht, einzukaufen. FÜr die Studie hat das Elite News Institut (www.elitenews.de) im Auftrag des Online-Supermarktes froodies (www.froodies.de) knapp 1.500 Verbraucher beim Verlassen eines Supermarktes im ganzen Bundesgebiet befragt.” Wäre es nicht schön, wenn diese 10 Tage dem Jahresurlaub zugeschlagen wÜrden?

Das ewige Warten auf die Paketdienste macht aber auch keine Freude.

Die Studie erspart es sich verständlicherweise danach zu fragen, welchen Frust es fÜr den Kunden bedeutet, der sich gern so weit wie möglich ins Haus beliefern lässt, die Sendungen der vielen Anbieter abzuwarten und nachzuverfolgen. Nur ein Konzept, das alle Interessen von Käufern und Verkäufern in einer Region bedenkt und berÜcksichtigt, kann die Situation des Einkaufs wirklich wesentlich verbessern. Das Konzept habe ich indessen seit endlosen Jahren in der Schublade.

Nur ein Allgemeiner Bring Dienst verbessert grundlegend die Einkaufssituation fÜr Anbieter, Käufer und die Gesellschaft.

Vor fast fÜnf Jahren habe ich hier eine kleine utopisch anmutende  Geschichte mit dem Titel “Ein schöner Tag im Leben eines Bringers” eingestellt.

Dort beschreibe ich einen Allgemeinen Bring Dienst (ABD), der mehr oder minder alle Angebote des Handels aus seiner Region bÜndelt. Obwohl ich das System schon in den 80er Jahren entwickelt und in langen Verhandlungen mit  demVorstand des sehr interessierten Handelsriesen ASKO in SaarbrÜcken (40 Milliarden Jahresumsatz, später geschluckt von der METRO) optimiert hatte, habe ich 2006 fÜr die erste öffentliche Erwähnung des Systems eines Allgemeinen Bring Dienstes die  Form der Utopie gewählt. Wie schwer es ist, in unserer Gesellschaft Neuerungen durchzusetzen, und seien sie noch so gut, ist ja  bekannt.

Die Grundidee des ABD ist schnell erklärt: Jeder einfache BÜrger, jeder Händler, jede Firma oder Einrichtung kann Über diesen Dienst innerhalb einer definierten Region Warenangebote im Internet bekannt machen. Auf der anderen Seite kann jeder von ihnen auch seine Wareneinkäufe dem ABD durchgeben. Dieser Dienst registriert sofort diesen Eintrag unter der Kundennummer des Auftraggebers und in der Auftragsliste jedes der im System beteiligten Anbieters. Das Entgelt wird – nicht rÜckrufbar – vom Konto des Auftraggebers abgebucht. Der Anbieter erhält sodann per Email den Auftrag.  Er stellt die Waren mit allen anderen bei ihm an diesem Tage eingegangenen Aufträgen aufgeteilt nach Auftraggebern zusammen. Am Morgen des nächsten Tages Übergibt er sie dem “Bringer”, dem Fahrer des ABD. Dieser fährt an jedem Werktag jeden Anbieter mit einer aktuellen Order auf  der ihm zugeteilten Route an. Weil die Route fest ist, weiß jeder Lieferant ziemlich genau, wann der Wagen vorbei kommt. Mittags werden alle eingeholten Gebinde im zentralen Depot auf die Empfänger verteilt. Die Lieferfahrzeuge fahren dann mit neuen Fahrern neue feste Routen ab. So werden alle Käufer jewils in einer einzigen Auslieferung innerhalb kalkulierbarer Zeit  mit allen Waren der Region beliefert, die sie bis zum Bestellende am Vortag geordert haben.

Mit Ausnahme von frischen Brötchen, die einfach zu schnell ihre Knusprigkeit verlieren, gibt es fast nichts an Waren, auch frisch oder gekÜhlt,  was der ABD nicht aus Tausenden möglicher Einkaufsmöglichkeiten zusammengefÜhrt dem Verbraucher auf den KÜchentisch stellt oder beim Firmeneingang abgibt. Der Kunde hat so eine nie dagewesen  Auswahl. Es gibt keinen Druck bei einem Anbieter etwas zu kaufen, was ein Konkurrent nicht besser anbietet, bloß weil man schon einmal da ist und nicht noch ein Geschft aufsuchen will. Der Kunde kann natÜrlich auch die Geschäfte aufsuchen und sich dort umsehen. Die Geschäftsleute werden sich umstellen auf ein erlebnisreicheres Einkaufen. Das Transportieren schwerer Sachen bis in die Wohnung oder das BÜro kann er jedenfalls immer dem Bring Dienst Überlassen.

Die Anbieter haben damit schlagartig einen gewaltiges Potenzial an Kunden bis in den letzten Winkel der Region hinein. Sie können sich tief gestaffelte Angebote zulegen ohne befÜrchten zu mÜssen, dass diese mangels Kundschaft zu LadenhÜtern werden. Dementsprechend wächst die Auswahl bei den Käufern. Besonders groß ist der Vorteil fÜr die, die Schwierigkeiten haben, sich aus eigener Kraft angemessen zu versorgen. Alte und Gebrechliche, aber auch alle, die weit weg von Einkaufszetren befinden, haben plötzlich dieselben Einkaufsvorteile wie die mobilen Stadtbewohner. NatÜrlich ist das System auch gut fÜr die Vielbeschäftigten, die eigentlich gar keine Zeit zum Einkaufen haben. Sie können sich am Feierabend im Sessel zurÜcklehnen und ihre Einkaufsliste in die Datei mit der Gesamtliste fÜr alle anderen Angehörigen ihrer Familie oder Wohngemeinschaft einflechten. Ist der Unterschied zum märchenhaften “Tischlein deck dich!” nicht dadurch sehr geschrumpft?

Jeder BÜrger oder Unternehmer wird durch das System enorm begÜnstigt. Das Wichtigste: alle sparen Zeit und Wege. Die Walze der Fahrzeuge, die sich täglich durch die Städte zu den vielen Läden und  Einkaufszentren und zurÜck in die Wohnviertel und Betriebsgelände bewegt, ebbt ganz sicher deutlich ab. Auf einmal ist Überall Platz zum Parken. Weniger Verkehr heißt auch weniger Lärm, Luftverschmutzung  und Energierverbrauch. Die vielen Lieferdienste von UPS bis Eismann werden unter Übernahme der Mitarbeiter zwangsläufig integriert. NatÜrlich hängt sich die Post sich dann auch an, wenn sie erst sieht, dass das System funktioniert. Warum auch sollten neben einem solchen Dienst noch Briefe, Päckchen und Pakete gesondert befördert werden?! Stärkere Synergien gibt es nicht.

Bisherige Versuche, die Angebote des Handels zu bÜndeln wie, z.B., beim öffentlich geförderten System “ISOLDE” in NÜrnberg, das vom dortigen Fraunhofer Institut begleitet worden war,  scheiterten, weil das System einfach nicht konsequent durchdacht war. Versuche einzelner Handelsorganisationen, allein fÜr sich einen Bring Dienst zu organisieren, gab es schon immer. Interessant war der Versuch von REWE im Rheinland, versuchsweise eine ganze  Stadt mittlerer Größe so zu beliefern. Da machte man aber den schrecklichen Fehler, jeden Kunden die Zeit der Anlieferung selbst bestimmen zu lassen. Das Ausbringen von Waren an die halbwegs gut erreichbaren Kunden einzelner Händler gab es achon seit eh und je und gibt es auch noch heute. Die unendlich viel größeren Vorteile, die ein Allgemeiner Bring Dienst Anbietern und Kunden wie auch der Allgemeinheit bietet, können  so aber nicht annähernd erreicht werden.

Der erste Versuch mit dem ABD im Erzgebirge scheiterte an den alten Betonköpfen.

Ende der neunziger Jahre sah ich, dass Kohls Rede von den  ”blÜhende Landschaften” im Osten nichts als Wahlkampgedröhne war. Ich musste erleben, wie die ganze Region des Erzgebirges, wohin ich nach der Wende als Notar gegangen war, wirtschaftlich zugrunde ging und sich in das Armenhaus verwandelte, das alle befÜrchtet und viele zu vermeiden versucht hatten. Ich erkannte die besonderen Vorteile meines Allgemeinen Bring Systems fÜr die durch viele nah beieinander liegende Dörfer geprägte Region. Daher verbreitete ich von Annaberg-Buchholz ausgehend die Idee des Allgemeinen Bring Dienstes im Erzgebirge. Hunderte von Händlern hatte ich Überzeugt. Die offenbar aus der Zeit vor der Wende Übrig gebliebenen Betonköpfe bei der IHK in Chemnitz  waren aber unfähig oder unwillig, das Vorhaben zu verstehen. Sie meinten, jedes System mÜsste klein anfangen und aus sich selbst heraus wachsen. Woher kam nur diese irre Vorstellung nach fÜnfzig Jahren Planwirtschaft? Ohne Plazet der IHK konnten aber die benötigten Fördermittel nicht fließen. Die Realisierung scheiterte, obwohl bis ins Detail alle Ablauffragen geklärt waren, auch bei Nichtanwesenheit des Kunden. Alle MÜhe war vergebens. Es verpuffte auch die freundliche Hilfe eines Professors der Universität Mittweida und das intensive Engegement zweier seiner Studenten.

Aber was hätte der ABD fÜr die vorwiegend draußen auf den Dörfern und in kleinen Städten lebenden Menschen dieser Region nicht alles bedeutet! Sie wären mit einem Schlag in der Lage gewesen, die Angebote all der weit erntfernt liegenden Anbieter in der Großstadt Chemnitz und  den Dutzenden kleinerer Städte zu nutzen – ohne fremde Hilfe und ohne das umfangreiche Herumreisen von Geschäft zu Geschäft. Die Bedienung eines solchen ländlichen Raumes ist ja ohne entscheidenden Mehraufwand im Vergleich zum städtischen Raum zu bewältigen. Der Bring Wagen fährt Straße fÜr Straße jeder Ortschaft ab. Nur muss er die immer nur an die meist nur wenige Kilometer ausmachende Strecke zwischen den Ortschaften zusätzlich Überwinden, was aber nur wenige Minuten Zeit kostet. Überteuerte Einkäufe in den ohnehin zum Absterben verurteilten kleinen Dorfläden wären Vergangenheit gewesen.

Ich bin Überzeugt davon, dass sich das Erzgebirge wirtschaftlich weit vorteilhafter entwickelt gehabt hätte, wenn mein Allgemeiner Bring Dienst umgesetzt worden wäre.Ich gehe davon aus , dass dann, wenn nur einmal in der Welt ein funktionsfähiger Allgemeiner Bring Dienst realisiert wird, diese Struktur Schritt fÜr Schritt Überall abgekupfert werden wird.

Photo: alles_schlumpf, via flickr

Kommentare

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  1. Lieber Rolf Ehlers, wÜrden Sie, so wie ich, in der vierten Etage eines Miethauses wohnen, dann wÜrden Sie verhungern.
    Alle Kuriere, die Waren fÜr mich an die HaustÜr liefern, tun dieses nur ein einziges Mal, wegen der Treppensteigerei.
    Mir bleibt immer nur Wahl, die Treppe hinunter zu steigen, den Briefkasten zu öffen und den Lieferschein herauszunehmen, auf dem dann vermerkt ist, welcher unter mir Wohnende die Sendung in Empfang genommen hat; immer unter der Voraussetzung, ich kann den hingekritzelten Namen des Mitmieters entziffern und dieser ist dann auch wirklich im Hause.

    Weniger anstrengend ist die Angelegenheit, wenn ich von ausserhalb komme, da ich in dem Falle nur einmal treppensteigend, meine Lieferungen in Empfang nehmen kann.

    Sofern es Lebensmittel betrifft, gehöre ich wieder in die Studie.