Im Zuge der derzeit erneut ausufernden Schuldenkrise einiger EU-Länder und der Debatte Über immer größere Rettungsschirme liefert die jetzt vorliegende Erfahrung mit der HRE ein anschauliches Beispiel was auch dort geschehen wird. Der Soffin hat zum Jahresabschluss seine Bilanzen fÜr das Jahr 2010 vorgelegt. Darin ist ein Verlust von 4,8 Mrd. Euro aus der Übernahme toxischer Wertpapiere der HRE durch den Soffin entstanden. Dies ist bisher nur ein Bruchteil der Summe, die zur Stabilisierung der Bank mittels BÜrgschaften und KapitalzuschÜssen gewährt worden sind. Jetzt lagern diese toxic papers in Höhe von 173 Mrd. Euro seit dem 1. Oktober 2010 bei der FMS Wertmanagement. Was davon am Ende als werthaltiger Rest Übrig bleibt steht derzeit noch in den Sternen. Gleichzeitig kÜndigt die HRE jetzt fÜr die Zukunft an, dass man wieder zweistellige Renditen erwirtschaften will. Absurder geht es nicht mehr. Der Staat sitzt auf den gewaltigen Schuldenbergen, die er Über kurz oder lang dem Steuerzahler anlasten wird, die Bank macht weiter wie bisher.
Hans Werner Sinn schlägt Alarm
Der ifo-Präsident, Hans Werner Sinn, schlägt Alarm gegen die derzeitige Politik der Bundesregierung, die weiterhin an der Griechenlandrettung via weitere Finanzspritzen festhalten will. Er warnt vor einem Schulden-Tsunami. Er warnt vor dem Totalausfall der durch BÜrgschaften Deutschlands fÜr Griechenland, die auch in die Defizitkalkulationen des Staatsdefizits unberÜcksichtigt bleiben. Rechne man die BÜrgschaften und Hilfen fÜr die Rettungsschirme mit ein, habe das deutsche Defizit 2010 bei 12,8 Prozent gelegen. Offiziell lag es 2010 bei 3,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Im Prinzip täusche also die Bundesregierung die breite Öffentlichkeit Über die wahre Lage. Zugleich sei eine straffe und wirkungsvolle Regeneration der Finanzmärkte bisher nicht absehbar. Es ist ein umfassendes Staatsversagen und der Bundesregierung nach Ausbruch der globalen Finanzkrise die Verhältnisse tatsächlich nachhaltig zu stabilisieren. Stattdessen werden mittels Voodoo-Politiken versucht die wirtschaftlichen Tatsachen von vorhandenen Staatspleiten und Zombiebanken durch immer höhere StaatsbÜrgschaften und SchuldenÜbernahmen am Leben zu erhalten. Wenn es nicht zu einer raschen Lösung kommt, dann droht eine Wirtschaftskrise ungeahnten Ausmaßes. Dem ist eigentlich aus meiner Sicht nichts hinzuzufÜgen. Offenbar begreift die breite Öffentlichkeit derzeit immer noch nicht die Dramatik der Lage.
Photo: Gerd Altmann, via pixelio.de
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