EZB: Draghi als Nachfolger fÜr Trichet offiziell nominiert

Gestern sind zwei wichtige Entscheidungen beim EcoFin-Rat gefallen. Portugal erhält die 78 Mrd. Euro Finanzhilfen und Mario Draghi ist zum Nachfolger von Jean-Claude Trichet ernannt worden. Wer ist Mario Draghi? Er weist eine Karriere auf, die fÜr das Amt zu erwarten ist. Er hat eine Karriere an italienischen und amerikanischen

5490845567_2ecb2c63f0.jpgGestern sind zwei wichtige Entscheidungen beim EcoFin-Rat gefallen. Portugal erhält die 78 Mrd. Euro Finanzhilfen und Mario Draghi ist zum Nachfolger von Jean-Claude Trichet ernannt worden. Wer ist Mario Draghi? Er weist eine Karriere auf, die fÜr das Amt zu erwarten ist. Er hat eine Karriere an italienischen und amerikanischen Universitäten darunter MIT und Harvard sowie der Weltbank absolviert. Zuvor hat er eine jesuitische Ausbildung erhalten. Er hat sich im Zuge seiner Kandidatur als Stabilitätsorientierter Zentralbanker geoutet. Er war aber auch von 2002 bis 2005 Vizepräsident bei Goldman Sachs. Government Sachs – so wird Godman Sachs von Insidern spöttisch genannt – macht seinem Namen wieder alle Ehre.

Ein erfolgreicher Zentralbanker in Italien?

Als Zentralbankpräsident der italienischen Zentralbank steht er auch nicht fÜr ein Land, dessen Image als Hort der Preisstabilität (Jahresrate fÜr Italien 2,9%)  und finanziellen Solidität (Italien Schuldenquote in 2010 119% und Defizitquote bei 5,3%) steht. Mithin könnten sich als EZB-Präsident durchaus Interessenkonflikte ergeben. Letztendlich verdankt er das Amt Berlusconi und Sarkozy, die ihn frÜhzeitig in die Debatte gebracht haben. Dagegen hat Merkel die Bewerbung Axel Webers nicht unterstÜtzt, was letztendlich zu seinem Überraschenden RÜcktritt als Bundesbankpräsident fÜhrte.

Beispiele hierfÜr sind Hank Paulson, der ehemalige US-Finanzminister hat mit seinem TARP am Ende die großen amerikanischen Investmentbanken zu Lasten der amerikanischen Steuerzahler gerettet. Mithin könnte im Fall einer erneuten globalen Finanzmarktkrise Draghi à la Paulsen reagieren. Im Grundsatz wird die Gewaltenteilung aufgehoben, wenn ehemalige fÜhrende Investmentbanker die Aufsicht via Zentralbank und/oder als Finanzminister Übernehmen. Noch einmal: Sed quis custodiet ipsos custodes?

Da war doch auch noch etwas mit Goldman Sachs und der Täuschung Griechenlands Über ihr Schuldenproblem? Der Bericht darÜber wird von der EZB unter Verschluss gehalten. Soviel zur vielbeschworenen neue Transparenz der Finanzmärkte. Wenn’s nicht passt, wird eben die Sache unter Verschluss gehalten.

Lagarde zum IWF?

Auch um die Nachfolge von Strauss-Kahn hat das Personalkarussell bereits begonnen. Nach Axel Weber wurde jetzt auch Christine Lagarde von französischer Seite ins Spiel gebracht. Ihre Kenntnisse liegen im Bereich der Juristerei insbesondere im Sozialrecht. Außerdem war sie Mitglied der französischen Nationalmannschaft im Synchronschwimmen. Letzteres könnte ihr nÜtzlich sein. Hat sich Strauss-Kahn zu mächtige Feinde beim IWF oder anderswo gemacht?

Lagarde schließt eine Umschuldung Griechenlands – sprich einen Haircut – bereits kategorisch aus. Damit wÜrde die jetzt vertagte Lösung einer Umschuldung Griechenlands am Widerstand des IWF mit Christine Lagarde an der Spitze chancenlos sein. Ihre fachliche Kompetenz in ihrem Karriereweg hinsichtlich globaler Finanzmärkte beruht allein auf ihrem derzeitigen Amt als französische Finanzministerin. Mithin sind Personalentscheidungen wichtig wie Institutionen funktionieren werden.

Photo: European Parliament, via flickr

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