Das Ende der Herrschaft des Dollars im Weltwährungssystem, die in Bretton Woods etabliert wurde, geht immer rascher ihrem unrÜhmlichen Ende entgegen. Nun hat auch die Weltbank offiziell Überlegungen eingeräumt, dass man von einem Ende der Dollar-Ära spätestens bis zum Jahr 2025 ausgeht. Offenbar haben es die USA mit ihrer inflationären Geldpolitik zu weit getrieben. Das Vertrauen in die Seriosität der amerikanischen Zentralbank hat unter Ben Bernanke mit seiner Politik des Quantitativen Easings soweit das Vertrauen in den anderen Ländern ruiniert, dass ein Wechsel zu einem anderen Leitwährungssystem unvermeidlich scheint. Dabei wird China, die neue No. 1 in der Weltwirtschaft, maßgeblich bei der Festlegung der Regeln eine Rolle spielen. Der Euro hat durch die andauernde Eurokrise ebenfalls das Vertrauen insbesondere der aufstrebenden neuen Wirtschaftsmächte unterminiert.
Der Euro als Alternative zum US-Dollar?
Der Euro ist auch nur aufgrund der akuten Probleme mit dem US-Dollar als Leitwährung noch nicht dramatisch abgestÜrzt. Aber es fehlt am Glauben an eine nachhaltige Stabilität. Wenn die Zentralbank von Mitgliedsländern der Eurozone wie Griechenland, Irland oder Portugal Staatschuldverschreibungen ohne ausreichende BonitätsprÜfung aufkauft, dann verstößt auch sie wie die Fed gegen die Grundregeln einer seriösen Geldpolitik. Der lahme Euro und der blinde US-Dollar haben beide nicht mehr die Qualität einer stabilen Leit- und Reservewährung. Das gleiche gilt fÜr den Yen. Hier ist die massive Staatsverschuldung kein Garant fÜr einen stabilen Geldwert. Auch das britische Pfund steht vor ähnlichen Herausforderungen. Mithin haben im Prinzip alle vier bisher vorherrschenden Weltreservewährungen als Leitwährungen ausgedient.
Der Schweizer Franken kann zwar als Fluchtwährung dienen, aber der Franken kann nicht als Leitwährung dienen. DafÜr ist nun mal die Schweiz zu klein. Da China aber auch nicht allein die Last der Weltreservewährung schultern wird, läuft alles auf einen Währungskorb hinaus, wie er bereits durch die Sonderziehungsrechte des IWF etabliert worden ist. Damit wird sich die Bedeutung des IWF als globale Zentralbank noch deutlich erhöhen. Mithin ist verständlich, dass nach dem unrÜhmlichen Abgang von Strauss-Kahn das Gerangel wer am meisten Einfluss beim IWF kÜnftig geltend machen kann, keine Überraschung.
Da der Yuan nicht sofort und unmittelbar den US-Dollar ablösen kann, bleibt eben nur ein Zwischenspiel. Dies ist aber besonders riskant, da es ein mehr oder weniger großes Machtvakuum geben wird. Wir sehen ja auch bereits in der Eurozone Überdeutlich, dass die Zahl der an Geldwertstabilität orientierten Länder eher in der Minderheit ist. Da helfen auch keine lauten politischen Erklärungen von Mario Draghi, dass er fÜr eine strikte an Preisstabilität orientierte Geldpolitik eintreten wird. Das Problem der geldpoltischen Hardliner wie Axel Weber oder JÜrgen Stark ist doch nicht zuletzt, der Mangel an UnterstÜtzung der Länder, die in massiven finanziellen Schwierigkeiten stecken. Frankreich spielt dabei die Rolle des Bandleaders. Merkel kann dann immer nur noch ab nicken, wenn es zum Schwur kommt, wenn sie eine offene Abstimmungsniederlage vermeiden will. So wird ihr auch nichts anderes Übrigbleiben sich fÜr Christine Lagarde als Nachfolgering fÜr Strauss-Kahn auszusprechen, wenn sie keinen offenen Konflikt riskieren will. Deutschland, Österreich, die Niederlande, Finnland und Luxemburg sind zu wenig Stimmen, um die poltische Richtung gegenÜber den anderen Ländern bestimmen zu können. Frankreich hat hingegen sich die FÜhrungsposition bei den SÜnderländern erobert und kann als Vermittler zwischen beiden Blöcken die Richtung und die Personalentscheidungen bestimmen. Wie lange eine solch unheilige Allianz der Eurozone noch gut geht, bleibt abzuwarten. Es ist durchaus möglich, dass es am Ende zu einer Spaltung kommt.
Hans-Olaf Henkel, der ehemalige BDI-Präsident trommelt schon eifrig fÜr diese Teilung. Je mehr sich die Interessen bei mehr stabilitätsorientierten Länder einerseits und andererseits derjenigen, die es etwas legerer handhaben wollen, auseinander entwickeln, desto wahrscheinlicher wird eine Zweiteilung. Damit wÜrde mit Sicherheit die Rolle Europas in der gesamten Weltwirtschaft und insbesondere im Weltwährungssystem weiter schrumpfen.
Je länger ein Interregnum beim Weltwährungssystem andauert desto wahrscheinlicher ist eine Beschleunigung der Inflationsentwicklung weltweit. Die USA haben sich als Stabilitätsanker diskreditiert, aber China kann sich auch nicht als Land des stabilen Geldwerts profilieren. Die Eurozone droht sich von einem an Geldwertstabilität orientierten Kurs dank Jean-Claude Trichet sukzessive zu verabschieden. Wer soll dann den Stabilitätsgedanken nachhaltig Geltung verschaffen? Die Russen, die Brasilianer, die Inder? Wohl kaum. Letztendlich sind es diese Überlegungen, die viele institutionelle Anleger in das Gold treiben. Man misstraut allen potentiellen Leitwährungsländern hinsichtlich ihrer Orientierung an der Geldwertstabilität. Wenn diese zum Gegenstand des politischen Geschachers wird, dann sind in der Regel die breite Bevölkerung weltweit die Opfer. Bei den bereits jetzt aufgehäuften weltweiten Schuldenbergen ist die globale Inflation ein wohlfeiles Instrument, die Lasten der maroden Staatsfinanzen zahlreicher Länder zu mindern.
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Wo die Weltbank sich so kritsch gegenÜber dem Dollar als Leitwährung einstellt, muss doch der Gedanke aufkommen, dass die spektaluläre Verhaftung von Strauß-Kahn nicht ihn, sondern die Institution treffen sollte. Zu den starken Indizien, die dafÜr sprechen, dass Strauß-Kahn vosätzlich hereingelgt wurde, tritt dann dieses Interesse als das Motiv fÜr die böse Tat!