Während einer jüngst stattgefundenen Studienfahrt des Forums für Interkulturellen Dialog Berlin e.V. und der Evangelischen Akademie zu Berlin nach Süd-Ost-Anatolien konnte Ercan Karakoyun viele neue Eindrücke sammeln. Darunter vor allem solche, die noch nicht bis Deutschland vorgedrungen sind. In seinem Beitrag für die Deutsch Türkischen Nachrichten “Die Kirchenglocken dürfen wieder läuten” schildert er, dass es die Christen zwar noch immer schwer in der Türkei hätten. Doch viele Anzeichen würden auf eine Entspannung der Lage hinweisen.
Viel habe sich in den letzten Jahren verändert, fasst der Autor zusammen. “Mit der AKP-Regierung um Erdogan haben die christlichen Minderheiten mehr Rechte bekommen. Ihre Kinder dürfen nun die eigene Muttersprache erlernen und müssen nicht mehr am Religionsunterricht in der Schule teilnehmen.” Zahlreiche beschlagnahmte Immobilien seien zurückgegeben worden und Stiftungen hätten erneut ihren Betrieb aufgenommen. Im Bebauungsplangesetz sei nun nicht mehr nur von “Moschee” die Rede, sondern von “Gebetshaus”, was jetzt auch die Neuerrichtung von Kirchen ermögliche. Auch die Möglichkeit der Ausbildung eigener Geistlicher solle demnächst umgesetzt werden. Natürlich, so räumt Karakoyun ein, sei die Situation der Minderheiten noch nicht befriedigend. Aber es tue sich eine Menge in der Türkei.
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