Japan fällt zurÜck in die Rezession

Nun ist es amtlich. Japan befindet erneut in der Rezession. Die Wirtschaft schrumpfte um 0,9% im ersten Quartal 2011. Zuvor war bereits Japans Wirtschaft im 4. Quartal geschrumpft. Das Erdbeben, der Tsunami und die Nuklearkatastrophe waren sicherlich der vorherrschende Faktor, aber keineswegs die alleinige Ursache. Zwar ist ein wesentlicher Faktor

5529038135_f0453c7e49.jpgNun ist es amtlich. Japan befindet erneut in der Rezession. Die Wirtschaft schrumpfte um 0,9% im ersten Quartal 2011. Zuvor war bereits Japans Wirtschaft im 4. Quartal geschrumpft. Das Erdbeben, der Tsunami und die Nuklearkatastrophe waren sicherlich der vorherrschende Faktor, aber keineswegs die alleinige Ursache. Zwar ist ein wesentlicher Faktor die ZurÜckhaltung der japanischen Verbraucher, aber zugleich bekommt die japanische Industrie die Abschwächung der Konjunktur sowohl in Asien insbesondere China und auch die in den USA als deren wichtigste Exportmärkte zu spÜren. Japan hat bereits vorher ein Handelsbilanzdefizit zu verzeichnen. Der japanische Staat – als big spender of last resort – kommt jedoch aufgrund der hohen Staatsverschuldung ebenfalls immer mehr in die Klemme. Selbst wenn die Katastrophe vom 11. März nicht stattgefunden hätte, wäre Japan in einer trostlosen Lage.

Japans Rating dÜrfte weiter sinken

Die Herabstufung des japanischen Länderratings durch Standard&Poor‘s verschlechtert die Lage zusätzlich. Derzeit liegt es bei AA-. Bei einer Staatschuldenquote, die bereits im Jahr 2010 bei 225% des Bruttoinlandsprodukts lag, ist Japan der internationale Spitzenreiter was die Höhe der Staatsschulden betrifft. Diese werden weiter ansteigen und damit die KreditwÜrdigkeit Japans untergraben. Zwar kann sich der japanische Staat weiterhin durch die privaten Ersparnisse finanzieren, aber auch dies wird nicht in einer der am raschesten alternden Gesellschaften von Dauer sein. Die Altersversorgung vieler Japaner wird in den kommenden Jahren konsumiert werden. Mithin wird die Refinanzierung der exorbitanten Staatschulden aus heimischen Ersparnissen langfristig immer schwieriger werden. Zwar hat Japan eine positive Vermögensbilanz mit dem Ausland. Aber der Abbau dieser Auslandsvermögensanlagen dÜrfte das Angebot weltweit negativ beeinflussen. Insbesondere die USA könnten davon negativ beeinflusst werden, da Japan nach China einer der größten Gläubiger der USA ist. Sowohl rÜckläufige Direktinvestitionen als auch sinkende Transfers ins Ausland in der Zahlungsbilanz zeigen, dass Japan weniger als bisher als Kapitalexporteur auf internationalen Finanzmärkten tätig sein kann. All dies weckt wenig Optimismus, dass Japan auch mittelfristig wieder auf einen positiven Wachstumstrend hoffen kann. Die strukturellen Defizite dÜrften sich als nachhaltige Wachstumsbremse erweisen.

Photo: daveeza, via flickr

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