Der Tahrir Platz im Zentrum der ägyptischen Hauptstadt Kairo ist mittlerweile jedem ein Begriff. Über viele Tage und Nächte hat die Welt Anfang dieses Jahres verfolgt, wie sich das Geschehen dort in der SchwÜle Nordafrikas entwickelte, hat mit den mutigen Demonstranten gebangt, wenn die Lage brenzlig zu werden drohte und sich am Ende mit ihnen gefreut, als die “Schlacht” geschlagen war. Eine wesentliche Rolle während dieser Zeit spielte die Facebook-Seite “We are all Khaled Said“. Diese hat die Internetuser permament mit neuesten Informationen Über die Situation in Ägypten auf dem Laufenden gehalten. Nun machen die Administratoren auf ein ganz besonderes Video aufmerksam.
Es zeigt eine ägyptische Aktivistin, die jetzt zu den spanischen Demonstranten spricht, die gerade einen Sitzstreik abhalten. Die Facebook-Admins kommentieren: “Die spanischen Demonstranten haben jetzt ihren eigenen Tahrir Platz.” Mehr als 200 Menschen gefällt das, was sie im Laufe des gut drei Minuten andauernden Clips, der am vergangenen Sonntag eingestellt wurde, sehen und hören. DarÜber hinaus ist eine Debatte mit annähernd 100 Kommentaren losgebrochen.
Zwischen Skepsis und Hoffnung – sind die Ereignisse vergleichbar?
Während einige unter ihnen keine derartige Revolution wie in Ägypten erwarten, gehen andere noch weiter und sehen schon jetzt vergleichbare Ereignisse in Griechenland, Portugal und Italien hereinbrechen. Dritten geht das bereits zu weit – Parallelen zwischen dem “arabischen FrÜhling” und den Geschehnissen in Europa wollen sie auf gar keinen Fall gezogen wissen. Viele glauben jedoch nach wie vor an die Macht der Masse. “Träume können wahr werden”, schreibt einer unter ihnen, während ein anderer eher an bodenständigeres glaubt und meint: “Es wäre ein guter Anfang diesen korrupten Politikern in den Hintern zu treten.”
Aktuell weiten sich die Proteste immer mehr aus: “Was als Zeltlager arbeitsloser junger Spanier begann entwickelt sich immer mehr zum Aufruhr einer ganzen Nation. BÜrger aus allen Alters- und Gesellschaftsschichten fordern mehr direkte Demokratie und Arbeit fÜr alle.” Mittlerweile halten sie Plätze im ganzen Land besetzt und trotzdem damit einem Demonstrationsverbot, das die zentrale Wahlbehörde verhängt hatte. Hunderte Übernachten nach wie vor auf dem Madrider Place del Sol. Viele der Demonstranten sind selbst Überrascht, dass die BÜrger nun endlich auf die Beine kommen – trotz Widerständen. In Spanien ist derzeit jeder FÜnfte ohne Arbeit.
Photo: TBenZ, via flickr
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