Melodischer Schlagabtausch

Goldonis “Der Diener zweier Herren” amÜsiert in der Spessartgrotte 50er! 70er! 80er! Die ZeitsprÜnge, die sich derzeit in der Spessartgrotte in Langenprozelten vollziehen, sind gewaltig. In Riesenschritten und mit jeder Menge flotten Liedern auf den Lippen geht es quer durch die Jahrzehnte – und das immer durch und durch stilecht.

dienr.jpgGoldonis “Der Diener zweier Herren” amÜsiert in der Spessartgrotte

50er! 70er! 80er! Die ZeitsprÜnge, die sich derzeit in der Spessartgrotte in Langenprozelten vollziehen, sind gewaltig. In Riesenschritten und mit jeder Menge flotten Liedern auf den Lippen geht es quer durch die Jahrzehnte – und das immer durch und durch stilecht. Ende Mai feierte der jÜngste Revue-Streich dieser Saison unter der Regie von Helga Hartmann Premiere. Carlo Goldonis bekannte Commedia dell’arteDer Diener zweier Herren” aus dem Jahr 1746, die kurzerhand in die “Golden Fifties” verlegt wurde, steht noch bis Ende Juli auf dem Programm.

Die Geschichte rund um den armen Wicht, der sich durch Zufall gleich zwei Herrschaften verpflichtet, die zunächst nichts davon ahnen, dass sie auch noch selbst miteinander verbunden sind, ist hinreichend bekannt. Ein waghalsiger Drahtseilakt, wie ihn Truffaldino als besagter Diener zweier Herren ein ums andere Mal vollfÜhren muss, ist mit diesem amÜsanten Verwirrspiel voller italienischem Flair allerdings nicht zu erwarten. Denn mit Manuel Weinmann als tollpatschigen, pfiffigen und vor allem immer hungrigen Dienstboten kommt eine ebenso versierte Stimme zum Einsatz wie die von Meike Kopka, die als Beatrice – eine Turinerin, die in Männerkleidung und unter dem Decknamen Federigo Rasponi auftritt – fÜr nicht wenige Ahs und Ohs sorgen kann.

deinw.jpg“Einmal ist er ein Gauner, das andere Mal ein Dummkopf”

Zwischen verwechselten Briefen, Koffern, Geldsendungen und natÜrlich dem immer sehnlichst herbeigesehnten Mittagessen, gibt es aber dennoch die ein oder andere Überraschung. Denn neben versierten Akteuren wie Michael Schäfer, erneut in einer Doppelrolle als der trockene Dottore und Florindo Aretusi, und Tanja Green, die die geschäftstÜchtige Wirtin Brighella mimt, sind es vor allem Kerstin Kitzig alias Clarice und Theo GÜndling alias Pantalone, die nachhaltig im Gedächtnis haften bleiben. Als liebliche und gehorsame Wirtstochter besticht Kitzig dabei nicht nur durch ein kurzweiliges Mimenspiel. Es ist in erster Linie ihr hervorragender Gesang, der seinen Höhepunkt in einer abgewandelten deutschen Version von “Somewhere over the Rainbow” findet. Mit GÜndling ergeht es den Zuschauern ähnlich. Erfrischend authentisch gibt er den listigen Kaufmann, der auch im Duett mit den Damen eine durchaus gute Figur abgibt.

“Aus diesem Menschen werd’ ich nicht schlau. Einmal ist er ein Gauner, das andere Mal ein Dummkopf”, urteilt die Wirtin Über Truffaldino. Wenn auch dessen Fähigkeiten nicht fÜr den diplomatischen Dienst reichen, so macht es auf alle Fälle immensen Spaß ihn während seiner Turbulenzen zu begleiten. Ein melodischer Schlagabtausch, wie er im Buche steht!

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