Diese alte Börsenregel scheint auch diesmal ein weiser Rat zu sein. Die wirtschaftliche Lage trÜbt sich weltweit zunehmend ein. Da werden halt auch die Bullen an den Börsen international immer weniger und die Bären gewinnen die Überhand. Japan hat mit den Katastrophen im März den Anfang gemacht. Aber auch in China greifen die restriktiven Maßnahmen der chinesischen Regierung und lassen den Wirtschaftsboom schwächer werden. Ebenso ist Indien als weiterer großer Wirtschaftsraum mit steigender Inflation und nachlassendem Wirtschaftswachstum konfrontiert. Damit sind die drei wichtigen Wirtschaftsnationen Asiens – dem derzeitigen globalen Wachstumszentrum zunehmend auf ein nachlassendes Wirtschaftswachstum, wenn nicht sogar wie in Japan auf eine Rezession, programmiert.
Auch in den USA hat sich bereits das Wirtschaftswachstum abgeschwächt und die Staatsschulden haben bereits die Schuldenobergrenze Überschritten. Selbst wenn in den kommenden Wochen noch eine Einigung Über deren Anhebung im US-Kongress erzielt werden sollte, es wird nicht ohne drastische Einsparungen im Staatshaushalt gehen. Blickt man nun nach Europa, dann steht Deutschland quasi als Solitär in einer ansonsten immer trÜber aussehenden europäischen konjunkturellen Landschaft. Die Staatsschuldenkrisen in den Mitgliedsländern der Eurozone wie Griechenland, Irland, Portugal und demnächst vielleicht auch noch Spanien, Italien und Belgien Überfordern die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der anderen Mitgliedsländer durch weitere Finanzhilfen diesen Ländern beizustehen. Damit könnten die Ratingagenturen am Ende das einleiten, was die Zentralbanken nicht vornehmen wollen. Eine weltweite Zinswende zu deutlich höheren Zinsen.
Was haben die Geldschwemme und die ausufernden Staatsdefizite gebracht?
Die nach der Lehmann-Pleite gemeinsam von den G20-Staaten initiierte massive KonjunkturstÜtzung hat einen dramatischen Konjunktureinbruch zunächst verhindert. Aber diese massive Expansion an Liquidität und staatlicher kreditfinanzierter Nachfrage hat zu keinem nachhaltigen selbsttragenden Wirtschaftsaufschwung gefÜhrt. Stattdessen ist ein erheblicher Teil der Liquidität in spekulative Anlagen wie beispielsweise Rohstoffe, Nahrungsmittel. emerging markets insbesondere in die BRICS geflossen. Das hat als globaler Inflationstreiber gewirkt. Hinzu kam eine rasche Wiederbelebung der Börsenspekulation, um die Kursverluste aus der globalen Finanzkrise wieder auszugleichen. Jedoch basieren diese Kursgewinne auf unrealistischen Ertragserwartungen. Ein nachhaltig stabiles Wachstum ist das alles nicht. Sie hat den Irrglauben genährt man käme ohne tiefgreifende Strukturreformen der globalen Wirtschafts- und Finanzarchitektur aus.
Eine grundlegende wirkungsvolle Regulierung der Finanzmärkte ist StÜckwerk geblieben. Das Finanzsystem ist so marode wie bisher. Strukturelle globale Ungleichgewichte im Welthandels- und Weltwährungssystem sind nicht korrigiert worden. Es fehlt an der hierfÜr erforderlichen Einigkeit und dem Durchsetzungswillen. Damit besteht hier ein gefährlicher Reformstau, der – sollte es demnächst zu einer neuen Finanzkrise kommen – sich jetzt noch schmerzhafter als zuvor bemerkbar machen wird. Im Unterschied zu 2008 haben die Regierungen der großen Volkswirtschaften ihre Interventionsmöglichkeiten hinsichtlich KonjunkturstÜtzung verbraucht. Die an zahlreichen Stellen drohenden Staatspleiten, ob in Japan, den USA oder den europäischen Krisenländern machen dies Überdeutlich. Langsam dämmert es auch den Finanzakrobaten, dass Börsenkurse eine Erdung in der Realwirtschaft benötigen, d.h. Ertragserwartungen in Erträge sich umsetzen lassen mÜssen. Aber bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt.
Photo: Thorben Wengert, via pixelio.de
Börsen in Asien geben weiter nach und erreichen zweimonatige erneut Tieststände.
http://www.bloomberg.com/news/2011-05-25/asia-stocks-drop-on-earnings-outlook.html
Die Ertragserwartungen sinken aufgrund der konjunkturellen EintrÜbungen.